Wenn Hufe über den festen Boden der Halle trommeln und das Licht sich wie ein warmer Teppich über Sattel, Mähne und Reiter legt, wirkt die Welt des Pferdesports oft wie ein makelloses Gemälde. Doch jedes perfekte Bild hat eine Rückseite: Was geschieht mit den Pferden, wenn Leistung und Nutzen erlöschen, wenn Verletzungen kommen, wenn der Alltag sie nicht mehr braucht? Aus dem Rampenlicht wird ein Abstellgleis, aus Verantwortung eine offene Frage. Hier setzt der Pferdegnadenhof Friedrichsruh im Kreis Herzogtum Lauenburg an – mit einem klaren Gegenentwurf: Dank und Respekt statt Gnade. Diese Haltung lebt die erste Vorsitzende, Martina Schooff, seit Jahrzehnten. Sie war zu Gast in den Studios von „Trude Kuh“, wo Redaktionsleiter Georg Mahn das Gespräch führte.
Vom Jugendtraum zum Lebenswerk
Die Geschichte des Hofes beginnt 1985, als Martina Schooff mit drei Freundinnen ein neues Zuhause für ihre Pferde suchte – mit Haltungsbedingungen, die ihren Tieren gerecht wurden. Die Wege trennten sich, doch Martina blieb. Was als kleine Vision begann, entwickelte eine Eigendynamik: Immer mehr Tiere fanden den Weg auf den Hof, Empfehlungen unter Tierärzten taten ihr Übriges. Heute ist der Pferdegnadenhof Friedrichsruh etabliert und trägt die Verantwortung für über 80 gerettete Pferde, aktuell leben 36 davon vor Ort. Dazu gehören auch drei Hunde und 15 Katzen, die auf dem Hof mitlaufen und die tierische Gemeinschaft vervollständigen.
Der Alltag ist groß, im besten wie im anspruchsvollsten Sinn. Verantwortung wächst mit jedem Tier – und mit ihr die Kosten. Pro Woche erreichen den Hof im Schnitt rund 30 Anfragen: von Privatleuten, die aus finanziellen oder familiären Gründen nicht mehr versorgen können, bis zu Veterinärämtern, die nach Beschlagnahmungen um Platz bitten. Die Kapazität ist begrenzt, der Bedarf nicht.
Tierschutz zwischen Ideal und Systemlücken
Die finanzielle Realität ist hart: 7.000 bis 8.000 Euro monatliche Fixkosten, dazu Futter, medizinische Versorgung, Unterbringung und Pflege. Behörden übereignen beschlagnahmte Pferde – Kostenübernahme selten bis nie. Ein System, das Hilfe verlangt, ohne die Helfenden zuverlässig zu stützen. „Friss oder stirb“, so beschreibt es Martina, und man versteht, warum schlaflose Nächte dazugehören.
Dabei ist die Arbeit mehr als Verwaltung von Notfällen. Sie ist Haltung. Respekt bedeutet: Zeit geben, Sicherheit schaffen, das Pferd sein lassen. Für besonders traumatisierte Tiere gibt es auf dem Hof eine eigene Koppel, fern von direktem Menschenkontakt. Dort dürfen sie einfach leben, bis der Tag der Regenbogenbrücke kommt. Andere Pferde nähern sich mit der Zeit wieder an: Sie verändern sich körperlich und geistig, werden zugänglich, fordern Nähe, lesen den Menschen – und lassen sich wieder lesen. Manches braucht drei Monate, manches ein Jahr. Entscheidend ist die Ruhe.
