Ein flackerndes Schwarz-Weiß, ein kleiner Körper, der sich dreht, das leise Pulsieren eines Bandes, das alles trägt: die Nabelschnur. Der erste sichere Ort eines Menschen, noch bevor die Welt berührt wird. Doch dieses Band des Lebens trägt beides – Schutz und Gefahr. Denn alles, was im Körper der Mutter ist, erreicht auch das Kind. Alkohol passiert diese unsichtbare Grenze mühelos und trifft ein Gehirn, das gerade erst beginnt, sich zu formen. Ein Thema, das selten sofort sichtbar ist, in den ersten Wochen und Monaten nur ein kaum hörbares Flüstern, das sich erst Jahre später zu einem lauten Echo im Alltag entwickelt. Genau darüber sprechen Katrin Lepke, stellvertretende Vorsitzende, und Sina Hankofer, Beisitzerin, von FASD Deutschland e.V. im „Trude Kuh“ TV-Studio. Das Gespräch führte Redaktionsleiter Georg Mahn.
FASD: Eine vermeidbare Behinderung – und eine unterschätzte Realität
Jährlich werden in Deutschland rund 10.000 Kinder mit einer fetalen Alkoholspektrumstörung (FASD) geboren. Studien gehen von etwa 1,5 Prozent Betroffenen in der Bevölkerung aus, mit hoher Dunkelziffer durch Fehldiagnosen. Die Botschaft des Vereins FASD Deutschland e.V. aus Lingen im niedersächsischen Landkreis Emsland ist klar und unmissverständlich: FASD ist eine angeborene, nicht heilbare, neuroentwicklungsbedingte Behinderung, die vollständig vermeidbar ist. Der sicherste Weg lautet: Schwanger – dann kein Alkohol. Kein „Gläschen“, kein „nur ein Schluck“, denn niemand kann festlegen, in welcher Phase der Schwangerschaft welche Menge Alkohol welche Schäden verursacht. Das Gehirn ist die gesamte Schwangerschaft über vulnerabel, und jeder Schluck ist ein Schluck zu viel. Genau diese scheinbar kleinen Relativierungen – „ein bisschen“, „nur heute“, „ist doch nicht so schlimm“ – sind es, die den gesellschaftlichen Blick romantisieren und verharmlosen. FASD Deutschland e.V. stellt dem eine klare, evidenzbasierte Aufklärung entgegen.
Von der Diagnose zur Gemeinschaft: Der Weg, der trägt
Katrin Lepke beschreibt eindrücklich, wie ihre Familie nach der Diagnose FASD für die Adoptivtochter zunächst allein auf weiter Flur stand. Keine Bücher, keine Materialien, kaum Ansprechpartner. Früh zeigten sich Fütter- und Saugstörungen, Krankenhausaufenthalte wurden Routine, und bereits im dritten Lebensmonat kam die Diagnose. Es ist ein Lebensweg, der begleitet, nicht geheilt wird. Therapien können fördern, Strategien können helfen, doch viele Betroffene bleiben auch als Erwachsene auf Unterstützung angewiesen – ganz oder in Teilbereichen. Das macht die Arbeit des Vereins so elementar: Er schafft Räume, in denen Betroffene und Bezugspersonen sich auf Augenhöhe treffen und austauschen können. Ob Wochenenden für Erwachsene mit FASD und einer Begleitperson oder Familienfortbildungsfreizeiten – diese Orte geben Kindern und Erwachsenen die Freiheit zu sagen: Hier kann ich sein, wie ich bin. Ich muss nicht erklären, warum ich anders reagiere, denke, lerne. Denn FASD ist häufig unsichtbar: Gesichtsmerkmale können fehlen, Größen- oder Gewichtsabweichungen sind nicht zwingend, Merkmale wachsen sich teilweise aus. Das unsichtbare Handicap bleibt und verlagert die Last auf ständige Erklärung. Eltern und Bezugspersonen erleben, wie sie immer wieder neu begründen müssen, warum Therapieansätze anders greifen, warum Regeln anders funktionieren, warum Exekutivfunktionen beeinträchtigt sind. FASD ist oft ein doppeltes Tabu – die unsichtbare Behinderung und das Stigma rund um Alkohol in der Schwangerschaft.
