Es war das Jahr 1862, eine Zeit globaler Umbrüche. Während in Amerika der Bürgerkrieg tobte und in London die erste U-Bahn der Welt Gestalt annahm, formierte sich im beschaulichen Oldenburger Land eine Gemeinschaft, die bis heute Bestand hat. Was als Zusammenschluss weniger Schützenvereine begann, ist heute ein beeindruckender Dachverband mit über 160 Jahren gelebter Geschichte. Doch hinter den Zahlen und Fakten stehen vor allem Menschen – Menschen, die Verantwortung übernahmen, Freundschaften schlossen und Generationen unter einem Dach vereinten. Sie schufen einen Ort, an dem Wettkampfgeist auf Tradition trifft und Werte wie Fairness und Zusammenhalt von Jung an Alt weitergegeben werden. Über diese einzigartige Gemeinschaft und die Herausforderungen der modernen Vereinsarbeit sprach Redaktionsleiter Georg Mahn in den TV-Studios von „Trude Kuh“ mit der Präsidentin des Oldenburger Schützenbundes, Marion Siemer, und dem Vizepräsidenten Gerald Lübbermann.
Ein Dachverband als starkes Sprachrohr
Viele kennen Schützenvereine aus dem eigenen Dorf oder der Nachbarstadt, doch die Rolle eines Dachverbandes wie dem Oldenburger Schützenbund e.V. (OSB) ist oft weniger bekannt. Marion Siemer, die seit 2022 als erste Frau in der langen Geschichte des Verbandes das Präsidentenamt bekleidet, und Vizepräsident Gerald Lübbermann erläuterten im Gespräch die zentrale Bedeutung ihrer Organisation. Der OSB fungiert als Bindeglied für rund 170 Vereine mit über 23.000 Mitgliedern, die sich vom Geestland bis zur Nordseeküste erstrecken. Diese beeindruckende Größe macht ihn zum stärksten Bezirksverband im Nordwestdeutschen Schützenbund. Lübbermann betonte, dass der Zusammenschluss eine erhebliche „Sprachmacht“ verleiht, die es ermöglicht, die Interessen der Schützinnen und Schützen auch auf höherer Ebene, etwa gegenüber dem Deutschen Schützenbund (DSB), wirkungsvoll zu vertreten. Doch die Arbeit des Verbandes geht weit über politische Interessenvertretung hinaus. Er ist eine zentrale Anlaufstelle für die Vereine, sammelt deren Anliegen und Probleme und schafft ein Netzwerk, in dem man sich gegenseitig unterstützt und voneinander lernt.
Zwischen Traditionspflege und moderner Vereinsarbeit
Das Schützenwesen lebt von einer tief verwurzelten Tradition, die der Oldenburger Schützenbund aktiv pflegt. Veranstaltungen wie das Bezirkskönigsschießen, das bereits seit 1863 ausgetragen wird, sind absolute Höhepunkte im Vereinsjahr und bringen die Würdenträger aller Mitgliedsvereine in einem festlichen Rahmen zusammen. Der Fahneneinmarsch beim jährlichen Delegiertentag in der Oldenburger Weser-Ems-Halle sei, so Siemer, ein Gänsehautmoment, der die Stärke und den Zusammenhalt der Gemeinschaft eindrucksvoll visualisiert. Gleichzeitig steht der Verband vor der Herausforderung, diese Traditionen mit den Anforderungen der modernen Zeit in Einklang zu bringen. Siemer, deren Wiederwahl zur Präsidentin ein starkes Signal für die Öffnung des Verbandes war, sieht die Frauen im Schützenwesen klar auf dem Vormarsch. Auch wenn es vereinzelt noch Vereine gibt, die an alten Strukturen festhalten, sei der Wandel unaufhaltsam. Ein weiterer zentraler Aspekt ist die Balance zwischen dem traditionellen Schützenwesen mit seinen Festen und dem leistungsorientierten Schießsport. Für Lübbermann gehören beide Bereiche untrennbar zusammen: Ohne die Tradition gäbe es keinen Leistungssport, und der Leistungssport dient wiederum als Aushängeschild für die Vereine.
Nachwuchsförderung und die Hürden des Ehrenamts
Die Zukunft eines jeden Vereins liegt in seiner Jugend. Daher legt der Oldenburger Schützenbund einen besonderen Fokus auf die Nachwuchsarbeit. Mit Angeboten wie dem Pfingstzeltlager oder dem Osterjugendwochenende werden junge Menschen für den Sport und die Gemeinschaft begeistert. Siemer und Lübbermann sind sich einig, dass der Funke nur überspringen kann, wenn Tradition und Sport Hand in Hand gehen. Die Corona-Zeit habe dies schmerzlich verdeutlicht: Als die Schützenfeste ausfielen, blieben auch neue Mitglieder aus. Eine der größten Herausforderungen bleibt jedoch die Gewinnung von Ehrenamtlichen. Viele Vereine klagen über Nachwuchsprobleme in den Vorständen. Gerald Lübbermann sieht hier einen positiven Trend: Sobald eine jüngere Person ein Amt übernimmt, gelingt es ihr oft, weitere Gleichgesinnte zu motivieren. Entscheidend sei ein offener Dialog, bei dem Vereine ihre Probleme ohne Scheu ansprechen können. Marion Siemer ergänzte, dass die ehrenamtliche Arbeit durch einen enormen bürokratischen Aufwand immer anspruchsvoller werde. Einen Verband mit über 23.000 Mitgliedern zu führen, gleiche der Leitung eines kleinen Unternehmens – alles auf ehrenamtlicher Basis. Diese unbezahlte Arbeit, verbunden mit faktischen Kosten für Ausbildungen und Veranstaltungen, macht den Verband auch auf Unterstützung angewiesen.
Dein Verein im Rampenlicht und Werbung mit Reichweite
Das spannende Gespräch mit Marion Siemer und Gerald Lübbermann hat wieder einmal gezeigt, wie viel Herzblut und Engagement hinter der Vereinsarbeit im Oldenburger Schützenbund e.V. steckt. Wir von „Trude Kuh“ finden dieses ehrenamtliche Engagement bewundernswert und bieten daher eine Plattform, um solche Geschichten zu erzählen. Wenn auch Du Teil eines Vereins bist und glaubst, dass dessen Geschichte, Ziele oder Projekte es verdienen, einem breiten Publikum vorgestellt zu werden, dann zögere nicht, uns zu kontaktieren. Nutze die Chance, Deinen Verein im Interview vorstellen zu lassen und zeige ganz Deutschland, was Euch so besonders macht. Unser modernes TV-Studio von „Trude Kuh“ bietet den perfekten professionellen Rahmen für Euren großen Auftritt. Aber nicht nur Vereine sind bei uns an der richtigen Adresse. Mit einer monatlichen Reichweite von über 14,5 Millionen Kontakten ist „Trude Kuh“ auch für Unternehmen eine hochattraktive Werbeplattform. Wenn Du Dein Unternehmen, Deine Produkte oder Dienstleistungen einem großen und interessierten Publikum präsentieren möchtest, informiere Dich über unsere vielfältigen Werbemöglichkeiten für Unternehmen. Ob als Werbepartner oder als Gast in unserer Sendung – wir freuen uns darauf, von Dir zu hören. Besuche uns einfach auf unserer Webseite „Trude Kuh“ und entdecke die vielfältigen Möglichkeiten einer Zusammenarbeit. Wir sind gespannt auf Deine Geschichte!