Wenn ein Tier zur „Sache“ wird
Martina beobachtet einen gesellschaftlichen Ton, der kälter geworden ist. Die letzten zehn Jahre zeigen: Tiere werden häufiger wie Dinge behandelt, ihre lange Lebensreise übersehen. Anfragen, ein nicht mehr reitbares Pferd „loszuwerden“, weil ein zweites, reitbares finanziert werden soll, gehören zu den belastendsten Erfahrungen. Auch der Hof spürt diese Härte: Katzen, die morgens plötzlich da sind, weil jemand sie über den Zaun geworfen hat; Pferde aus Leistungssystemen, deren mechanischer Ablauf so tief sitzt, dass jede Veränderung sie aus der Bahn wirft. Die Antwort des Hofes darauf ist konsequent: Zeit, Respekt, Stabilität. Und die tiefe Freude, wenn abends Ruhe einkehrt, die Herden stehen und Frieden spürbar wird.
Besondere Geschichten geben der Arbeit Gesicht. Etwa die Haflingerstute Ali, über 20 Jahre alt, deren schwer erkranktes Frauchen nur einen Wunsch hatte: dass ihr Pferd gut aufgehoben ist. Der Hof hat diesen Wunsch erfüllt – und zeigt, was Menschlichkeit im Tierschutz konkret bedeutet.
Inklusion, Team und ein Appell
Der Pferdegnadenhof Friedrichsruh ist nicht nur ein Ort für Tiere, sondern auch einer der Inklusion. Seit drei Jahren arbeitet Kevin, 26 Jahre alt und zu 60 Prozent schwerbehindert, auf dem Hof. Seine Förderung läuft zum 1.9. aus. Der Wunsch ist klar: Sein Arbeitsplatz soll bleiben, denn Kevin geht großartig mit den Pferden um. Die Realität ist ebenso klar: Ohne Unterstützung lässt sich das finanziell nicht stemmen. Der Verein ruft daher zu Mitgliedschaften auf – 10 Euro im Monat können über Beschäftigung entscheiden und gleichzeitig den Tieren helfen.
Diese Doppelhaltung – gelebte Inklusion und gelebter Tierschutz – macht den Hof zu einem besonderen Ort. Doch sie braucht ein stabiles Fundament. Martinas Wunsch für die nächsten Jahre ist simpel und groß zugleich: finanzielle Sicherheit, damit der Hof weiterbestehen kann, die Tiere versorgt sind und Kevin eine Zukunft hat. Wer helfen will, hilft direkt dort, wo Hilfe wirkt.
Einladung, Überblick und Möglichkeiten für Dich
Wir von „Trude Kuh“ haben mit Martina Schooff über den Pferdegnadenhof Friedrichsruh gesprochen und Dir die wichtigsten Punkte zusammengefasst: Über 80 gerettete Pferde, aktuell 36 vor Ort, enorme Nachfrage mit rund 30 Anfragen pro Woche, hohe monatliche Kosten von 7.000 bis 8.000 Euro, systemische Lücken bei behördlich übereigneten Tieren, klare Haltung zu Respekt und Zeit für traumatisierte Pferde, gelebte Inklusion mit Kevin, dessen Förderung zum 1.9. endet, sowie bewegende Geschichten wie die von Haflingerstute Ali. Wenn Du Deinen Verein vorstellen möchtest, melde Dich gern bei uns – wir laden Dich in das TV-Studio von „Trude Kuh“ ein, denn wir erreichen über 14,5 Mio. Kontakt im Monat und bieten starke Reichweite für Dein Thema und für Werbepartner. Du findest mehr über uns direkt hier: „Trude Kuh“, erfahre alles über das TV-Studio von „Trude Kuh“, nutze die Chance, Deinen Verein im Interview vorstellen zu lassen, und informiere Dich über unsere Werbemöglichkeiten für Unternehmen – wir von „Trude Kuh“ erzählen Deine Geschichte mit Herz, Reichweite und professioneller Produktion; wenn Du mit Deinem Verein Sichtbarkeit willst oder als Unternehmen kluge Werbung mit spürbarem Effekt suchst, dann lass uns sprechen und wir machen aus Deinem Anliegen eine Sendung, die gesehen wird.


