Sabine Nemeyer und Michael Nemeyer von Kitten in Not e.V. zu Gast bei „Trude Kuh“

Es beginnt mit Bildern, die jeder kennt: kleine Katzen mit großen Augen, flauschig, verspielt, scheinbar harmlos. Doch hinter den süßen Clips steckt oft eine stille Dramatik, die selten öffentlich wird. Winzige Körper, unterkühlt in Hecken gefunden, krank, voller Parasiten, viel zu früh von der Mutter getrennt – und es werden jedes Jahr mehr. Die Not ist real und wächst im Schatten aus Unkastriertheit, unkontrollierter Vermehrung und überforderten Haltern. Dort, wo die Tragödien geschehen – am Straßenrand, in verlassenen Schuppen, manchmal sogar in Ölfässern – fahren Menschen los, die nicht wegsehen. Sie stemmen Tierarztrechnungen, organisieren Pflegeplätze, füttern mit der Flasche, wenn andere schlafen. Mitten in dieser Verantwortung steht der Verein Kitten in Not e.V. aus Bremerhaven, der rettet, versorgt und vermittelt. Ein Gespräch über Herz, Haltung und harte Arbeit, moderiert von Redaktionsleiter Georg Mahn, in den Studios von „Trude Kuh“.

Wie Kitten in Not entstand und warum der Verein heute wichtiger ist denn je

Die Wurzeln des Engagements reichen ins Jahr 2013. Damals versorgte in Bremerhaven der Verein „Wild und Frei“ Hafenkatzen, fütterte und kastrierte – aber konnte keine Kitten mehr aufnehmen. Aus dieser Lücke entstand Kitten in Not e.V., ein Verein, der sich den Kleinsten widmet, genau dort, wo Hilfe oft am dringendsten ist. Erste Vorsitzende Sabine Nemeyer beschreibt, warum diese Arbeit mehr als ein Ehrenamt ist: Es ist eine Herzensangelegenheit. Ja, sie bedeutet Nächte im Zwei-Stunden-Rhythmus, Fläschchen und Sorgen, aber auch den unvergleichlichen Moment, wenn ein geschwächtes Kitten durchkommt und später ein liebevolles Zuhause findet.

Kassenwart Michael Nemeyer führt die andere Seite der Medaille aus: Ohne Spenden wäre dieser Einsatz unmöglich. Mit aktuell 58 Mitgliedern, darunter sechs Jugendliche, sind die Mitgliedsbeiträge eine schöne Geste, aber kein tragfähiges Fundament. Und die Kosten sind gestiegen. Die Gebührenordnung für Tierärzte wurde erhöht, Kastrationen kosten heute oft fast das Doppelte. Ein Zuschuss des Magistrats über 2.000 Euro jährlich, der einst half, ist inzwischen weggefallen. Trotzdem hält der Verein an Kastrationsprojekten fest – nicht zuletzt, weil das Veterinäramt Fälle meldet, in denen Menschen ihre Tiere liebevoll halten, aber schlicht kein Geld für die Kastration haben. Dann springt Kitten in Not ein. Kastration bleibt ein zentrales Element des Tierschutzes: Prävention, die Leid verhindert, bevor es entsteht.

Wenn Rettung bedeutet, Grenzen zu verschieben

Die Realität der Einsätze ist hart. Viele Tiere werden ausgesetzt aufgefunden, häufig unterkühlt und dehydriert. Es sind Bilder, die einem die Tränen in die Augen treiben – und Geschichten wie die eines Kittens, das in einem Ölfass steckte. Was nach einem Unfall klingt, kann tödlich enden, wenn Öl in die Lunge gelangt. Noch in der Nacht wurde gewaschen, am nächsten Tag beim Tierarzt rasiert: Millimeterarbeit gegen die Zeit. Ein anderer Fall: Emil, bei Ankunft 86 Gramm schwer – kleiner als eine Tafel Schokolade. Fliegeneier im Maul, Akuteinsatz beim Nottierarzt, Spülung, banges Warten. Solche Fälle passieren nicht plötzlich, sie sind das Resultat fehlender Verantwortung, Unwissenheit und oft auch Angst vor öffentlicher Kritik. Manche setzen aus, um Angriffen in sozialen Medien zu entgehen. Andere betreiben gezielte Zucht – wie im Fall von Scottish Fold-Katzen, die als Geldmaschine missbraucht und schließlich entsorgt wurden.

Wie oft erschreckt diese Gleichgültigkeit noch? Sabine Nemeyer sagt: immer wieder. Denn man versteht nicht, wie Menschen zu solchem Handeln kommen. Und die Grenzen des Vereins? Michael Nemeyer macht deutlich: Aktiver Tierschutz kennt keine Uhrzeiten. Wenn der Notruf kommt, dann wird der Grillabend abgebrochen, dann fährt man los. Es ist innere Überzeugung. Es ist die Entscheidung, Leben über Bequemlichkeit zu stellen.

