Die Luft im Studio vibriert, als ob der Applaus schon gleich um die Ecke brandet: Bilder von glänzenden Kostümen, Stimmen, die sich zu Harmonien verweben, und der Moment, in dem aus Nervosität Mut wird. Musical ist eine Maschine für Gefühle – ein Kaleidoskop aus Musik, Tanz und Geschichten, das Menschen zusammenführt und den Alltag für zwei Stunden höflich vor die Tür setzt. Genau so beginnt das Gespräch mit Michael Walta, Vereinsgründer und künstlerischer Leiter der Essener-Musical-Academy, und der langjährigen Teilnehmerin Mara Jablonski. Sie erzählen von einer Welt hinter dem Rampenlicht, in der Disziplin, Herzblut und Teamgeist jede Note tragen. Moderiert wurde das Interview von Redaktionsleiter Georg Mahn.
Von der Kindergartenbühne zur Academy mit hundert Talenten
Die Geburtsstunde der Essener-Musical-Academy, kurz EMA, schrieb sich 2009 mit einem verblüffend einfachen, aber umso wirksameren Impuls: Eine Kindergartenaufführung des „Rattenfänger von Hameln“ kam so gut an, dass Eltern sagten: „Mach mehr draus, Micha.“ Aus der Idee wuchs binnen kurzer Zeit ein Verein, in dem erst rund 20 Kinder anfingen, und der heute etwa 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer umfasst. Michael Walta übernahm die Rolle des künstlerischen Motors, schrieb Drehbücher, inszenierte, führte Regie, coachte Gesang und Schauspiel – und baute eine Struktur, in der Talente wachsen.
Die Academy ist dabei deutlich gegliedert: Die EMA Kids starten mit Kids 1, meist ab fünf oder sechs Jahren, und lernen früh, Texte zu lesen und erste Rollen zu verkörpern. Kids 2 ist die etwas ältere Stufe, in der die Rollen komplexer werden und die Choreografien anspruchsvoller sind. Ab rund 13 Jahren geht es zu den EMA Teens, wo große, bekannte Stoffe auf die Bühne kommen. Ergänzt wird das Ganze durch die Voices – einen Chor, der ursprünglich aus Eltern entstand und heute mehrstimmig die Teens begleitet. Das macht die Produktionen musikalisch reichhaltiger, komplexer und vor allem berührender.
Proben, Puzzle und die Kraft des Ensembles
Musical ist kein Sprint, sondern ein Staffellauf: Einmal pro Woche wird geprobt, doch wenn Premieren näher rücken, wird es intensiver. Wochenendproben, Durchläufe, Korrekturen, Feinschliff – und das jährliche Probewochenende, an dem drei Tage lang tanzen, singen, spielen und jede Szene bis in die Nuance geschärft wird. Was auf der Bühne mühelos wirkt, ist vorher ein puzzleartiges Zusammenfügen vieler Einzelteile. Anfangs arbeiten Chor, Tanzgruppen und Solisten in Fragmenten. Je näher die Premiere, desto mehr fügen sich die Teile ineinander: Die Voices legen harmonische Teppiche, die Teens tanzen dazu, Szenen greifen, Übergänge schnappen, und ein Stück fängt an zu atmen.
Diese Struktur hat Wirkung – weit über die Bühne hinaus. Schüchterne Kinder finden ihre Stimme, lernen, in der Schule Referate zu halten, und werden belastbar. Michael erzählt von einem Vater, der ihm weinend um den Hals fiel, weil die Tochter im Verein genau jene Selbstsicherheit gewann, die sie vorher nicht fand. Mara, seit 2012 dabei, bestätigt das: Lampenfieber verliert seinen Schrecken, Gruppenarbeit wird zur zweiten Natur, und das Bewusstsein, eine Rolle zu tragen, weitet den eigenen Horizont. Sie selbst fand früh ihr Zuhause auf der Bühne, spielte bereits im zweiten Jahr eine Hauptrolle, schlüpfte auch in markante Männerrollen und liebt die Arbeit am Charakter: Warum reagiert eine Figur so? Was treibt sie an? Wie wird das im Tanz und Gesang sichtbar?
Live-Orchester, Lizenzen und der lange Atem
Die EMA setzt auf live gespielte Musik – und das ist kein kleiner Aufwand. Für „Fame“ steht in diesem Jahr ein zehnköpfiges Orchester bereit: fünf Bläser mit Saxophon, Trompete, Posaune, Klarinette und Querflöte sowie eine Band mit zwei Keyboards, Bass, Gitarre und Schlagzeug. Doch bevor der erste Ton erklingt, steht die Entscheidung über das Stück. Ein Gremium von sechs bis zehn Personen wählt nach Besetzung und Machbarkeit aus: Welche Stimmen, welche Geschlechter, welche Charaktere sind vorhanden? Welche Lizenz ist finanzierbar? Wie lässt sich der Stoff sinnvoll umsetzen? Dazu kommen Abstimmungen mit Verlagen und der GEMA. Eine Produktionswoche kostet schnell zwischen 10.000 und 15.000 Euro – Noten, Rechte, Technik, Bühne, Kostüme. Der Mythos, Vereine bekämen alles gratis, verfliegt im Scheinwerferlicht der Realität.
