Hans Schulz und Jörg Lindemann von der Interessensgemeinschaft „Gifft man een Viskeert up de heele Welt e.V.“ zu Gast bei „Trude Kuh“

Ein kleines Dorf in Ostfriesland, getaucht in das sanfte Morgenlicht, mit alten Backsteinhäusern, die sich um eine ehrwürdige Kirche schmiegen. Blühende Gärten säumen die Straßen, auf denen sich die Menschen noch mit einem herzlichen „Moin“ grüßen. Es ist ein Bild wie von einer Postkarte, ein Ort namens Viskeert, der still, friedlich und fast wie aus der Zeit gefallen scheint. Doch hinter dieser romantischen Fassade verbergen sich die Risse der modernen Zeit: verlassene Häuser, leere Straßen und das leise Verblassen alter Geschichten. Die Idylle ist zerbrechlich. Doch genau hier, inmitten dieser Realität, gibt es Menschen, die nicht tatenlos zusehen. Menschen, die anpacken, die aus einem baufälligen Gebäude wieder einen lebendigen Treffpunkt machen und Gemeinschaft wachsen lassen, wo andere nur Stillstand sehen. Dieses Engagement trägt einen besonderen Namen: die „Interessengemeinschaft Gifft man een Viskeert up de heele Welt e.V.“. Über ihre Arbeit, die Herausforderungen nach einem schweren Brand und die Kraft des Zusammenhalts sprachen der erste Vorsitzende Hans Schulz und Kassenwart Jörg Lindemann mit Redaktionsleiter Georg Mahn in den TV-Studios von „Trude Kuh“.

Ein Name, der verbindet: Die Mission der Interessensgemeinschaft

Der Name des Vereins, „Interessengemeinschaft Gifft man een Viskeert up de heele Welt e.V.“, ist so einzigartig wie das Dorf selbst. Hans Schulz erklärte die Bedeutung hinter dem plattdeutschen Wahlspruch „Es gibt nur ein Viskeert auf der ganzen Welt“. Entstanden in den 1950er oder 60er Jahren in einer Dorfgastwirtschaft, ist dieser Satz bis heute ein Symbol für die starke Verbundenheit und den Stolz der Bewohner auf ihren Heimatort. Die Interessensgemeinschaft, gegründet im Jahr 2001, hat es sich zur Aufgabe gemacht, genau diese dörflichen Strukturen zu fördern und zu erhalten. Ein zentraler Ankerpunkt ihrer Arbeit ist das Jugend- und Kulturhaus, ein ehemaliger Kolonialwarenladen. Die Gründung des Vereins war eine direkte Reaktion auf den drohenden Verfall des Gebäudes, wie Hans Schulz berichtete. Ende der 90er Jahre war das Haus so baufällig geworden, dass es aus Sicherheitsgründen gesperrt werden musste. Dank des Engagements des damaligen Ortsvorstehers und vieler Freiwilliger aus dem Dorf konnte das Haus in Eigenregie saniert und als Begegnungsstätte wiederbelebt werden. Heute ist es der Schauplatz für vielfältige Veranstaltungen, von musikalischen Frühschoppen über Dorfführungen bis hin zu traditionellen Teezeremonien, die das kulturelle Leben im Ort bereichern.

Zwischen Schock und Aufbruch: Der Wiederaufbau nach dem Brand

Das vergangene Jahr stellte den Verein vor eine immense Herausforderung. Am 9. Mai 2023 brach im Jugend- und Kulturhaus ein Feuer aus. Schnell stand der Verdacht der Brandstiftung im Raum, was für die engagierten Mitglieder ein schwerer Schock war. Die Bilder des Feuers und der anschließenden Zerstörung waren ein herber Rückschlag. Jörg Lindemann beschrieb die Fassungslosigkeit, aber auch die sofort einsetzende Welle der Hilfsbereitschaft. Die Dorfgemeinschaft rückte noch enger zusammen, getreu dem Motto: Man darf sich nicht unterkriegen lassen. Obwohl der Frust manchmal groß sei, wenn man seine Freizeit investiert, während andere entspannen, überwiegt die Motivation, das Erreichte nicht aufzugeben. Der Wiederaufbau begann erstaunlich schnell. Bereits zwei Tage nach dem Brand stand ein Gerüst, das Dach wurde abgedichtet und noch vor Ende der Sommerferien war es neu eingedeckt. Doch bürokratische Hürden, Abstimmungen mit der Versicherung und der Denkmalschutzbehörde bremsten den anfänglichen Optimismus. Die Ausschreibungen für den Innenausbau sind inzwischen auf dem Weg, und der Verein hofft, im September 2026 wieder in sein Haus einziehen zu können – pünktlich zum 25-jährigen Jubiläum.

