Julia Siebert und Christel Honnigfort vom Ortsverband Emsland-Mitte des Deutschen Kinderschutzbundes zu Gast bei „Trude Kuh“

Wenn von Kindheit die Rede ist, malen sich viele ein helles Panorama aus: der Duft frisch gemähter Gärten, bunte Ranzen vor der Schule, Fahrräder, die gegen Zäune lehnen, und Kerzen, die ein Geburtstagskind anstrahlen. Doch die Wirklichkeit hat Schatten. Manchmal sind es Lasten, die kaum einer sieht – Gewalt, Kontrolle, Angst und die stille Not, die hinter Türen und in sozialen Räumen entsteht. Genau hier setzt der Ortsverband Emsland-Mitte des Deutschen Kinderschutzbundes an. In den „Trude Kuh“ TV-Studios sprachen Julia Siebert, Leiterin der Beratungsstelle für Gewalt gegen Kinder und Jugendliche, und Schatzmeisterin Christel Honnigfort über die wachsende Verantwortung, knappe Ressourcen und konkrete Hilfe, die vom ersten Anruf bis zur langfristigen Begleitung reicht. Moderation: Redaktionsleiter Georg Mahn.

Gewalt ist nicht nur ein Großstadtthema: Sichtbar machen, wo andere wegsehen

Die beiden Gäste räumen mit einem hartnäckigen Mythos auf: Gewalt gegen Kinder sei ein urbanes Phänomen. Der Kinderschutzbund zählt über 350 Orts- und Kreisverbände – und der Ortsverband Emsland-Mitte zeigt seit 1993, dass die Probleme auch auf dem Land präsent sind. Fachkräfte aus Kitas, Schulen und Medizin melden sich ebenso wie Eltern und Betroffene; die Beratungsstelle ist vertraulich, niederschwellig und kostenlos. Viele Fälle beginnen mit einem Verdacht, selten mit einem klaren Geständnis. Gerade deshalb braucht es eine professionelle, ruhige und systematische Herangehensweise, die Belastungen erkennt, Ressourcen stärkt und Orientierung gibt. Der gesellschaftliche Wandel ist spürbar: Das Schweigen wird leiser, die Bereitschaft, Hilfe zu holen, wächst. „Hilfe holen heißt Mut zeigen“ – ein Leitgedanke, den das Team in jede Begegnung trägt.

Beratungsstelle mit Herz und System: 1:1-Hilfe, Prävention und Netzwerke

Was geschieht, wenn jemand die Nummer der Beratungsstelle wählt? Zunächst zuhören, sortieren, entlasten. Die 1:1-Beratung richtet sich an Kinder, Jugendliche, Eltern und Fachkräfte, telefonisch, per E-Mail oder vor Ort. Bei Kindern arbeitet das Team spieltherapeutisch, mit themenspezifischen Übungen, um ohne Druck über schweres Erlebtes sprechen zu können. Gleichzeitig bleibt die Beratungsstelle bewusst frei von Bewertung: Richten ist Aufgabe der Gerichte, hier zählt, was das Kind belastet und was es stärkt. Viele Fälle wachsen über Wochen und Monate, oft mit festen Terminrhythmen, weil Beziehung die Grundlage erfolgreicher Arbeit ist. Die Präventionsarbeit bildet das zweite Standbein: Workshops in Schulklassen, Wissensvermittlung für Erwachsene, Stärkung von Kinderrechten und Sozialkompetenzen sowie die Entwicklung von Gewaltschutzkonzepten für Institutionen. Denn Gewalt kann überall passieren – in Schule, Kita, Vereinen, im Freundeskreis und online –, entsprechend breit muss die Antwort sein.

Zwischen Supervision und Psychohygiene: Professionell helfen, selbst stabil bleiben

Wer täglich mit schweren Geschichten konfrontiert ist, braucht eigene Schutzräume. Das Team setzt auf regelmäßige Supervision und Intervision, stellt Fälle anonymisiert vor, prüft Perspektiven und entlastet sich im Kollegenkreis. Psychohygiene ist kein Schlagwort, sondern gelebte Praxis: Für Kinder den Weg zu Stabilität zeigen – und auch selbst konsequent darauf achten. Die digitale Beschleunigung verschärft die Lage: Cybermobbing, Verbreitung problematischer Inhalte, manipulative Kontaktaufnahmen – diese Themen erreichen längst Grundschulen im Emsland. Die Antwort bleibt bewusst menschlich: persönliche Gespräche, Präsenz vor Ort, Sensibilisierung. Social Media hilft, Menschen zu informieren, doch echte Prävention entsteht im direkten Dialog, in Klassen, Kita-Gruppen und Teams, die hinschauen und handeln.

