Julya Dünzl von Initiative Lebenstiere zu Gast bei „Trude Kuh“

Es gibt Worte, die wärmen das Herz. Und es gibt Worte, die frösteln lassen. An diesem Tag im TV-Studio von „Trude Kuh“ zieht ein Gespräch die feine Linie zwischen beidem: Liebe und Leben auf der einen Seite, Nutzen und wirtschaftliche Verwertung auf der anderen. Die Bilder sind lebendig – eine Hand, die den Bauch von Juna krault, ein spielender Ball für Gerda, die beinahe ein Spanferkel geworden wäre, eine Herde Heckrinder, die einer vertrauten Stimme über Wiesen und durch Wald folgt. Es sind Momente, die den Blick verändern: weg vom Begriff Nutztier, hin zur Würde des Lebens. Zu Gast ist die erste Vorsitzende, Julya Dünzl, die gemeinsam mit Initiativen und Höfen zeigt, dass ein anderes Miteinander möglich ist. Moderiert wurde das Gespräch von Redaktionsleiter Georg Mahn.

Vom Notfall zur Bewegung: Wie aus einer Rettung ein Verein entstand

Der Ursprung der Initiative Lebenstiere liegt in einer großen Rinderrettung. Ein Betrieb wurde vom Veterinäramt aufgelöst, ein Landwirt erhielt ein Rinderhaltungsverbot – und plötzlich stand die Frage im Raum: Was passiert mit den Tieren? Julya Dünzl und Mitstreiter suchten Kooperationspartner, sprachen mit landwirtschaftlichen Betrieben und beschlossen, die Arbeit professioneller aufzustellen. So entstand 2016 die Initiative Lebenstiere in Schlitz im Osten des mittelhessischen Vogelsbergkreises. Zehn Jahre später feiert der Verein nicht nur ein Jubiläum, sondern vor allem Haltungen, Entscheidungen und Wandlungen, die aus Höfen Lebenshöfe machen. Ein Lebenstier, so erklärt Dünzl, ist ein Tier, dessen Wert nicht am wirtschaftlichen Nutzen gemessen wird, sondern an seinem Leben selbst. Das klingt simpel und ist im Alltag radikal: Es meint die Loslösung von Schlachtung und Produktivität, es meint Versorgung, Pflege und Zeit.

Transformation auf dem Hof: Mut, Umbau und ein neues Verständnis von Verantwortung

Viele Wege beginnen mit Mut. Ein Beispiel: Ein landwirtschaftlicher Betrieb mit Anbindehaltung im Winter, Weidegang im Sommer. Gesetzlich erlaubt, praktisch geübte Tradition – und emotional nicht mehr tragbar für den Landwirt, der seine Tiere kannte und nicht länger zum Schlachter bringen wollte. Die Initiative Lebenstiere übernahm die Tiere unter Vereinsschutz, stellte mit dem Landwirt den Betrieb um, baute Ställe um, schuf ganzjährige Bewegungsfreiheit und beendete die Nutzung. Damit das funktioniert, erhält der Landwirt pro Tier eine Pauschale für gesicherte Versorgung und als Aufwandsentschädigung. Es ist nicht nur eine bauliche, sondern eine soziale Transformation. Innerhalb der Landwirtschaft gibt es Fragen, Skepsis und Rechtfertigungsdruck, denn hier stellt sich jemand gegen eine starke Lobby und gegen das Mantra maximaler Produktivität. Dünzl weiß: Dieser Schritt verlangt Haltung. Und er wirkt über den Hof hinaus, weil Nachbarn, Gemeinden und andere Betriebe sehen, dass es anders geht.

Geschichten, die berühren: Juna, Tina, Gerda und Lea

Die Kraft der Veränderung zeigt sich im Kleinen. Juna, aus einem Ferkelproduktionsbetrieb, zu klein geraten, wäre getötet worden. Stattdessen schläft sie ein, wenn man ihren Bauch krault. Tina, ihre Schwester, versteckt sich im Stroh, das sie früher nie hatte. Und Gerda? Ein Kegelverein wollte ein Spanferkel als Preis, doch die Gewinnerin verweigerte das Ritual. Heute spielt Gerda mit Bällen und liefert aktuelle Bilder, über die sich selbst die enttäuschten Kegelbrüder freuen können. Hinter jeder Rettung steckt eine Geschichte, hinter jedem Tier stehen Ehrenamtliche, die Verantwortung übernehmen und das große Ganze menschlicher machen. Auch Lea, ein Holsteinkalb, ist so eine Geschichte. Statt Färsenmast lernt sie das Halfter, geht neugierig über das Floß, probiert Wasser – ein Leben, das nicht als Produktionsleistung beschrieben wird, sondern als Erlebnis und Charakter.

