Lili Büker und Claus Eilers von Einrichtungshaus Eilers zu Gast im TV-Studio bei „Trude Kuh“

Wer einmal umzieht, weiß: Das neue Zuhause ist mehr als nur vier Wände – es ist ein Gefühl, ein Lebensabschnitt, manchmal sogar ein Abenteuer. Beruf, Geld und Liebe sind die großen Motoren, die Menschen in Bewegung versetzen und die häufigsten Gründe für einen Umzug. Im Schnitt wechseln deutsche Bundesbürger ihr Zuhause vier bis fünfmal im Leben, während Amerikaner etwa dreimal so oft umziehen. Wolfgang von Goethe philosophierte bereits über den eigenen Wohnbereich und definierte: „Unser Zuhause ist da, wo wir uns wohlfühlen.“ Die Antwort darauf liefern Lilly Büker und Klaus Eilers, Geschäftsführer des Einrichtungshaus Eilers aus dem Saterland, die im TV-Studio von „Trude Kuh“ mit Redaktionsleiter Georg Mahn über Tradition, Wandel und die Kunst des Wohlfühlens sprechen.

Von der kleinen Tischlerei zum regionalen Möbelhaus

Die Geschichte des Einrichtungshaus Eilers beginnt 1909 mit einer kleinen Tischlerei in Aachen, gegründet vom Uropa der Familie. Das Unternehmen existiert seit über 115 Jahren. Was damals als Handwerksbetrieb startete, ist heute ein Vollsortimentshaus, das aus dem Ammerland und Oldenburg nicht mehr wegzudenken ist. Klaus Eilers erinnert sich: „Ich bin quasi im Möbelhaus aufgewachsen. Wir haben als Kinder in den Möbeln gespielt und heute kommen noch Kunden, die schon bei meinem Opa eingekauft haben.“ Die regionale Verbundenheit ist für ihn und seine Nichte Lilly Büker ein echtes Herzstück des Unternehmens.

Lilly beschreibt das Portfolio: „Bei uns bekommt man eigentlich alles – von der Küche über Polstermöbel, Schlafzimmer bis zur kompletten Dekoration. Nur Babyzimmer sind ausgenommen.“ Das Einrichtungshaus setzt auf Persönlichkeit und Nähe, bleibt dabei aber groß und vielseitig. Die Boutique mit Dekoartikeln, die Schlafzimmerabteilung und die hochwertigen Polstermöbel zeigen, wie breit das Angebot ist. Wer sich selbst ein Bild machen möchte, kann das TV-Studio von „Trude Kuh“ besuchen, das mit Möbeln und Deko von Eilers ausgestattet ist.

Wandel und Innovation: Wie sich der Möbelhandel verändert

Im Möbelhandel ist Stillstand ein Fremdwort. Klaus Eilers berichtet, dass gerade die Küchenabteilung in den letzten 20 Jahren einen enormen Wandel erlebt hat: „Früher war die Küche ein separater Raum, heute ist sie für viele der Lebensmittelpunkt.“ Die Leute legen heute mehr Wert auf Küchen und geben mehr Geld dafür aus, da sie sich dort länger aufhalten möchten. Die Sortimente wechseln regelmäßig, neue Modelle kommen, alte gehen – da muss man als Händler am Puls der Zeit bleiben.

Auch die Beleuchtung hat sich verändert: „Wenn man durch unsere Abteilung geht, möchte man fast ein Lampenhaus eröffnen“, scherzt Klaus. Zweimal im Jahr tauschen sich die Sortimente durch, und die Dynamik ist hoch. Die Einkaufsentscheidungen werden viel über den Einkaufsverband Einrichtungspartnerring VME in Bielefeld geregelt, dem Eilers mit rund 200 Händlern angehört. Dort legen Einkaufsausschüsse die Sortimente für die kommende Saison fest. Auf einer sogenannten Zuteilungsmesse werden die verhandelten Modelle präsentiert, wo Händler Farben und Ausführungen auswählen. Eine große Küchenmesse findet zudem immer im September in Ostwestfalen-Lippe statt, wo die Neuheiten der Saison vorgestellt werden.

Lili Büker hat das Küchenhaus intensiv begleitet und 2023 komplett umgebaut. Sie schwärmt: „Da werden schon Begehrlichkeiten geweckt, wenn man von so vielen Küchen umgeben ist.“ Die Boutique mit Vasen und Dekoartikeln ist ihr persönlicher Lieblingsort. Klaus hingegen kann an der Haushaltswarenabteilung kaum vorbeigehen, ohne eine neue Bratpfanne oder ein Schmelzmesser zu begutachten.