Vermittlung mit Verantwortung: Warum die Doppelpack-Regel so wichtig ist

Kitten in Not e.V. arbeitet mit privaten Pflegestellen – ein Tierheim gibt es nicht, die Katzen leben vorübergehend bei den Ehrenamtlichen zu Hause. Bevor vermittelt wird, kommen Interessenten zu Besuch. Es gilt nicht die Regel „Erst kommt, zuerst malt“, sondern „Sympathie, Sicherheit, Verantwortung“. Wer an einer Hauptverkehrsstraße Freigang will, bekommt ein ehrliches Nein. Die Tiere werden persönlich ins neuen Zuhause gebracht, um die Umgebung einschätzen zu können.

Ein zentraler Punkt ist die Sozialisierung: Kitten sollten grundsätzlich zu zweit vermittelt werden. Menschliche Halter können die Rolle eines Artgenossen nicht ersetzen – weder beim Toben um drei Uhr morgens noch beim Erlernen sozialer Regeln. Allein gehaltene Kitten neigen zu Langeweile und entwickeln unerwünschte Verhaltensweisen, vom Kabelnagen bis zur Überforderung im Kontakt. Zusammen groß werden heißt, sich gegenseitig erziehen, Grenzen lernen, spielend stabil werden. Beispiele wie die Flaschenkinder Snow und Nu zeigen, wie gut es laufen kann: gefunden mit geschlossenen Augen, zehn Tage alt, später rotzefrech und bestens umsorgt im neuen Zuhause.

Hilfe, die ankommt: Spenden, Sponsoring und Kastrationspflicht

Was können Menschen tun, die helfen wollen? Spenden sind die Lebensader des Vereins – für Tierarztkosten, Medikamente, Spezialnahrung, Kastrationen. Sponsoren werden gesucht, etwa für einheitliche Vereinskleidung, die den Ehrenamtlichen bei oft stundenlangen Einsätzen draußen Schutz bietet. Der Kassenwart betont: Spendengelder sollen in den Tierschutz fließen, nicht in Ausstattung. Planbarkeit ist wichtig, Budgets werden zu Jahresbeginn aufgestellt, Rücklagen verantwortungsvoll bestimmt.

Für die Zukunft wünscht sich der Verein mehr gesellschaftliche Rückendeckung für Kastration. In Niedersachsen und Bremen besteht Kastrationspflicht – hielten sich alle daran, gäbe es weniger Leid auf den Straßen. Ein konkreter Wunsch von Sabine Nemeyer: Ein Kastrationsfonds, der Menschen mit wenig Geld hilft, ihre Tiere verantwortungsvoll kastrieren zu lassen. So ließe sich Tierschutz systematisch und nachhaltig stärken.

Deine Einladung: Mit Herz für Tiere – und mit Reichweite für Ideen

Wir von „Trude Kuh“ haben dieses Gespräch am 2026-03-03 geführt, weil wir glauben, dass echter Tierschutz dort beginnt, wo Verantwortung gelebt wird: bei Rettung, Pflege, Kastration und seriöser Vermittlung. Wenn Du einen Verein wie Kitten in Not e.V. unterstützt, dann hilfst Du, Leben zu retten, Tierleid zu verhindern und kleine Pfoten groß werden zu lassen. Wir fassen die wichtigsten Punkte kurz für Dich zusammen: Der Verein entstand 2013 aus einer Versorgungslücke und arbeitet heute komplett spendenfinanziert, während Tierarztkosten stark gestiegen sind. Kastration ist der Schlüssel, um Not zu verhindern, und Vermittlung geschieht verantwortungsvoll, meist im Doppelpack, weil Sozialisierung entscheidend ist. Wenn Du Dich für die Hintergründe interessierst, schau gern auf unserer Seite vorbei und entdecke, was wir gemeinsam bewegen können. Wir von „Trude Kuh“ laden Dich ein: Wenn auch Du Deinen Verein vorstellen willst, komm in unser TV-Studio – wir bieten Dir mit über 14,5 Mio. Kontakten im Monat echte Sichtbarkeit und starke Werbemöglichkeiten für Unternehmen. Informiere Dich über uns direkt hier: „Trude Kuh“, lerne unser TV-Studio von „Trude Kuh“ kennen, nutze die Chance, Deinen Verein im Interview vorstellen zu lassen und erfahre, welche Werbemöglichkeiten für Unternehmen wir bieten. Wenn Du mit Deiner Organisation Aufmerksamkeit brauchst oder als Firma Markenpräsenz suchst, dann melde Dich – wir geben Dir Bühne, Reichweite und professionelle Begleitung für eine starke Geschichte.