Finanzen und Ehrenamt: Damit Hilfe nicht am Budget scheitert

Hilfe kostet Geld – Räume, Fachpersonal, Materialien, Fortbildungen. Der Ortsverband erhält Unterstützung vom Landkreis Emsland sowie von den Städten Meppen, Haselünne, Haren, Herzlake, Geeste und Twist. Dennoch klafft eine Finanzierungslücke: Rund 150.000 Euro Fördergelder stehen jährlichen Ausgaben von etwa 400.000 Euro gegenüber. Das Delta muss jedes Jahr neu geschlossen werden, über Mitgliedsbeiträge, Bußgelder, Spenden und Veranstaltungen. Die Ehrenamtlichen sind dabei unverzichtbar – sie backen, organisieren, sammeln, tragen die Arbeit nach außen. Sie sind bewusst nicht in Fallarbeit eingebunden, damit Datenschutz und Professionalität gewahrt bleiben. Events wie der Weltkindertag in Meppen, Weihnachtsmärkte in Haren oder Benefizauftritte stärken die Lobby und die öffentliche Sichtbarkeit. Selbst kreative Projekte, etwa ein Kochbuch zugunsten des Kinderschutzbundes, zeigen: Der Verein ist erfinderisch und tatkräftig – und er braucht stabile öffentliche Unterstützung.

Was Betroffenen hilft: Sichtbarkeit, Mut und ein klarer Weg

Das Ziel ist nicht nur, akute Not zu lindern, sondern langfristig Sicherheit und Entwicklung zu ermöglichen. Kinder und Jugendliche sollen wieder stark durch ihren Alltag gehen können, Eltern und Umfeld lernen, wie gute Beziehungen und Gespräche gelingen, Institutionen erhalten passgenaue Gewaltschutzkonzepte. Die Beratungsstelle arbeitet dabei mit klarer Haltung: nicht bohren, nicht drängen, aber genau hinsehen und die Themen annehmen, die Kinder und Jugendliche selbst einbringen. Viele beginnen mit kleinen Schritten, doch Kontinuität schafft Vertrauen, und Vertrauen ebnet den Weg für Veränderung. Prävention und Beratung sind zwei Seiten derselben Medaille – sie sorgen dafür, dass aus stiller Not hörbare Hilfe wird und aus Angst wieder Perspektive.

Einladung an Dich: Mit „Trude Kuh“ vernetzen, informieren und werben

Wir von „Trude Kuh“ haben mit diesem Gespräch die wichtigsten Themen auf den Punkt gebracht: Gewalt gegen Kinder ist auch im ländlichen Raum Realität, der Ortsverband Emsland-Mitte des Deutschen Kinderschutzbundes bietet vertrauliche 1:1-Beratungen, nachhaltige Präventionsarbeit und Gewaltschutzkonzepte für Institutionen, finanziert durch Fördermittel, Spenden und viel Ehrenamt, und setzt bei allen Fällen auf Beziehung, Ressourcenstärkung und Mut. Wenn Du einen Verein vorstellen möchtest, melde Dich bei uns – in unserem TV-Studio von „Trude Kuh“ entsteht genau der Raum, den gute Arbeit verdient, sichtbar und mit Herz; besuche uns auf „Trude Kuh“ und lerne das TV-Studio von „Trude Kuh“ kennen, in dem wir auch Deinen Verein ins Rampenlicht holen; wenn Du einen Verein im Interview vorstellen willst, sind wir für Dich da, von Redaktion bis Produktion; und falls Du als Unternehmen Reichweite brauchst: „Trude Kuh“ erzielt über 14,5 Mio. Kontakte im Monat – starke Bühne, starke Community, starke Wirkung, alle Infos findest Du zu den Werbemöglichkeiten für Unternehmen; wir laden Dich ein, Teil dieser Sichtbarkeit zu werden, denn gute Projekte brauchen Öffentlichkeit und starke Marken verdienen Aufmerksamkeit – lass uns reden, wir freuen uns auf Dich.