Regenbogenflaggen? Klar. Bunte Paraden? Auch. Doch der wahre Puls queeren Lebens schlägt oft leiser – in Turnhallen, Gemeindesälen und Kulturzentren kleiner Städte. Dort, wo Sichtbarkeit Mut braucht, weil das Umfeld konservativer ist und ein Coming-out mehr sein kann als ein Social-Media-Post. Genau in diesem Spannungsfeld setzt das Queere Netzwerk Weserbergland aus Hameln an: Es knüpft Verbindungen, schafft sichere Orte, hört zu und feiert miteinander – mit Haltung statt Attitüde. Darüber spricht der Vorsitzende Rico Stips im Talk in den TV-Studios von „Trude Kuh“. Moderiert wurde das Gespräch von Redaktionsleiter Georg Mahn.
Sichtbarkeit zwischen Angst und Aufbruch: Warum „queer“ im Weserbergland zählt
Zu Beginn zieht Rico Stips eine klare Linie: Queer ist alles, was nicht heteronormativ ist – und ja, dazu gehören auch Allies, die unterstützen und mitgestalten. In Ballungsräumen scheint vieles selbstverständlich, doch im Weserbergland bleibt der Alltag für viele kompliziert. Das Outing in Familie, Schule, Job: eine emotionale Bergtour. „Versteckspiel“ nennt Stips das – verbunden mit Angst und enormer Energie. Umso wichtiger ist persönlicher Kontakt, echte Begegnung und ein Freundes- wie Bekanntenkreis vor Ort. Denn nur digital vernetzt zu sein, ersetzt nicht die Schulterhöhe eines Stammtischs oder die Wärme eines Gesprächsabends.
Stips begegnet typischen Unschärfen offen: Die Vielzahl an Begriffen – von aromantisch bis demisexuell – kann überfordern. Daraus entstünden Missverständnisse und Verunsicherung, etwa beim Thema Pronomen. Sein Ansatz: Gelassenheit auf beiden Seiten. Fehler passieren, Hauptsache, man bleibt im Gespräch. Aufklärung ist Kernauftrag des Vereins – niederschwellig, freundlich, mit Angeboten für alle, die fragen, verstehen oder einfach dabei sein wollen.
Projekte, die wirken: CSD, Gottesdienst und politischer Dialog
Öffentlichkeitsarbeit hat im Weserbergland konkrete Gesichter: ein Diversity Day mit Podium zur Kommunalwahl im Kulturzentrum „Fitz“, ein queerer Gottesdienst zum CSD in Hameln – mitgetragen von Pastorin Dr. Heike Köhler in der Marktkirche und initiiert von Sabine Nowak-Porosalla. Für viele in der Region war dieser Gottesdienst das emotionale Highlight: ein deutliches Zeichen, dass Kirche und Community gemeinsam Türen öffnen.
Der CSD in Hameln, inzwischen zum dritten Mal organisiert, ist mehr als ein Umzug: Er ist eine Einladung. Sichtbar sein, in Dialog kommen, Fragen stellen, Vorurteile abbauen – und das Leben feiern. Bürokratisch war der Start herausfordernd, erinnert sich Stips: Anträge, Ordnungsamt, Rettungsdienst – das große Pflichtprogramm rund um die große Kür. Heute läuft vieles routinierter, nicht zuletzt dank der frühen Unterstützung des Oberbürgermeisters, der die Schirmherrschaft übernommen hat, und einer Verwaltung mit offenen Ohren. Der erste CSD zählte 750 Teilnehmende – eine Zahl, die Stips selbst überraschte. Und doch misst er Erfolg anders: „Wenn wir eine Person erreichen, haben wir viel erreicht.“
Zur Diskussion um Sexualisierung bei großen CSDs in Metropolen sagt Stips: In Hameln ist das kein Thema. Teilnehmende mit Puppy-Masken? Kommt vor. Die Antwort des Vereins bleibt die gleiche: erklären, reden, einordnen. Sichtbarkeit heißt im Weserbergland vor allem Verständlichkeit.
Begegnung statt Bekenntnisdruck: Formate für jeden Monat
365 Tage im Jahr – nicht nur Pride-Monat: Das Netzwerk schafft Kontinuität. „Snack and Talk“ findet jeden zweiten Sonntag im Monat in der Sumpfblume statt, offen für alle, die Fragen haben, vorm Coming-out stehen oder Angehörige unterstützen wollen. Der Spieleabend am ersten Freitag im „Fitz“ startete als queeres Format und zog mittlerweile auch Nicht-Queere bis aus Hamburg an – gelebter Alltag statt Schubladen. Neu ist der Stammtisch in Hessisch Oldendorf, der wie „Snack and Talk“ niedrigschwellige Gespräche ermöglicht. Vernetzung reicht zudem über Hameln hinaus: mit Gruppen wie Queerholzminden, die ebenfalls monatlich Raum für Austausch bieten.