Hinter der Bühne wird der schöne Schein hart erkämpft: Kabel, Nebelmaschinen, Pyrotechnik, Dunkelheit. Kinder und Jugendliche müssen exakt wissen, wann sie rauskommen, wo sie stehen, was als nächstes folgt. Teams geben Hilfestellung, dirigieren leise die Abläufe, halten das Zusammenspiel zusammen. Und natürlich gibt es Phasen, in denen ein Stück nicht sofort geliebt wird. „Fame“ ist thematisch anspruchsvoll, sagt Michael, aber mit jeder Probe wächst die Bindung, steigert sich die Begeisterung. Wer große Musicalproduktionen besucht, sieht oft nur die makellose Oberfläche. Die Arbeitstage sind lang, 16 bis 18 Stunden in der Halle, früh rein, spät raus – Präzision, Wiederholung, Konzentration. Das Publikum honoriert am Ende mit Applaus, doch den Wert der Handwerkskunst dahinter verstehen nicht alle. Genau deshalb sind Unterstützung und Spenden so wichtig.
Nachwuchs gewinnen, Vielfalt stärken
Die Musicallandschaft in Deutschland hat starke Zentren: Hamburg, Berlin, Stuttgart. Essen war einst mit Produktionen im Colosseum prominent, doch wirtschaftliche Entscheidungen veränderten die Bühne der Stadt. Das beeinflusst regionale Kultur ebenso wie Nachwuchsströme: Gerade Jungs für den Verein zu gewinnen, ist schwierig, der Fußball zieht viele an. Die EMA hält dagegen mit Aktionen, spricht gezielt junge Männer an, und kann Erfolge verbuchen. Denn Musical bietet eine vielschichtige künstlerische Heimat: Gemeinschaft, Freundschaft, Vertrauen und das Erleben, Teil von etwas Größerem zu sein. Mara beschreibt, wie sie im Publikum sitzt – etwa bei „Six“ in Düsseldorf – und die Komposition aus Regie, Gesang und Inszenierung studiert. Wer selbst spielt, sieht anders: Vergleicht, lernt, freut sich umso mehr, wenn die Bühne lebt.
Michael blickt nach vorn: Er möchte Verantwortung stufenweise in jüngere Hände legen. In zwei Jahren wird er 60, weiterhin beraten und unterstützen – ja. Aber die Teens und jungen Erwachsenen sollen Gestaltung übernehmen, Führung erleben, den Verein tragen. Und ein Wunsch bleibt stets oben auf der Liste: mehr Jungs, mehr Männerstimmen, mehr Vielfalt in Rollen und Chören. Denn am Ende ist Musical eine Einladung: Musik verbindet, Tanz erzählt, Gesang beflügelt. Wenn ein Team nach einer langen Probenperiode zusammen auf die Bühne tritt, und Menschen glücklich nach Hause gehen, ist alles gesagt – außer: Danke für jede helfende Hand, jeden gespendeten Euro und jeden mutigen ersten Schritt.
Deine Einladung in unser Studio und alles, was Du jetzt tun kannst
Wir von „Trude Kuh“ lieben solche Geschichten, weil sie zeigen, wie aus kleinen ersten Schritten große Bühnenmomente werden, und wenn Du jetzt Lust hast, die Essener-Musical-Academy mit ihrer Arbeit aus Musik, Tanz, Schauspiel, Live-Orchester und enormem Gemeinschaftssinn näher kennenzulernen oder Deinen eigenen Verein im TV-Studio vorzustellen, dann bist Du hier genau richtig: Besuche uns unter „Trude Kuh“ und schau Dir unser TV-Studio von „Trude Kuh“ an, dort produzieren wir Interviews wie das mit Michael Walta und Mara Jablonski, fassen die wichtigsten Inhalte kompakt zusammen – von der Struktur der EMA mit Kids, Teens und Voices über die intensiven Probenwochenenden bis hin zu Live-Musik, Lizenzen und Produktionskosten – und geben Dir gleichzeitig die Möglichkeit, Deinen Verein im Interview vorstellen zu lassen; außerdem bieten wir umfangreiche Werbemöglichkeiten für Unternehmen, denn „Trude Kuh“ erzielt über 14,5 Mio. Kontakt im Monat, sodass Dein Projekt, Dein Verein oder Deine Firma genau die Reichweite bekommt, die sie verdient; wir von „Trude Kuh“ sorgen für professionelle Redaktionsarbeit, sympathische Moderation und eine Bühne für starke Inhalte – wenn Du also einen Verein hast, den Du vorstellen möchtest, oder als Unternehmen die Chancen starker TV- und Onlinepräsenz nutzen willst, dann melde Dich und lass uns gemeinsam dafür sorgen, dass Deine Geschichte gesehen, gehört und geteilt wird.


