Annette Kempe und Sara Dirkes-Hassig von Traumfänger zu Gast bei „Trude Kuh“

Ein leerer Stuhl am Küchentisch, ein Kinderzimmer, in dem die vertraute Stimme verstummt ist, und kleine Hände, die nach Antworten greifen, wo die Welt plötzlich unübersichtlich wird: So beginnt oft die Geschichte von Trauer bei Kindern und Jugendlichen. Im Gespräch entfaltet sich ein einfühlsames Bild davon, wie sich Verlust anfühlt, wie er im Alltag seinen Platz sucht und was passiert, wenn Tränen, Wut, Angst und Rückzug keinen Raum finden. Genau diesen Raum schafft der Verein Traumfänger, dessen Vorsitzende und Geschäftsführerin Annette Kempe zusammen mit Mitglied Sara Dirkes-Hassig in den Studios von „Trude Kuh“ über ihre Arbeit spricht. Durch das Interview führt Redaktionsleiter Georg Mahn.

Wie Traumfänger entstand: Ein Angebot aus der Praxis für die Praxis

Der Ursprung von Traumfänger liegt im Umfeld des Trägers Regenbogen e. V., wo frühe Förderung von Kindern mit Entwicklungsauffälligkeiten Alltag ist. Als sich dort in einigen Familien Todessituationen häuften, stellte sich die Frage: Wie professionell und zugleich menschlich mit der Überforderung umgehen, wenn plötzlich ein Elternteil oder Großelternteil fehlt? In Zusammenarbeit mit der Jugendhilfe entstand die Idee, ein eigenes Angebot zu entwickeln, das Trauer nicht verdrängt, sondern begleitet – konzeptionell fundiert, passgenau und individuell. Das Team machte deutlich: Der Tod gehört zum Leben, und gerade in einer modernen Gesellschaft bleibt er trotzdem oft tabuisiert. Traumfänger setzt genau hier an und öffnet Türen, hinter denen sich Gespräche, Spiel, Gestaltung und Bewegung als Brücken zur Bewältigung der Trauer erweisen.

Wenn Offenheit trägt: Eine persönliche Geschichte

Sara Dirkes-Hassig spricht über den Verlust ihres Mannes, der im März des letzten Jahres an Krebs verstorben ist. Als absehbar war, dass er es nicht schaffen würde, suchte sie früh den Kontakt zu Annette Kempe, um ihre Kinder – heute acht und vier Jahre alt – bestmöglich begleiten zu lassen. Ihr Anliegen: Nicht allein sein müssen, weder mit der eigenen Trauer noch mit der der Kinder. Aus dieser Erfahrung ist ein gemeinsamer Podcast entstanden, der anderen Betroffenen Mut macht, die Schwere zu benennen und dennoch das Leben aktiv weiterzugestalten. Für Sara ist Reden heilsam – ein Weg, der die eigene Geschichte zugänglich macht, ohne andere zu überfordern, und der zugleich jenen eine Stimme gibt, die vor ähnlichen Entscheidungen stehen.

Tabu trifft Ehrlichkeit: Warum Fragen Raum brauchen

Trauer bei Kindern ist keineswegs ein Randthema, aber es wird häufig so behandelt. Viele Eltern glauben, sie schützen ihre Kinder, wenn sie das Thema nicht ansprechen. Traumfänger setzt das Gegenteil dagegen: Transparenz hilft. Das Erstgespräch findet meist ohne Kinder statt, um die Lebenssituation, Emotionen und den Tagesablauf der Familie zu verstehen. Danach wird individuell entschieden, ob Einzelbegleitung, Gruppentermine oder ein moderates Tempo mit Gesprächen im Sechs-Wochen-Rhythmus das Richtige ist. Besonders wichtig ist praktische Ehrlichkeit: Kinder fragen direkt – „Warum Sarg? Warum Urne? Wie kommt Opa in die Urne?“ – und sie verdienen verständliche Antworten. Traumfänger arbeitet deshalb mit realen Materialien wie Sarg und Urne, erklärt Bestattungsabläufe kindgerecht und erlaubt das „praktische Begreifen“ der Themen. Diese Offenheit schafft Sicherheit, reduziert Ängste und lässt Kindern einen eigenen Weg durch die Trauer finden.

