Wenn in Brome die Fackeln knistern, der Spielmannszug auf dem Burghof ansetzt und die Nationalhymne in der Stille der Nacht anschwillt, dann ist das kein bloßes Brauchtum – das ist gelebte Gemeinschaft, die unter die Haut geht. Es ist jener besondere Gänsehautmoment, den man nicht kaufen kann und der sich nur dann einstellt, wenn Menschen über Generationen hinweg füreinander da sind. Genau dieses Gefühl, Teil von etwas Größerem zu sein, steht im Mittelpunkt des Gesprächs, das Redaktionsleiter Georg Mahn in den Studios von „Trude Kuh“ mit Petra Müller-Kahlke, erster Vorsitzender der Feinen Garde, und Beatrice Sassano, der legendären Zicke vom Dienst, geführt hat.
Von der Küche auf die Bühne – die Gründung des Damenzugs
Der Schützenverein Brome von 1813 ist, wie der Name bereits verrät, kein junger Verein. Über Generationen hinweg war er eine Männerdomäne. Frauen durften Essen zubereiten, Getränke zapfen, servieren – aber wirklich mitmachen? Fehlanzeige. Das änderte sich im Jahr 2010, als sich eine Gruppe engagierter Frauen zusammenschloss und die Feine Garde als selbständigen Damenzug mit eigener Satzung ins Leben rief. Petra Müller-Kahlke erinnert sich: Die Männer reagierten anfangs mit wenig Begeisterung. Heute ist die Stimmung eine völlig andere. Ohne die Frauen geht es schlichtweg nicht mehr. Die Feine Garde zählt inzwischen stolze 80 Mitglieder und ist aus dem Vereinsleben des Fleckens Brome im niedersächsischen Landkreis Gifhorn nicht mehr wegzudenken.
Was damals als Wunsch nach Sichtbarkeit und Teilhabe begann, ist heute ein tragender Pfeiler des gesamten Schützenwesens vor Ort. Die Frauen sind es, die einspringen, wenn Hilfe gebraucht wird, die organisieren, anpacken und den Zusammenhalt im wahrsten Sinne des Wortes leben. Sogar männliche Mitglieder unterstützen die Feine Garde mittlerweile – zumindest durch Spenden, wie Müller-Kahlke mit einem Schmunzeln anmerkt. Ob die Männer auch schon backen? Man arbeite daran.
Die Zicke vom Dienst und andere Schätze der Vereinssatzung
Was einen guten Vorstand ausmacht, ist in vielen Vereinen eher trocken geregelt. Nicht so bei der Feinen Garde. In Paragraph 5 der Satzung, Absatz F, findet sich ein Amt, das seinesgleichen sucht: die Zicke vom Dienst, kurz Z.V.D., zuständig für Strafgelder und Getränkebeschaffung. Beatrice Sassano bekleidet diesen Posten mit Hingabe und Humor. Sie springt ein, wenn jemand im Vorstand ausfällt, besorgt Getränke und Geschenke für Jubiläen – und kontrolliert mit dem berühmten Atlasblick, ob die Kleiderordnung eingehalten wird. Weste offen? Zehn Euro. Keine Perlstrümpfe? Beatrice kommt. Wer sie auf sich zukommen sieht, weiß, was die Stunde geschlagen hat.
Diese liebevolle Mischung aus Disziplin und Schmunzeln ist bezeichnend für das Wesen der Feinen Garde. Tradition wird hier nicht verbissen zelebriert, sondern mit echter Herzlichkeit und einem feinen Sinn für Selbstironie gelebt.
Schützenfest, Gesang und Gemeinschaft – was die Feine Garde wirklich ausmacht
Das Schützenfest Ende Juni ist das Highlight des Jahres. Wasserspiele am Samstagnachmittag, ein großer Zapfenstreich auf dem historischen Burghof am Freitagabend, Musik, Gesang und das unvergleichliche Zusammensein von Achtzehn- bis Achtzigjährigen – das ist der Kern dessen, wofür die Feine Garde steht. Dieses Jahr gab es erstmals wieder eine Live-Band statt eines DJs: der Musikzug aus Hillerse sorgte für einen unvergesslichen Sonntagabend, der von rund 200 Besucherinnen und Besuchern gefeiert wurde. Die Band ist bereits für das nächste Jahr gebucht.
Auch abseits des Schützenfestes ist die Feine Garde aktiv. Regelmäßige Stammtische, Bastelabende, Spieleabende und gemeinsame Ausflüge – etwa zum Adventsmarkt in Lüneburg – halten die Gemeinschaft das ganze Jahr über lebendig. Gerade frisch erschienen ist ein eigenes Liederbuch der Feinen Garde, natürlich passend in den Vereinsfarben gestaltet. Gesang gehört zur DNA des Vereins, und auch im Studio von „Trude Kuh“ ließ es sich die Runde nicht nehmen, gemeinsam ein altes Lied anzustimmen – mit mäßigem, aber herzlichem Ergebnis.
Petra Müller-Kahlke, seit 2024 erste Vorsitzende, kam zu ihrem Amt übrigens auf eine ganz eigene Art: als ihre Vorgängerin Katja Broich – die den Posten 14 Jahre lang innehatte – zur Schützenkönigin wurde, übernahm Müller-Kahlke kurzerhand deren Aufgaben. Das Blut hatte sie geleckt, der Rest ist Geschichte. Und Beatrice Sassano bringt es auf den Punkt: Wer einmal dabei ist, bleibt dabei.
Dass Schützenvereine mitunter mit Vorurteilen zu kämpfen haben – Stichwort Alkohol und alte Männer – nehmen die beiden gelassen. Bei der Feinen Garde ist Spaß auch ohne Promille garantiert, und wer genauer hinschaut, entdeckt einen Verein, der Jugendarbeit fördert, soziales Engagement lebt und den Zusammenhalt in einer immer anonym werdenden Gesellschaft aktiv stärkt.
Du willst mehr erfahren – oder selbst bei „Trude Kuh“ zu Gast sein?
Wir von „Trude Kuh“ freuen uns immer wieder, wenn Vereine wie die Feine Garde – Damenzug des Schützenvereins Brome von 1813 – den Weg in unser Studio finden und zeigen, was echtes Ehrenamt bedeutet. Dieses Gespräch hat einmal mehr deutlich gemacht, wie viel Herzblut, Humor und Haltung in der Vereinsarbeit stecken können. Wenn Du also auch einen Verein hast, der die Gemeinschaft in Deiner Region bereichert, dann freuen wir uns sehr darüber, wenn Du Dich bei uns meldest und Deinen Verein im TV-Studio von „Trude Kuh“ vorstellst. Ob Schützenverein, Kulturverein oder Sportgemeinschaft – wir geben Eurer Geschichte eine Bühne. Schau gerne auf unsere Seite Verein im Interview vorstellen und nimm einfach Kontakt zu uns auf. Wir sind gespannt auf Deine Geschichte.
Und weil wir wissen, dass gute Inhalte auch gute Reichweiten verdienen: „Trude Kuh“ erzielt über 14,5 Millionen Kontakte im Monat. Das bedeutet für Unternehmen eine enorme Chance, ihre Marke, ihr Produkt oder ihre Dienstleistung einem breiten, engagierten Publikum vorzustellen. Wenn Du als Unternehmen sichtbar werden möchtest und nach wirkungsvollen Wegen suchst, um Deine Zielgruppe zu erreichen, dann wirf unbedingt einen Blick auf unsere Werbemöglichkeiten für Unternehmen. Wir von „Trude Kuh“ verbinden Reichweite mit echten Geschichten – und das ist eine Kombination, die wirkt.