Prävention mit Herz und Haltung: Der Otterkugi-Film und die Sprache der Kinder
Wie erreicht man Kinder und ihr Umfeld, ohne zu verletzen, ohne zu stigmatisieren? Mit Geschichten, die berühren, ohne zu beschämen. Der kleine Otterkugi – ein Film, den FASD Deutschland e.V. entwickelt hat – erzählt kindgerecht, was passiert, wenn süß schmeckendes, prickelndes Wasser am falschen Ort getrunken wird. Er erklärt, warum Kugi anders ist, ohne Schuldzuweisungen und ohne harte Kanten. Die Sprache ist behutsam, die Bilder sind klug gewählt, die Botschaft ist deutlich. Prävention sollte früh beginnen: Kinder fragen, woher sie kommen, was im Bauch passiert, warum manche Kinder anders sind. Der Film hilft leiblichen Müttern, Pflegeeltern, Großeltern, Lehrkräften und Kindern selbst, Worte zu finden, die tragen. Gleichzeitig fordert der Verein das Umfeld mit ein: Partnerinnen und Partner, Freundeskreise, ganze Gemeinschaften. Wenn eine Person schwanger ist, dann tragen alle mit – keine Aufforderungen, kein „ein Gläschen“, kein „Ausnahmetag“. Unterstützung heißt hier auch Verzicht, und Verzicht heißt Schutz.
Hilfe ohne Hürde: Offenheit, Schutzräume und Anerkennung
Viele Betroffene zögern, den ersten Schritt in einen Verein zu tun – aus Scham, Unsicherheit oder Angst vor Zuschreibungen. FASD Deutschland e.V. nimmt diese Hürden, indem der Einstieg niedrigschwellig ist: Man kann Mitglied werden, Informationen und Hilfsangebote erhalten, ohne zunächst Persönliches preisgeben zu müssen. Das betrifft leibliche Mütter, Pflegeeltern, Großeltern, Bezugspersonen und Fachkräfte gleichermaßen. Diese Offenheit ist gelebte Entstigmatisierung. Dass Katrin Lepke das Bundesverdienstkreuz am Bande trägt, ist ein Zeichen für die Sichtbarkeit und Qualität dieser Arbeit. Ehrenamt, sagt sie, macht ihr Freude. Vor allem dann, wenn nach einem Gespräch spürbar wird, wie Steine von Herzen fallen. Dieses Gefühl, nicht allein zu sein, bleibt. Und es bleibt etwas für die Menschen danach.
Einladung, Überblick und Chancen für Dich und Dein Team
Wir von „Trude Kuh“ haben am 2026-06-26 mit Katrin Lepke und Sina Hankofer von FASD Deutschland e.V. über die unsichtbaren und dennoch prägenden Folgen von Alkohol in der Schwangerschaft gesprochen, über frühe Anzeichen wie Saugstörungen, über die Unsichtbarkeit der Behinderung im Alltag, über Fehldiagnosen wie ADHS, die oft den Blick verstellen, und über die klare Präventionsbotschaft: Schwanger – dann kein Alkohol, nie, zu keiner Zeit, in keiner Menge. Wir haben gezeigt, wie der Verein mit dem Otterkugi-Film kindgerecht aufklärt, warum Austauschräume entlasten und weshalb Gemeinschaft und niedrigschwellige Hilfe den Unterschied machen. Wenn Du mit Deinem Verein oder Unternehmen eine starke Geschichte hast, die Du im TV-Studio erzählen möchtest, melde Dich bei uns. Wir von „Trude Kuh“ erreichen monatlich über 14,5 Mio. Kontakte – das eröffnet Dir enorme Werbepotenziale, vom Imageaufbau bis zur konkreten Kampagnenwirkung. Schau auf unsere Seite „Trude Kuh“, lerne unser TV-Studio von „Trude Kuh“ kennen und nutze die Chance, Deinen Verein im Interview vorstellen zu lassen. Wenn Du als Unternehmen Reichweite suchst, findest Du hier alle Werbemöglichkeiten für Unternehmen. Wir von „Trude Kuh“ bieten Dir Bühne, Reichweite und Redaktion – wenn auch Du Deine Initiative, Dein Team oder Deine Marke sichtbar machen willst, dann komm ins TV-Studio, erzähle Deine Geschichte, und wir sorgen dafür, dass sie gehört und gesehen wird.


