Niko Nordmann und Sibylle Pfeifer von der Nyeri Kinderhilfe e.V. zu Gast bei „Trude Kuh“

Kinder, die nicht lachen. Das ist das Bild, das sich Niko Nordmann nicht mehr aus dem Kopf schlagen konnte, nachdem er 2004 zum ersten Mal das Kinderheim in Kenia betrat. Keine Freude, keine Verspieltheit, keine Leichtigkeit – nur Stille, wo eigentlich Kindheit sein sollte. Dieses Bild, und die Entschlossenheit, es zu verändern, wurden zum Ausgangspunkt einer jahrzehntelangen Geschichte voller Einsatz, Herzblut und echter Wirkung. Gemeinsam mit seiner Mitstreiterin Sibylle Pfeifer, zweite Vorsitzende des Vereins, war Niko Nordmann, erster Vorsitzender der Nyeri Kinderhilfe e.V. aus Papenburg im Emsland, zu Gast in den Studios von „Trude Kuh“, wo Redaktionsleiter Georg Mahn mit den beiden über Ursprünge, Alltag und Zukunft eines Vereins sprach, der weit mehr leistet als man von außen erahnt.

Von der Rückkehr zur Verantwortung: Die Geschichte der Nyeri Kinderhilfe

Der Ursprung des Vereins liegt nicht in einer Sitzung, nicht in einem Konzeptpapier, sondern in einer Reise. Als Vereinsgründerin Annegret Krause nach 32 Jahren nach Kenia zurückkehrte, dorthin, wo sie zwischen 1968 und 1971 als Krankenschwester für den deutschen Entwicklungsdienst gearbeitet hatte, fand sie eine Welt vor, die von ihrer Erinnerung kaum noch etwas übriggelassen hatte. Not und Mangel prägten das Bild. Aus einem Besuch wurde Entschlossenheit, aus Entschlossenheit Verantwortung, und aus dieser Verantwortung entstand die Nyeri Kinderhilfe. Der Verein aus Papenburg unterstützt Kinder, die ihre Eltern verloren haben oder aus besonders bedürftigen Verhältnissen stammen, mit Unterkunft, Verpflegung, medizinischer Versorgung und vor allem: Bildung.

Als Niko Nordmann 2004 selbst mit seiner Frau vor Ort war, sah er, was Annegret Krause bewogen hatte. Rund 50 Kinder lebten damals im Heim, schlecht gekleidet, unterernährt, ohne ein einziges Lachen im Gesicht. Und das in einem Land, das für seine Herzlichkeit und Lebensfreude bekannt ist. Diese Begegnung, sagt Niko, hat ihn tief geprägt. Die Reaktion war einfach: helfen, und zwar dauerhaft. Seither reist er jährlich nach Kenia, um Transparenz zu gewährleisten und die Entwicklung vor Ort selbst zu begleiten.

Bildung als Schlüssel: Was der Verein konkret leistet

Das Herzstück der Vereinsarbeit ist klar definiert: Bildung. Denn in Kenia ist Schulbesuch keine Selbstverständlichkeit. Schulgeld, Schuluniformen, Lehrmaterialien, all das kostet Geld, das viele Familien schlicht nicht haben. Die Nyeri Kinderhilfe bezahlt deshalb Schulgebühren für die Kinder, kleidet sie ein und stellt sicher, dass sie kontinuierlich zur Schule gehen können, ohne monatelange Unterbrechungen, wie sie früher an der Tagesordnung waren. Dahinter steht das Prinzip Hilfe zur Selbsthilfe: Wer Bildung erhält, kann irgendwann auf eigenen Beinen stehen.

Das gilt auch ganz konkret. Ein junger Mann, der viele Jahre im Heim lebte und dessen Vater früh gestorben war, wurde vom Verein auf ein Agriculture College geschickt, weil er eine besondere Affinität zur Landwirtschaft zeigte. Heute arbeitet er in genau diesem Bereich. Mittlerweile leben rund 35 Kinder im Heim, weitere 35 werden durch Schulpatenschaften unterstützt. Die Auswahl der Stipendiaten ist dabei keine leichte Aufgabe: Bei bis zu 20 Bewerbungen und nur 8 bis 12 verfügbaren Plätzen pro Jahr muss entschieden werden, wer am dringendsten Hilfe braucht. Eine Entscheidung, die, wie Sibylle Pfeifer offen zugibt, manchmal schwer auf dem Herzen liegt.

