Birgit Zeunert und Khabat Shekho von Offene Arme Rheiderland e.V. zu Gast bei „Trude Kuh“

Wenn über Flüchtlingshilfe gesprochen wird, entstehen oft große Bilder im Kopf: politische Debatten, Statistiken, Zuständigkeiten, Programme, viel Papier und endlose Wege durch bürokratische Systeme. Doch irgendwo dazwischen sind die Menschen, die einfach nur ankommen wollen, ein neues Leben beginnen, Sicherheit finden und wieder festen Boden unter den Füßen spüren. Integration geschieht nicht auf dem Papier, sondern im Alltag, bei der ersten Begegnung auf dem Amt, beim ersten Gespräch in einer neuen Sprache oder in dem Moment, in dem jemand erklärt, wie die Dinge hier eigentlich funktionieren. Genau in dieser Realität ist im Rheiderland, im niedersächsischen Landkreis Leer, eine wertvolle ehrenamtliche Struktur gewachsen. Aus der Initiative „Offene Arme“ und dem Weeneraner Verein „Get Together“ entstand 2024 der Verein Offene Arme Rheiderland e.V. – ein Zusammenschluss von Menschen, die anderen einen Neustart ermöglichen. Über diese wichtige Arbeit sprach Redaktionsleiter Georg Mahn in den TV-Studios von „Trude Kuh“ mit der ersten Vorsitzenden Birgit Zeunert und dem zweiten Vorsitzenden Khabat Shekho.

Vom Online-Café zum unverzichtbaren Helferkreis

Was treibt einen Menschen an, sich so intensiv für andere einzusetzen? Für Birgit Zeunert, die erste Vorsitzende des Vereins, begann alles mit einer einfachen Beobachtung im Jahr 2015. Sie stellte fest, dass es kaum Begegnungsmöglichkeiten am Abend für Geflüchtete gab. Aus diesem Gedanken heraus gründete sie das „Offene Arme Café“, ein Treffpunkt, der schnell an Zuspruch gewann. Immer mehr Helfer und Geflüchtete kamen hinzu und aus einer kleinen Idee wuchs eine Initiative, die heute eine unverzichtbare Säule der Willkommenskultur im Rheiderland darstellt. Der Verein zählt heute rund 50 Mitglieder, von denen ein harter Kern von zehn Ehrenamtlichen die meiste Arbeit stemmt. Diese findet oft abends statt, da sowohl die Helfer als auch die Geflüchteten tagsüber arbeiten oder zur Schule gehen. Ein besonderes Beispiel für gelungenes Ankommen ist der zweite Vorsitzende Khabat Shekho. Vor sechs Jahren kam er selbst nach Deutschland und fand im Rheiderland eine neue Heimat für sich und seine Familie. Heute engagiert er sich aktiv im Verein, hilft bei handwerklichen Tätigkeiten und repariert Fahrräder, um die Mobilität anderer zu fördern.

Sprache als Schlüssel und der Kampf mit der Bürokratie

Auf die Frage, was die größten Herausforderungen bei der Integration sind, hat Birgit Zeunert eine klare Antwort: Sprache ist der Schlüssel. Auch wenn manche Neuankömmlinge glauben, sie könnten ohne Deutschkenntnisse direkt arbeiten, zeigt die Praxis schnell das Gegenteil. Wie soll man auf die Anweisung eines Vorgesetzten reagieren, wenn man nicht einmal das Wort „Hammer“ versteht? Doch das Angebot an Sprachkursen reicht oft nicht aus, und Kürzungen erschweren die Lage zusätzlich. Ein weiteres, allgegenwärtiges Hindernis ist die deutsche Bürokratie. Die Anträge sind oft so umfangreich und kompliziert, dass sie ohne Hilfe kaum zu bewältigen sind. Sie sind für alle denkbaren Fälle konzipiert, was für Einzelpersonen oder Familien oft zu Verwirrung führt. Diesen bürokratischen Dschungel zu lichten und die Menschen bei Behördengängen zu begleiten, ist eine der zentralen Aufgaben des Vereins. Daneben spielt die Unterbringung eine große Rolle, denn oft werden Menschen an Orten untergebracht, die weit von der notwendigen Infrastruktur entfernt sind.

Integration durch Gemeinschaft und sichtbares Engagement

Offene Arme Rheiderland e.V. leistet weit mehr als nur praktische Alltagshilfe. Der Verein schafft durch zahlreiche Aktivitäten eine echte Gemeinschaft. Die Mitglieder organisieren Besuche im Dollart Museum, veranstalten Fahrradtrainings mit dem ADFC, bieten Erste-Hilfe-Kurse an und beteiligen sich am jährlichen Umwelttag in Bunde. Solche Aktionen sind auch für die Öffentlichkeitsarbeit entscheidend, denn sie machen das positive Engagement sichtbar und ernten Zuspruch aus der Bevölkerung. Ob bei der traditionellen Nikolaus-Verknobelung, dem großen Sommerfest oder der Teilnahme an der Eurofete – der Verein zeigt, wie Integration durch gemeinsame Erlebnisse gelingen kann. Birgit Zeunert betont, dass es zwar auch Menschen gibt, die sich zurückziehen, aber die große Mehrheit der Geflüchteten nicht dem Staat auf der Tasche liegen möchte. Sie wollen arbeiten, sich einbringen und Teil der Gesellschaft werden. Gerade die Kinder finden oft schnell Anschluss in Sportvereinen. Für Zeunert ist Integration dann gelungen, wenn man sich auf normalem Niveau unterhalten kann und die Menschen eine feste, unbefristete Arbeit gefunden haben – oder sogar den Mut fassen, ein eigenes Geschäft zu gründen.

Werde auch Du Teil unserer Gemeinschaft

Wir von „Trude Kuh“ waren tief beeindruckt von der wertvollen Arbeit, die Birgit Zeunert, Khabat Shekho und alle Mitglieder von Offene Arme Rheiderland e.V. leisten. Das Gespräch hat gezeigt, wie wichtig ehrenamtliches Engagement für eine funktionierende und tolerante Gesellschaft ist. Es sind Initiativen wie diese, die aus abstrakten Begriffen wie „Willkommenskultur“ gelebte Realität machen. Möchtest auch Du mit Deiner Organisation einen Unterschied machen und Deine Geschichte erzählen? Wenn Du einen Verein vorstellen möchtest, dann melde Dich gerne bei uns. Unser TV-Studio von „Trude Kuh“ bietet die perfekte Bühne, um Eure Botschaft zu verbreiten. Wir von „Trude Kuh“ erreichen mit unseren Inhalten über 14,5 Millionen Kontakte im Monat – eine enorme Reichweite, die wir gerne für gute Zwecke zur Verfügung stellen. Du kannst Dich ganz einfach über unsere Webseite melden und Deinen Verein im Interview vorstellen. Diese Reichweite bietet natürlich auch enorme Werbemöglichkeiten für Unternehmen. Wenn Du Dein Unternehmen einer breiten und interessierten Zielgruppe präsentieren möchtest, findest Du bei uns die passenden Formate. Wir freuen uns darauf, von Dir zu hören und vielleicht schon bald Deine Geschichte zu erzählen oder Deine Werbebotschaft zu platzieren.