Wenn die Post zum Gegner wird und der Briefkasten zur Angstzone, spitzt sich ein stilles Drama zu, das in vielen Küchen beginnt: Rechnungen werden sortiert, Mahnungen verschoben, Konten geraten aus dem Takt. Ein einziger Schicksalsschlag – Krankheit, Jobverlust, Trennung – genügt, um das Kartenhaus des Alltags ins Wanken zu bringen. In solchen Momenten werden Helfer gebraucht, die nicht moralisch belehren, sondern pragmatisch anpacken, zuhören, Optionen prüfen, Wege ebnen. Genau hier setzt der Verein für Existenzsicherung aus Karlsfeld an. Vorstand Johann Tillich, seit 1986 im Einsatz und mit profundem Einblick in die Finanzwelt, erklärt im Gespräch, warum Schulden heute komplexer sind als früher, wie Corona-Rückforderungen Unternehmen in die Knie zwingen und wieso Insolvenz oft kein Endpunkt, sondern ein Neustart ist. Das Interview wurde geführt von Redaktionsleiter Georg Mahn.
Wenn Hilfen zur Falle werden: Corona, Rückforderungen und die kalte Realität
Viele Firmen nutzten in der Pandemie staatliche Hilfen, um Gehälter zu sichern, Mieten zu zahlen, Betriebe über Wasser zu halten. Heute stehen sie vor Rückforderungen, weil Förderstatuten nachträglich präzisiert wurden und Nachweise fehlen. Laut Tillich trifft das Gastronomie, Einzelunternehmen und Kapitalgesellschaften gleichermaßen. Die Erwartung, „bitte zahlen Sie zurück“, wirkt für Betroffene wie ein schlechter Scherz – doch rechtlich gebe es kaum Hebel: „Die Forderungen sind gerechtfertigt“, sagt Tillich nüchtern. Sein Rat ist darum oft klar und überraschend entlastend: rechtzeitig Insolvenz anmelden, Schulden konsolidieren und den Betrieb ohne Altschulden fortführen. Ein Friseurbeispiel zeigt die Logik: Statt gescheiterter 36-Monatspläne mit Gläubigern zahlt die Unternehmerin nun 150 Euro monatlich an den Insolvenzverwalter, arbeitet weiter, und alles Erwirtschaftete gehört ihr – Neustart statt Stigmata.
Überschuldung im Alltag: Null-Prozent-Fallen, Zinsen und die Rolle von Banken
Privat wächst der Druck ebenfalls. Rund 5,5 bis 5,6 Millionen Erwachsene gelten als überschuldet, 27 Prozent der Haushalte haben keine Ersparnisse. Tillich beschreibt die „Ratenfalle“: viele kleine Kredite werden unterschätzt, Null-Prozent-Finanzierungen wirken harmlos, doch Überziehungen schlagen mit 14 bis 18 Prozent zu. Selbstverschuldete und unverschuldete Krisen vermischen sich – digitale Kreditangebote machen es leichter, den Überblick zu verlieren. Banken seien keine Freunde, sondern Verkäufer mit Zielvorgaben, so Tillich, der aus über 5.000 Verhandlungen berichtet. Beispiele reichen von Bausparverträgen für 80-Jährige bis zu Baufinanzierungen mit zu kurzer Zinsbindung, die nun bei 4 Prozent Zins die Raten verdreifachen. Ergebnis: Druck nimmt zu, Rückabwicklungen häufen sich, die Beziehung Kunde–Bank wird rauer.
Immobilien, Gutachten und Unterdeckungen: Wenn Werte kippen
Ein Fall aus Bönen zeigt die Schlagseite: 250 Wohnungen wurden einzeln zu etwa 150.000 Euro verkauft, der tatsächlich belastbare Wert lag bei 50.000 bis 55.000 Euro. Wer so unterschreibt, ist mit dem Vertrag bereits ruiniert – ein klassischer Werthaltigkeitsbruch. Banken geraten in Unterdeckung, die BaFin beobachtet genau und kann bei systemischen Risiken eingreifen. Tillichs Ansatz ist dann koordinierend: Betroffene bündeln, Vertrieb, Bauträger und Banken gemeinsam verklagen, professionell verhandeln, statt isoliert zu scheitern. Dafür braucht es Beratung, die Finanzen wirklich versteht – nicht nur die formale Schuldenseite.