Die Kinder, die in den Verein kommen, haben fast alle eines gemeinsam: ein zerrüttetes Elternhaus, oft durch Krankheit wie HIV oder Krebs, durch den frühen Tod eines Elternteils oder schlicht durch bittere Armut. Nachbarn, die auf solche Situationen aufmerksam machen, spielen dabei oft eine entscheidende Rolle.

Vom leeren Blick zum strahlenden Lachen: Entwicklung und Zukunft

Was die Nyeri Kinderhilfe in all den Jahren erreicht hat, lässt sich an einem einzigen Vergleich ablesen: Auf den frühen Fotos keine lachenden Kinder. Auf den aktuellen Bildern strahlen sie. Diese Veränderung, sagt Niko Nordmann, ist seine größte Motivation und zugleich der sichtbarste Beweis, dass die Arbeit des Vereins wirkt. Ein Fotoalbuch, das die Entwicklung von 2009 bis 2024 dokumentiert, macht das auf eindrucksvolle Weise greifbar.

Dass der Einsatz über den Verein hinaus wahrgenommen wird, zeigt eine besondere Auszeichnung: 2021 erhielt Niko Nordmann das Bundesverdienstkreuz für seine Arbeit. Für ihn persönlich ein schöner Moment, letztlich aber, wie er selbst betont, eine Anerkennung für den gesamten Verein und alle Ehrenamtlichen, ohne die nichts davon möglich wäre. Rund 150 Mitglieder zählt der Verein, der harte Kern der Aktiven umfasst zwischen 10 und 20 Personen.

Die Kommunikation mit dem Partnerteam vor Ort in Kenia hat sich durch digitale Möglichkeiten erheblich vereinfacht. WhatsApp, schnelle Nachrichten, unkomplizierter Austausch. Was früher mühsam über instabile Telefonleitungen lief, funktioniert heute reibungslos. Das kenianische Team ist dabei unverzichtbar, denn die Kinder sollen nicht nach europäischen Maßstäben geformt werden, sondern fit für die kenianische Gesellschaft. Gute, engagierte lokale Mitarbeitende zu finden, beschreibt Sibylle Pfeifer als eine der größten Herausforderungen der Vereinsarbeit, eine, die heute aber erfreulich gut gemeistert ist.

Und was kommt als nächstes? Am 25. Januar 2027 wird Niko Nordmann wieder nach Kenia reisen. Vielleicht mit einer Liveschaltung direkt aus dem Kinderheim, denn Georg Mahn hat das bereits angeregt.

Mitmachen, staunen, unterstützen: Jetzt mit „Trude Kuh“ in Kontakt treten

Wir von „Trude Kuh“ freuen uns, Geschichten wie die der Nyeri Kinderhilfe sichtbar zu machen. Kinder, die lachen lernen. Jugendliche, die Schulabschlüsse machen. Junge Frauen wie Esther, die heute selbst Mutter sind und stolz zeigen, was aus ihnen geworden ist. Das sind die Geschichten, die bewegen, und genau solche Geschichten erzählen wir. In unserem TV-Studio von „Trude Kuh“ haben Niko Nordmann und Sibylle Pfeifer eindrucksvoll gezeigt, wie viel ein kleiner Verein aus dem Emsland in der Welt bewirken kann. Wenn auch Du einen Verein hast, den Du gerne in unseren Studios vorstellen möchtest, dann stell Deinen Verein im Interview vor und melde Dich einfach bei uns. Wir geben regionalen Initiativen, sozialen Projekten und engagierten Menschen eine Bühne, die sie verdienen. Und weil „Trude Kuh“ monatlich über 14,5 Millionen Kontakte erzielt, ist das nicht nur eine schöne Geste, sondern eine echte Reichweite, die zählt. Das bedeutet auch für Unternehmen eine enorme Chance: Wer hier wirbt, erreicht ein großes, aufmerksames Publikum. Unsere Werbemöglichkeiten für Unternehmen bieten Dir als Firma maßgeschneiderte Formate, mit denen Du Deine Botschaft dort platzierst, wo Menschen wirklich zuschauen. Ob Du Reichweite suchst, ein karitatives Projekt ins Licht rücken willst oder einfach neugierig bist, was bei uns möglich ist: Wir sind für Dich da. Komm vorbei, ruf an oder schreib uns. Denn gute Geschichten warten darauf, erzählt zu werden.