Im Kern geht es um Schutz und Stärke. „Du Schwuler“ als Schimpfwort auf dem Schulhof? Leider Realität. Viele junge Menschen würden sich in der Schulzeit nicht outen, sagt Stips – die Angst vor Zurückweisung im direkten 1:1 sei größer als vor Kommentaren im Netz. Besonders herausfordernd ist der Weg für transidente Personen: Hier braucht es andere, oft intensivere Formen der Unterstützung – und eine Community, die Erfahrung teilt statt Theorien.
Wachsen mit Verantwortung: Wohin das Netzwerk will
Gegründet 2023, denkt das Queere Netzwerk Weserbergland in Zukunftsachsen: mehr Jugendliche erreichen, Seniorinnen und Menschen mit Behinderung stärker einbinden, die Community vor Ort aktivieren – und politische Unterstützung auf Landesebene sichern. Gendern? Für Stips eine Frage des Respekts – mit Pragmatismus, ohne Dogma. Finanziell bleibt Vereinsarbeit knapper Sport: Rettungsteams, Infrastruktur, Aufklärung – all das kostet. Spenden sind willkommen, zweckgebunden für den CSD oder die Bildungsarbeit, transparent eingesetzt.
Die Bilanz nach mehreren Veranstaltungen ist ermutigend. Neben Pressestimmen zählen vor allem direkte Rückmeldungen – gerade aus Seniorengruppen, die Gottesdienst und CSD positiv aufgenommen haben. Vieles hängt an Menschen: engagierte Pastorinnen, wohlwollende Verwaltungen, ehrenamtliche Teams. Doch wenn Netzwerke wirken, entsteht aus einzelnen Köpfen eine offene Kultur.
Einladung, Überblick und Mehrwerte: Was Du jetzt tun kannst
Wir von „Trude Kuh“ haben Rico Stips und das Queere Netzwerk Weserbergland vorgestellt, weil ihre Arbeit zeigt, wie Sichtbarkeit, Dialog und Mut das Leben in ländlichen Regionen verändern können. Wenn Du selbst in einem Verein aktiv bist und Deine Geschichte teilen möchtest, melde Dich gern: Wir porträtieren Vereine, zeigen Engagement und geben einer guten Sache Bühne und Reichweite. Unsere TV-Studios sind dafür gebaut, dass Menschen zu Wort kommen – kompetent produziert, nahbar erzählt. Auf der Basis dieses Interviews vom 12.03.2026 nimmst Du mit, wie wichtig lokale Netzwerke für Coming-out, Aufklärung und Zusammenhalt sind, wie der CSD in Hameln zum sichtbaren Herzstück wurde, warum ein queerer Gottesdienst Türen öffnet und wie Formate wie „Snack and Talk“ oder der Spieleabend Begegnung auf Augenhöhe schaffen. Wenn Du tiefer einsteigen willst, findest Du mehr über uns direkt auf der Website von „Trude Kuh“. Wenn Du Dein eigenes Projekt oder Deinen Verein medial stark inszenieren möchtest, schau Dir unser TV-Studio von „Trude Kuh“ an – dort entstehen Interviews, Reportagen und Social-Clips, mit denen Du Deine Community erreichst. Du willst Deinen Verein ins Rampenlicht holen? Dann kannst Du hier Deinen Verein im Interview vorstellen und wir kümmern uns um Vorgespräch, redaktionelles Konzept und professionelle Umsetzung. Und wenn Du als Unternehmen die enorme Reichweite nutzen willst: „Trude Kuh“ erzielt über 14,5 Mio. Kontakte im Monat – wir beraten Dich zu passenden Formaten, On-Air-Erwähnungen und Digitalpaketen; alle Infos findest Du unter Werbemöglichkeiten für Unternehmen. Wir von „Trude Kuh“ öffnen Bühne und Reichweite für Engagement und Marken – wenn auch Du Deine Geschichte erzählen, Deinen Verein stärken oder Deine Produkte aufmerksamkeitsstark positionieren willst, dann melde Dich bei uns und lass uns gemeinsam Wirkung entfalten.