Früher kommen, mehr retten: Umschulden statt untergehen
Ein Karlsfelder Hausbesitzer mit hoher Kleinkreditlast zeigt, wie Umschuldung Druck nehmen kann: Immobilienwert solide, Kleindarlehen teuer, Rate 3.200 Euro – bis die finanzierende Bank nach Verhandlung die Raten um 2.000 Euro senkt und Kleinkredite aufs Objekt umschichtet. Solche Lösungen entstehen nur mit Finanzkenntnis und Tempo. Tillichs Team prüft binnen 15 Minuten, ob eine Umfinanzierung aussichtsreich ist, statt monatelang zu warten. Der erste Weg ist stets außergerichtlich: Schulden zusammenführen, Laufzeiten sinnvoll strecken, Zinsen senken. Erst wenn das nicht trägt, wird Insolvenz als sauberer Neustart empfohlen.
Wissen schützt: Finanzbildung, Fehlanreize und klare Kosten
Finanzbildung fehlt oft schon in der Schule, sagt Tillich. Darum werden Produkte wie Lebensversicherungen und Bausparverträge abgeschlossen, deren Logik nicht verstanden ist – „legaler Betrug“ nennt Tillich Lebensversicherungen zugespitzt, weil viele vorzeitig kündigen und Verluste tragen. Sein pragmatischer Tipp: Angebote extern prüfen lassen, 100 bis 150 Euro investieren, um Fehlentscheidungen zu vermeiden. In Sachen Beratungskosten setzt der Verein auf Transparenz: Verbraucherinsolvenz pauschal 1.700 Euro plus Mehrwertsteuer, Firmeninsolvenz 2.200 Euro plus Mehrwertsteuer – Begleitung von Beginn bis zur Restschuldbefreiung über drei Jahre inklusive. Sprachkompetenz im Team (unter anderem Bulgarisch, Rumänisch, Italienisch, Türkisch, Marokkanisch, Kroatisch) senkt Hürden, gerade für Zugewanderte.
Ausblick: Mehr Insolvenzen, weniger Wegsehen – und jetzt handeln
Die Zeichen deuten auf harte Jahre: Firmeninsolvenzen stiegen zwischen November und Dezember zuletzt um 19 Prozent in nur einem Monat. Politische Reaktionen blieben spärlich, die EU verkürzte immerhin die Laufzeit der Privatinsolvenz in Deutschland von sechs auf drei Jahre. Tillich fordert Waffengleichheit bei Beratungsstellen: Entweder alle, auch Anwälte und Wirtschaftsprüfer, staatlich finanzieren oder keine – so würden Wartezeiten sinken und Qualität steigen. Die wichtigste Botschaft bleibt schlicht: nicht warten, Hilfe holen. Wer früh kommt, hat mehr Optionen. Tillichs Erfolgsquote liegt bei rund 90 Prozent – ein Wert, der Hoffnung macht, wenn man den ersten Schritt geht.
Deine Einladung in unser TV-Studio und die wichtigsten Punkte kurz für Dich
Wir von „Trude Kuh“ laden Dich ein: Wenn Du einen Verein führst oder ein Unternehmen betreibst, das seine Arbeit im TV sichtbar machen will, komm zu uns ins TV-Studio und stell Dich vor. In unserem Gespräch mit Johann Tillich vom Verein für Existenzsicherung ging es um knallharte Realitäten und echte Lösungen: Corona-Rückforderungen treiben Firmen in die Insolvenz, Privatpersonen geraten durch Null-Prozent-Fallen und hohe Dispozinsen ins Schleudern, Immobilienwerte können kippen, doch Umschuldung, professionelle Verhandlungen und – wenn nötig – eine rechtzeitig eingeleitete Insolvenz eröffnen einen echten Neustart. Du willst mehr über uns und unsere Reichweite wissen? „Trude Kuh“ erzielt über 14,5 Mio. Kontakte im Monat, bietet starke Sichtbarkeit und vielseitige Formate für Dein Thema und Deine Marke. Wenn Du Deinen Verein vorstellen möchtest, schau direkt auf „Trude Kuh“, buch Dir einen Termin für das TV-Studio von „Trude Kuh“, nutze unsere Seite, um Deinen Verein im Interview vorstellen zu können, und informiere Dich zu unseren Werbemöglichkeiten für Unternehmen. Wir von „Trude Kuh“ produzieren aufmerksamkeitsstarke Inhalte, führen professionell durch das Gespräch und sorgen für maximale Reichweite – wenn auch Du Deinen Verein sichtbar machen, Menschen erreichen oder smarte Werbung für Deine Firma schalten willst, dann melde Dich bei uns und komm in unser TV-Studio von „Trude Kuh“.


