Cornelia Spachtholz vom Verband berufstätiger Mütter zu Gast bei „Trude Kuh“

Es ist ein Bild, das sich in Millionen von Haushalten Tag für Tag wiederholt: Der Wecker reißt die Familie aus dem Schlaf, es folgen hastiges Frühstück, das Packen von Brotdosen und der Sprint zur Schule, bevor es für die Eltern zur Arbeit geht. Ein alltäglicher Marathon, der eine tiefsitzende Frage aufwirft: Warum wird dieser anspruchsvolle Spagat zwischen Job und Familie auch heute noch überwiegend von Frauen gemeistert? Obwohl Gesetze wie das Mutterschutzgesetz oder das Bundesgleichstellungsgesetz rechtliche Gleichheit auf dem Papier festschreiben, sieht die Realität oft anders aus. Rollenbilder und unausgesprochene Erwartungen schränken die Entwicklungs- und Entscheidungsmöglichkeiten vieler Frauen nach wie vor ein. Um genau diese Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit zu schließen, war Cornelia Spachtholz, Vorstandsvorsitzende des Verbands berufstätiger Mütter, zu Gast in den TV-Studios von „Trude Kuh“, um im Gespräch mit Redaktionsleiter Georg Mahn über die Herausforderungen und Lösungsansätze für eine moderne, gleichberechtigte Gesellschaft zu sprechen.

Der lange Kampf für echte Gleichberechtigung

Seit seiner Gründung am Küchentisch in Köln im Jahr 1990 kämpft der Verband berufstätiger Mütter für bessere Rahmenbedingungen, die es Müttern und Vätern ermöglichen, Beruf und Familie ohne Nachteile zu vereinbaren. Cornelia Spachtholz erinnerte im Gespräch daran, dass die Gründerinnen es leid waren, dass ihre Erwerbstätigkeit von privaten Aushandlungsprozessen abhängig war. Aktionen wie „mit Windeln zum Rathaus“ machten schon früh auf die Notwendigkeit eines flächendeckenden Ausbaus von qualitativer Kinderbetreuung aufmerksam. Doch trotz vieler Fortschritte in den letzten Jahrzehnten brachte die Corona-Pandemie einen spürbaren Rückschritt. Alte Rollenbilder wurden plötzlich wieder dominant: Die Frau blieb zu Hause, während der Mann arbeiten ging. Spachtholz bezeichnete dies als einen „Schlag ins Gesicht“ für die bisherige Entwicklung, betonte aber auch, dass diese Krise zugleich neue Initiativen und eine Welle des Aktivismus, auch von vielen Vätern, ausgelöst habe. Der Verband selbst hat bereits 2007 erkannt, dass Gleichstellung nur gemeinsam mit den Vätern gelingen kann und diese aktiv in seine Arbeit einbezogen.

Gender Gaps: Von der Sorgearbeit bis zur Rente

Im Interview beleuchtete Cornelia Spachtholz drei zentrale Ungleichheiten, die sogenannten „Gender Gaps“, die die Lebensrealität vieler Frauen prägen. Den Anfang macht der „Gender Care Gap“, der die ungleiche Verteilung der unbezahlten Sorgearbeit beschreibt. Frauen leisten nach wie vor den Löwenanteil bei der Kindererziehung und der Pflege von Angehörigen. Diese investierte Zeit fehlt an anderer Stelle und führt direkt zum zweiten Problem, dem „Gender Pay Gap“. Die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen ist nicht nur eine Frage des Gehalts, sondern wird durch fehlende Boni-Berechnungen und andere Zusatzleistungen, die oft in männlich dominierten Führungspositionen üblich sind, noch verstärkt. Am Ende eines Erwerbslebens schlägt der Bumerang dann in Form des „Gender Pension Gap“ zurück. Die Rente, so Spachtholz, ist nur ein Spiegel der Erwerbsleistung, nicht der Lebensleistung. Altersarmut ist daher erschreckend oft weiblich. Um auf dieses drängende Problem aufmerksam zu machen, initiierte der Verband bereits 2014 den Equal Pension Day, begleitet von einem eindrucksvollen Film, der die Thematik emotional greifbar macht.