Natur, Klang und Nähe: Wenn Rinder folgen und Zwergrinder Musik lieben

Die Bilder aus dem Biosphärenreservat Rhön sind ein anderes Kapitel: Eine Herde Heckrinder, nah am Auerochsen, die frei durch Wald und Wiesen hinterherlaufen, gerufen von einer vertrauten Stimme, geführt zum Sommergelände, mit sichtbarer Freude. Es ist Landschaftspflege, aber auch Landschaftserleben. Und dann Musik: Eine Ehrenamtliche setzt sich mit einer Handpan in den Stall, spielt und schaut, was geschieht. Lizzy, ein Zwergzebu, untersucht das Instrument, schleckt es ab, entspannt sich. Es sind diese Bilder, die den Blick auf Tiere ändern: neugierig, sozial, musikalisch empfänglich, individuell. Wer Tiere auf ihren Nutzen reduziert, verpasst den Reichtum ihrer Verhaltensweisen. Genau hier setzt die Initiative an, mit Patenschaften, Spenden und Projekten, die nicht nur retten, sondern Beziehungen stiften.

Engagement und Gegenwind: Wie Diskussionen zu Reflexion werden

Wer schützt, wird oft zur Zielscheibe. In sozialen Medien erlebt die vegane Community Anfeindungen, und auch Dünzl gerät zuweilen in Rechtfertigungsketten. Ihr Ansatz: fragen statt belehren. Warum tust du, was du tust? Was bedeutet es für das Tier? Ist Wert nur wirtschaftlich? Es sind Fragen, die Gedanken öffnen. Argumente, die oft im Alltag funktionieren, werden brüchig, sobald man den Blick auf das Einzelwesen richtet. Der Dackel der Oma hat ein gutes Leben – niemand würde ihn als Sonntagsbraten sehen. Warum soll das für Kühe anders gelten? Dünzl weiß, dass man rational schnell in Not gerät, wenn man versucht, Würde und Schlachtung zu versöhnen. Sie setzt deshalb auf Bilder, Begegnungen und Geschichten, die nah sind. Der Verein zählt aktuell 50 Mitglieder und über 2000 Patenschaften. Patenschaften sind essenziell, doch ebenso wichtig sind Spenden, um bei Notfällen schnell handeln, Transporte und Tierarztkosten zahlen und Klinikaufenthalte möglich machen zu können. Öffentlichkeitsarbeit gehört dazu, denn ohne Sichtbarkeit bleiben Oasen allein, statt zu Leuchttürmen zu werden.

Einladung, Überblick und Möglichkeiten für Dich

Wir von „Trude Kuh“ haben mit Julya Dünzl von Initiative Lebenstiere über Oasen des guten Lebens, mutige Hoftransformationen, gerettete Tiere wie Juna, Gerda und Lea, über Musik im Stall und über die Kraft von Patenschaften und Spenden gesprochen – und wenn Du mit Deinem Verein ebenfalls zeigen willst, dass Wandel möglich ist, dann melde Dich bei uns. Wir bieten Dir im „Trude Kuh“ Kosmos die Bühne, unser TV-Studio von „Trude Kuh“ ist der Ort für starke Geschichten und klare Haltungen, und wenn Du Deinen Verein im Interview vorstellen möchtest, begleiten wir Dich von der Idee bis zur Ausstrahlung. Wir erreichen über 14,5 Mio. Kontakte im Monat – das ist Reichweite, die sich sehen lassen kann und echtes Potenzial für Sichtbarkeit und Wirkung. Deshalb sind unsere Formate auch für Unternehmen spannend, die auf verlässliche Präsenz setzen: Informiere Dich jetzt über Werbemöglichkeiten für Unternehmen, denn im Zusammenspiel aus Journalismus, Emotion und Reichweite werden Marken erlebbar. Wenn Du also ein Verein bist, der Transformation vorlebt, oder ein Unternehmen, das glaubwürdig werben will, dann komm zu uns ins TV-Studio von „Trude Kuh“, stelle Deine Arbeit vor, erreiche Menschen, die zuhören, und nutze die Chance, mit uns Dein Thema stark zu präsentieren.