Familienunternehmen mit Herz und Zukunft

Was das Einrichtungshaus Eilers besonders macht, ist die familiäre Atmosphäre – und das nicht nur im Namen. Viele Mitarbeiter sind seit Jahrzehnten dabei; einige haben ihre Ausbildung im Haus begonnen und sind nach 45 Dienstjahren in Rente gegangen. „Wenn wir von Familie Eilers sprechen, beziehen wir unsere Mitarbeiter mit ein“, sagt Lilly. Die Firmenkultur ist geprägt von Zusammenhalt, kurzen Wegen und einer „Open Door Policy“. Sportangebote im Haus, wie Yoga, sorgen dafür, dass sich alle wohlfühlen und langfristig gebunden werden.

Wie auf der Webseite des Unternehmens zitiert wird: „Bei uns ist immer ein Chef im Haus. Früher waren es meine Eltern, heute sind es meine Schwester, mein Schwager und ich – und sogar die nächste Generation.“ Für Kunden bedeutet das: Persönliche Ansprechpartner sind immer vor Ort, Probleme werden direkt gelöst, und die Atmosphäre ist alles andere als anonym. Man hat die Chance, direkt mit der Geschäftsleitung zu sprechen, die nicht hinter Vorzimmerdamen versteckt ist.

Die Herausforderungen der Zukunft sind vielfältig. Der Onlinehandel ist Konkurrenz, aber auch Chance. Eilers nutzt den eigenen Onlineshop als Schaufenster, um Kunden einen Überblick über das Sortiment zu geben. Das Unternehmen setzt aber auf die Stärken des stationären Handels: „Bei uns kann man probesitzen, Küchen planen und sich beraten lassen. Das ist online einfach nicht dasselbe.“ Gerade bei Küchen ist die persönliche Beratung entscheidend, da online wichtige Details wie die Passform einer Spüle oder die Kompatibilität mit speziellem Geschirr oft übersehen werden.

Auch Krisen wie das große Feuer 1977, das fünf Jahre nach dem Umzug an den jetzigen Standort (1972) durch einen Kurzschluss entstand und das Haus komplett zerstörte, haben die Familie zusammengeschweißt. Klaus, damals etwa 10 Jahre alt, erinnert sich: „Das war ein Schock, aber wir haben das Beste daraus gemacht.“ Die Eltern bauten das Haus gleich ein Stück größer wieder auf. Heute ist das Haus mit modernsten Brandschutzvorkehrungen ausgestattet, und die Erfahrung hat die Unternehmenskultur geprägt.

Trends, Ziele und die nächste Generation

Im Austausch mit anderen Händlern und dem Verband werden Trends beobachtet: Es gibt einen deutlichen Stadt-Land-Unterschied. Im Norden sind Landhausküchen mit Kassettenfronten und offenen Küchen mit Inseln beliebt, da hier mehr Platz vorhanden ist. In Städten wie Oldenburg oder Leer sind hingegen kompakte und weniger verschnörkelte Lösungen gefragt, die auf kleinem Raum alles Notwendige unterbringen. Die Vielfalt der Stile spiegelt die unterschiedlichen Lebensweisen wider – vom großzügigen Landhaus bis zur clever eingerichteten Stadtwohnung.

Für die Zukunft stehen bei Eilers die Nachfolge und die Weiterentwicklung im Fokus. Lilly und ihr Mann werden das Unternehmen in ein paar Jahren übernehmen, da ihre Eltern Anfang 60 sind. Lili Büker, die klassisch BWL studiert hat und nicht ursprünglich aus dem Möbelbereich kommt, betont die Notwendigkeit, sich mit den erfahrenen Abteilungsleitern aufzustellen, um die Expertise an der Basis zu sichern. Klaus sieht seine Rolle zunehmend als Ratgeber und Mitentscheider und freut sich über die neuen Ideen der nächsten Generation: „Es ist ein tolles Gefühl, Verantwortung abzugeben und zu wissen, dass das Geschäft unter neuen Händen weitergeht.“ Er ist glücklich, dass die nächste Generation neue Ideen mitbringt und das Unternehmen sich weiterentwickelt, da Stillstand keine Option ist.