Kultur, Gemeinschaft und die Suche nach Nachwuchs

Trotz der Widrigkeiten pulsiert das kulturelle Leben in Viskeert weiter. Die Interessensgemeinschaft ist ein Motor für zahlreiche Events. Ein Highlight war das „Rendezvous der Chöre“, bei dem unter anderem ein Chor aus Baden-Württemberg zu Gast war und die ostfriesische Kultur hautnah erlebte. Auch eine Fahrt zur Düsseldorfer Oper, die „Viskeert Goes Opera“, wurde organisiert, um auch denjenigen den Zugang zu Hochkultur zu ermöglichen, die es sich sonst nicht leisten könnten. Diese Veranstaltungen zeigen, wie wichtig es dem Verein ist, Kultur für alle zugänglich zu machen und Freude in den Alltag der Menschen zu bringen. Doch wie viele Vereine bundesweit kämpft auch die Interessensgemeinschaft mit der Nachwuchsgewinnung. Jörg Lindemann schilderte die Schwierigkeit, junge Familien für ehrenamtliche Tätigkeiten zu begeistern. Während sie gerne an den Veranstaltungen teilnehmen, fehlt oft die Bereitschaft, selbst aktiv mitzuwirken. Hinzu kommt ein wachsender bürokratischer Aufwand, der gerade die Übernahme von Vorstandsposten wie dem des Kassenwarts zu einer komplexen Aufgabe macht. Dennoch blickt der Verein hoffnungsvoll in die Zukunft und plant bereits die Feierlichkeiten zum 25-jährigen Jubiläum, das wieder mit einem großen Chorfestival zelebriert werden soll.

Werden auch Sie Teil unserer Gemeinschaft

Wir von „Trude Kuh“ waren tief beeindruckt von dem Engagement und dem unbändigen Willen der Interessensgemeinschaft „Gifft man een Viskeert up de heele Welt e.V.“, ihr Dorf lebendig zu halten und kulturelle Begegnungen zu schaffen. Das Gespräch mit Hans Schulz und Jörg Lindemann hat gezeigt, wie wichtig ehrenamtliche Arbeit für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft ist. Wenn auch Du einen Verein oder ein besonderes Projekt hast, das Du gerne einem breiten Publikum vorstellen möchtest, dann melde Dich bei uns! Nutze die Chance und präsentiere Deinen Verein im Interview vorstellen in unserem professionellen TV-Studio von „Trude Kuh“. Wir bieten Dir die Plattform, um Deine Geschichte zu erzählen und andere Menschen für Deine Sache zu begeistern. Unsere Plattform „Trude Kuh“ erreicht über 14,5 Millionen Kontakte im Monat und bietet damit eine enorme Reichweite. Diese Reichweite ist nicht nur für Vereine interessant, sondern eröffnet auch Unternehmen exzellente Möglichkeiten, ihre Marke sichtbar zu machen. Wenn Du als Unternehmerin oder Unternehmer auf der Suche nach effektiven und authentischen Werbeplattformen bist, solltest Du Dir unsere vielfältigen Werbemöglichkeiten für Unternehmen genauer ansehen. Erreiche eine große und engagierte Zielgruppe und verbinde Deine Marke mit positiven und inspirierenden Geschichten aus der Mitte der Gesellschaft. Wir freuen uns darauf, von Dir zu hören und gemeinsam etwas zu bewegen!