Monika Glende und Anneliese Knelangen vom Frauenchor Cäcilia Sedelsberg zu Gast bei „Trude Kuh“

Wenn in Sedelsberg die Stimmen erklingen, dann ist das nicht nur Musik, sondern ein Stück gelebte Geschichte. Bei „Trude Kuh“ treffen sich heute zwei Frauen, deren Herz für den Chorgesang schlägt – und das schon seit Jahrzehnten. Die heilige Cäcilia von Rom, die seit dem Mittelalter als Patronin der Kirchenmusik und des Chorgesangs gilt, hätte ihre Freude an diesem Chor gehabt, der seit Oktober 1984 die musikalische Tradition in Sedelsberg lebendig hält. Georg Mahn begrüßt Monika Glende und Anneliese Knelangen, die als Vertreterinnen des Vorstands des Frauenchor Cäcilia Sedelsberg nicht nur von Noten und Auftritten erzählen, sondern auch von der Kraft, die das gemeinsame Singen für Körper und Seele bedeutet. Das inoffizielle Motto des Chores lautet, wie einst vom deutschen Dichter Johann Gottfried Säume gesagt: „Wo man singt, da lass dich nieder. Böse Menschen kennen keine Lieder.“

Die Geschichte des Frauenchor Cäcilia Sedelsberg

Der Frauenchor Cäcilia Sedelsberg wurde im Oktober 1984 gegründet – aus einer Sehnsucht heraus, die weibliche Stimme wieder hörbar zu machen. Damals zerstreute sich ein gemischter Chor in Sedelsberg, doch die ehemaligen Sängerinnen wollten einfach wieder singen. Eine engagierte Frau ergriff die Initiative, sprach Gerd Holtmann an, und gemeinsam wurde der neue Chor ins Leben gerufen. Holtmann leitete den Chor jahrelang und prägte ihn als musikalische Koryphäe. Monika Glende erinnert sich, wie sie 1991 von Cloppenburg nach Sedelsberg zog und von Anneliese und Hermann direkt zum Mitsingen eingeladen wurde – ein Angebot, das sie bis heute nicht bereut und sie zum Bleiben bewegte.
Der Chor ist fest in der katholischen Gemeinde verwurzelt und gehört in erster Linie in die Kirche, doch die Sängerinnen sind offen für weltliche Musik und moderne Stücke. Das Repertoire reicht von traditionellem Liedgut und Kirchenliedern bis zu Songs von Udo Jürgens, wie „Liebe ohne Leiden“, und modernen Arrangements wie einem zeitgemäßen „Vaterunser“, das tiefgründiger ist. Die musikalische Vielfalt ist Programm – und das Publikum darf sich auf Überraschungen freuen.

Proben, Auftritte und das Vereinsleben

Die Proben finden regelmäßig einmal die Woche montags von halb sieben bis acht Uhr abends statt. Wenn besondere Aufführungen anstehen, müssen die Sängerinnen schon mal eine Chorprobe mehr machen – Flexibilität ist gefragt, denn der Dirigent betreut mehrere Chöre, was für ihn nicht immer ganz einfach ist. Früher wählte der Chorleiter die Stücke aus, heute gibt es eine Notengruppe, die neue Lieder vorschlägt und gemeinsam mit dem Dirigenten entscheidet, was ins Programm kommt, wobei darauf geachtet wird, dass die Stücke nicht zu schwer sind. Die Sängerinnen sind ein eingespieltes Team, das dreistimmig singt: erster Sopran, zweiter Sopran und Alt. Dabei ist Zuhören genauso wichtig wie das eigene Singen, da man die anderen Stimmen hören muss und nicht nur die eigene durchsetzen kann – Teamarbeit ist das A und O.
Auftritte gibt es nicht nur in der Kirche, sondern auch bei anderen Gelegenheiten wie Ständchen zu Geburtstagen, auf Hochzeiten oder bei Jubiläen anderer Vereine, wie dem Männergesangverein. Der Chor ist überall dort zu hören, wo man ihn gerne einlädt. Mit 20 aktiven Sängerinnen ist die Gruppe lebendig, doch Nachwuchs wird dringend gesucht. Neue Mitglieder – ob aktiv oder passiv – sind herzlich willkommen. Wer Lust hat, kann jederzeit zum Probesingen vorbeikommen und die Gemeinschaft erleben.
Das Vereinsleben geht über die Musik hinaus. Ein Festausschuss ist dafür zuständig, dass sich die Mitglieder ab und zu etwas Tolles gönnen. Sie gehen Eis essen, veranstalten Fahrradtouren, machen Besichtigungen (wie die einer Brauerei) und gesellige Abende. Die Generalversammlung wird zudem mit gutem Essen gefeiert. Die Gemeinschaft ist ein wichtiger Teil des Chores – und sorgt für viele schöne Erinnerungen.

Gesundheit, Gemeinschaft und Herausforderungen

Singen ist nicht nur ein Hobby, sondern auch gesund: Bereits nach 20 Minuten Singen kann eine erhöhte Konzentration der Immunglobuline im Speichel festgestellt werden, was auf eine höhere Immunabwehr hindeutet. Bereits 15 Minuten Singen reichen aus, um das Herz-Kreislauf-System zu aktivieren. Für Monika Glende ist das Singen ein Garant für gute Laune – nach der Probe geht es ihr immer besser, da man sich auf das Stück und die Noten konzentriert und völlig Energie schöpft. Die Konzentration auf Noten und Stimmen fordert den Geist und verbindet die Sängerinnen. Anneliese Knelangen betont, dass der Chor auch eine Herausforderung ist: Die Stimmen verändern sich mit dem Alter, und gerade im Sopran werden neue Sängerinnen gebraucht, da dort nur noch wenige Sängerinnen sind.
Finanziell ist der Verein auf Spenden angewiesen, da Noten sehr teuer sind, der Chorleiter Geld kostet und auch Freizeitaktivitäten finanziert werden wollen. Die „Trude Kuh“ Vereinsförderung ist daher eine wertvolle Unterstützung für den Frauenchor Cäcilia Sedelsberg.
Die Zukunftsziele sind klar: Mehr Mitglieder, mehr öffentliche Auftritte und die musikalische Tradition weitertragen. Das 40-jährige Jubiläum wurde bereits letztes Jahr gefeiert, doch der Blick geht nach vorne – bis ins Jahr 2284, wie augenzwinkernd angemerkt wird. Junge Sängerinnen, die Spaß am Chor mitbringen und mit der Familienplanung durch sind, sind besonders gefragt, da sie die Zeit haben, sich abends von der Familie loszulösen und zum Singen zu kommen sowie an Auftritten teilzunehmen. Die Vereinbarkeit mit Familie und Beruf ist eine Herausforderung, aber die Leidenschaft für den Chorgesang bleibt das verbindende Element.
Am Ende bleibt die Erkenntnis: Wo man singt, da lass dich nieder – und böse Menschen kennen keine Lieder. Der Frauenchor Cäcilia Sedelsberg lebt diese Weisheit und freut sich über jede neue Stimme, die das musikalische Miteinander bereichert.