Wege aus der Ungleichheit: Politik, Unternehmen und jeder Einzelne

Auf die Frage, welche Seite – Männer oder Frauen – mehr Aufmerksamkeit benötige, antwortete Cornelia Spachtholz klar: Es geht um eine Balance. Anstatt dass eine Seite „runterkommt“, müsse eine echte Annäherung stattfinden. Die entscheidenden Hebel sieht sie jedoch bei der Politik und in den Unternehmen. Politische Entscheidungsträger müssen faktenbasierte Entscheidungen treffen und die zahlreichen Handlungsempfehlungen aus Studien endlich konsequent umsetzen. Unternehmen wiederum profitieren betriebswirtschaftlich von Familienfreundlichkeit durch höhere Produktivität, stärkere Mitarbeiterbindung und geringere Fluktuation. Dennoch herrscht hier oft noch Skepsis. Spachtholz kritisierte, dass die Vereinbarkeit von Beruf und Familie in vielen Betrieben einen unerklärlich schlechten Ruf habe. Sie argumentierte, dass auch vermeintlich „weiche“ Kompetenzen aus dem Familienalltag – wie Organisation, Planung und Koordination – als wertvolle Fähigkeiten anerkannt werden müssen. Ihr persönliches Beispiel, wie sie ihr Elternsein erfolgreich als Praxissemester im BWL-Studium anerkennen ließ, unterstreicht diese Forderung auf humorvolle Weise. Letztendlich sei Strukturwandel ohne gesetzliche Rahmenbedingungen kaum möglich, wie das Beispiel der Gurtpflicht im Auto eindrücklich zeige. Was einst ein Aufschrei war, ist heute eine Selbstverständlichkeit. Genau diesen Status müsse auch die Gleichstellung erreichen.

Wir von „Trude Kuh“: Deine Bühne für Verein und Unternehmen

Das Gespräch mit Cornelia Spachtholz vom Verband berufstätiger Mütter hat eindrucksvoll gezeigt, wie wichtig Engagement für gesellschaftliche Themen ist und welche Kraft dahinterstecken kann, wenn man für seine Überzeugungen einsteht. Wir von „Trude Kuh“ glauben fest daran, dass jede Stimme gehört werden sollte und dass eine große Reichweite dabei hilft, wichtige Botschaften zu verbreiten. Die inspirierende Arbeit des Verbands, die komplett ehrenamtlich geleistet wird, ist ein perfektes Beispiel dafür. Wenn auch Du in einem Verein aktiv bist und eine Geschichte zu erzählen hast, die mehr Menschen erreichen sollte, dann melde Dich bei uns! Wir bieten Dir die Plattform, Deinen Verein im Interview vorstellen zu können. Unser professionelles TV-Studio von „Trude Kuh“ steht bereit, um Deinem Anliegen die verdiente Aufmerksamkeit zu verschaffen. Aber nicht nur Vereine finden bei uns eine Bühne. Mit über 14,5 Millionen Kontakten im Monat sind wir auch für Unternehmen ein starker Partner. Wir bieten vielfältige Werbemöglichkeiten für Unternehmen, um Deine Marke, Deine Produkte oder Deine Dienstleistungen gezielt einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. Egal ob Du ein soziales Projekt vorantreiben oder Dein Unternehmen auf die nächste Stufe heben möchtest – bei „Trude Kuh“ findest Du die passenden Möglichkeiten, Deine Ziele zu erreichen und eine große, interessierte Zielgruppe anzusprechen. Nutze die Chance, Teil unserer wachsenden Community zu werden und Deine Vision mit der Welt zu teilen. Wir freuen uns darauf, von Dir zu hören und gemeinsam etwas zu bewegen.