Gemeinsamkeit, die trägt: Gruppen, Sprache und Augenhöhe

Ein wiederkehrender Moment, der in den Gruppen von Traumfänger zu beobachten ist: Ein neues Kind sitzt in der Begrüßungsrunde, blickt in acht andere Gesichter und spürt sofort, nicht allein zu sein. Die gemeinsame Erfahrung schafft Nähe, eine geteilte Sprache und eine natürliche Offenheit. Kinder stellen regelmäßig schwerere Fragen – bis hin zur Veränderung eines Leichnams nach Monaten – und erhalten Antworten, auch mithilfe beispielhafter Bilder, um das Unbekannte begreifbar zu machen. Eltern wie Sara berichten von einem „Wissensdurst“, der nicht sensationsgetrieben ist, sondern Trost und Ordnung stiftet. Kindgerechte Worte, die Teilnahme an Beerdigungen, das Sichtbar-Machen der Realität: All das verhindert, dass große Lücken entstehen, in die später Angst und Missverständnisse fallen. Augenhöhe ist dabei der Schlüssel – Kinder werden ernst genommen, Fragen nicht vertagt, Gefühle nicht bewertet, sondern gehalten.

Symbolik zum Anlehnen: Harald mit großer Nase und großen Ohren

Trauer braucht Nähe, und gerade junge Kinder brauchen etwas zum Festhalten. Bei Traumfänger hat das ein Maskottchen: Harald. Seine große Nase steht als freundliches Zeichen für Tränen, die laufen dürfen, und seine großen Ohren erinnern daran, dass Trauer offene, geduldige Zuhörer braucht. Kuscheltiere im Raum sind kein schmückendes Detail, sondern ein Brückenelement, das zwischen Innen und Außen vermittelt. Dieser liebevoll-praktische Ansatz setzt sich auch im Kreativraum fort: Glitzersticker, Bilder und Bastelmaterialien machen Gestaltung zum Ventil, in dem Kinder ausdrücken können, was sie noch nicht sagen können. So entsteht ein geschützter Ort, in dem Ehrlichkeit, Zuwendung und Gestaltungsfreiheit zusammenwirken.

Netzwerke, Hilfe und ein Hafen in stürmischen Zeiten

Das Gespräch streift auch die übergreifende Erfahrung aus vielen Sendungen: Familien, die mit schwerer Krankheit eines Kindes leben, geraten oft in finanzielle Engpässe. Neben medizinischen Kosten sind es reduzierte Arbeitszeiten, Betreuungslücken und die unsichtbaren Belastungen, die das System der Familie durchrütteln. Aus genau diesen Beobachtungen entstand die Idee eines „Familienhafens“ – ein Urlaubsort, an dem betroffene Familien eine Woche kostenfrei durchatmen, vernetzen und ohne Erklärungsdruck zusammenkommen können. Der Gedanke dahinter deckt sich mit dem Kern von Traumfänger: Ein Umfeld, das versteht, ohne zu fragen, das trägt, ohne zu überfordern.

Deine Einladung in unser Studio und ins Netzwerk von „Trude Kuh“

Wir von „Trude Kuh“ laden Dich ein: Wenn Du einen Verein, eine Initiative oder ein Unternehmen leitest, das Menschen stärkt, wenn Du über Trauerarbeit, Frühförderung oder soziale Projekte sprichst und Deine Geschichte im TV-Studio sichtbar machen willst, dann melde Dich bei uns. In unserem Gespräch mit Annette Kempe und Sara Dirkes-Hassig von Traumfänger ging es um die Macht der Offenheit, um praktische Ehrlichkeit bei Kinderfragen zu Tod und Bestattung, um individuelle Begleitung zwischen Einzel- und Gruppenterminen, um kreative Räume mit Glitzer und Bildern, um Harald mit großer Nase und großen Ohren als Symbol des Zuhörens, und um den Mut, als Familie Unterstützung anzunehmen. Wir erreichen über 14,5 Mio. Kontakte im Monat – das eröffnet enorme Werbepotenziale und Reichweiten für Unternehmen, die ihre Angebote sinnvoll und zielgerichtet platzieren wollen. Wenn Du Deine Organisation im TV-Studio vorstellen, Informationen zu Sendeformaten, Präsentationsmöglichkeiten und Produktionen erhalten oder gleich mit uns in Kontakt kommen möchtest, findest Du alles Wichtige auf unserer Website unter „Trude Kuh“. Du willst direkt wissen, wie eine Aufzeichnung abläuft und welche Ausstattung auf Dich wartet? Dann besuche das TV-Studio von „Trude Kuh“. Wenn Du Deinen Verein im Interview vorstellen willst, zeigen wir Dir Schritt für Schritt, wie Du Dich vorbereitest, wie wir Themen strukturieren und wie Deine Botschaft publikumsstark ankommt. Und falls Du als Unternehmen über Reichweite, Zielgruppenansprache und kreative Formate nachdenkst, informiere Dich über unsere Werbemöglichkeiten für Unternehmen – wir beraten Dich persönlich und entwickeln Kampagnen, die wirklich wirken. Wir von „Trude Kuh“ freuen uns auf Deine Geschichte: Wenn auch Du mit Deinem Verein, Projekt oder Unternehmen in unseren Studios präsent sein möchtest, dann melde Dich, komm vorbei und lass uns gemeinsam starke Inhalte schaffen.