Ein Bild, das viele im Kopf haben, wenn sie an das Landleben denken: Ruhige Straßen, blühende Gärten und Nachbarn, die sich freundlich grüßen. Die Vorstellung, dass Ehrenamt und Gemeinnützigkeit auf dem Dorf wie von selbst funktionieren, ist tief verankert. Doch die Realität zeichnet oft ein anderes Bild. Vereine kämpfen ums Überleben, Vorstandsposten bleiben unbesetzt und das gesellschaftliche Leben droht zu erstarren, weil Generationen auseinanderdriften und bürokratische Hürden den eigentlichen Vereinszweck in den Hintergrund drängen. Doch es gibt Lichtblicke, wenn Menschen anpacken und Brücken bauen – zwischen Jung und Alt, Tradition und Moderne. Genau diesen Weg beschreitet der Dorfverein Heyersum in der Gemeinde Nordstemmen. Mit einem innovativen Konzept entlasten sie Engagierte, stärken den Zusammenhalt und sichern ein lebendiges, zukunftsfähiges Dorfleben. Zu Gast in den Studios von „Trude Kuh“ waren der erste Vorsitzende Patrik Grieger und Spartenleiter Sascha Pawlicki, um mit Redaktionsleiter Georg Mahn über ihre Vision für ein modernes Ehrenamt zu sprechen.
Eine Idee gegen den Vereinsfrust
Die Initialzündung für den neuen Weg kam nach der 1000-Jahr-Feier von Heyersum im Jahr 2022. Wie Patrik Grieger im Gespräch erklärte, war die Zusammenarbeit der örtlichen Vereine zwar hervorragend, doch alle teilten dasselbe Problem: Niemand wollte mehr Vorstandsposten übernehmen. Die administrative Last, der Papierkram und die rechtlichen Verantwortlichkeiten schreckten viele ab. Aus dieser Not heraus wurde eine revolutionäre Idee geboren: Vereine zusammenlegen, um Vorstände zu konsolidieren. Der Dorfverein Heyersum, der ursprünglich im Januar 2016 als „Förderverein Altes Schulhaus“ gegründet und 2023 umbenannt wurde, bietet nun anderen Vereinen an, unter seinem Dach als Sparte weiterzubestehen. Der Dorfverein übernimmt die gesamte Vorstandsarbeit, von der Buchführung über Versicherungen bis hin zur Mitgliederverwaltung. Die Mitglieder der Sparten können sich dadurch voll und ganz auf das konzentrieren, was ihnen Freude bereitet und den eigentlichen Zweck ihres Engagements ausmacht. Sascha Pawlicki bestätigte, dass die Reduzierung der Bürokratie ein entscheidender Faktor sei, um das Ehrenamt wieder attraktiv zu machen und den Helfern den Rücken freizuhalten.
Von Schauspiel bis Grillfest: Ein Netzwerk für alle
Ein Paradebeispiel für das Funktionieren dieses Modells sind die „Spielfreunde Heyersum“, der ehemalige Laienschauspielverein des Ortes. Statt sich mit Kassenführung und Satzungsfragen zu plagen, sind sie nun eine Sparte des Dorfvereins. Die Schauspieler können sich voll auf ihre Leidenschaft konzentrieren und bringen dieses Jahr als neues Projekt ein Krimidinner auf die Bühne, während der Vorstand des Dorfvereins die administrativen Aufgaben managt. Dieses Prinzip der Bündelung von Ressourcen geht aber noch weiter. Statt dass jeder Verein eigene Bierzeltgarnituren, Grills oder Pavillons anschafft, wird der Bestand nun zentral verwaltet und gemeinsam genutzt. Das spart nicht nur Geld, sondern auch wertvollen Lagerplatz und fördert die Kooperation. Die Vielfalt der Aktivitäten, die der Verein organisiert oder unterstützt, ist beeindruckend. Von der jährlichen Braunkohlwanderung über das große Dorffest am Alten Schulhaus bis hin zu gemeinsamen Putzaktionen wird das Gemeinschaftsgefühl aktiv gelebt. Ein besonderes Highlight war das Landschaftstheater des „Forum Heersum“, das auf seiner Jubiläumstour in Heyersum Station machte. Der ganze Ort war auf den Beinen, Anwohner gestalteten ihre Vorgärten und brachten sich mit kleinen schauspielerischen Einlagen ein, was, so Sascha Pawlicki, eine unglaubliche Euphorie im ganzen Dorf auslöste.
Digitalisierung und die Zukunft des Dorflebens
Das Alte Schulhaus selbst ist das Herzstück des Vereinslebens und der letzte verbliebene öffentliche Versammlungsort im Dorf, der auch für private Feiern gemietet werden kann. Der Verein verwaltet das Gebäude für die Gemeinde und sorgt so dafür, dass dieser zentrale Treffpunkt für die Bevölkerung erhalten bleibt. Um die Verwaltungsarbeit weiter zu minimieren, setzt der Dorfverein Heyersum bewusst auf Digitalisierung. Eine moderne Vereinssoftware ersetzt unzählige Excel-Tabellen, die Medientechnik im Schulhaus wurde aufgerüstet und es wird über smarte Lösungen nachgedacht, um beispielsweise Stromverbräuche automatisch abzulesen. Für Patrik Grieger ist die Digitalisierung ein Schlüssel zur Entlastung der Ehrenamtlichen, um bei gleichem Ergebnis weniger Arbeit zu haben. Trotz der positiven Entwicklungen und des großen Zuspruchs aus der Bevölkerung stehen auch die Heyersumer vor der Herausforderung, besonders junge Menschen für das Vereinsleben zu begeistern. Für die Zukunft wünscht sich Patrik Grieger, dass noch mehr Menschen nicht nur passive Mitglieder sind, sondern aktiv mit anpacken und eigene Ideen einbringen und umsetzen. Denn, so sein Credo, die besten Ideen kommen oft aus der Mitte der Gemeinschaft selbst.
Werde auch Du Teil der „Trude Kuh“ Gemeinschaft
Wir von „Trude Kuh“ waren tief beeindruckt von der Initiative und dem Engagement des Dorfverein Heyersum. Das Interview mit Patrik Grieger und Sascha Pawlicki, das am 25. März 2026 aufgezeichnet wurde, hat uns wieder einmal gezeigt, wie wertvoll und innovativ Vereinsarbeit sein kann. Die Idee, durch ein starkes Netzwerk bürokratische Hürden abzubauen und den Spaß am Ehrenamt wieder in den Vordergrund zu rücken, ist ein vorbildliches Modell für viele andere Gemeinden. Es beweist, dass Gemeinschaft nicht nur ein Wort ist, sondern aktiv gestaltet und gelebt werden muss. Möchtest auch Du einen Verein oder eine Organisation vorstellen, die mit neuen Ideen die Zukunft gestaltet? Dann melde Dich bei uns und präsentiere Dein Projekt in unserem TV-Studio von „Trude Kuh“. Wir bieten Dir die Plattform, Deine Geschichte zu erzählen. Vielleicht möchtest Du aber auch die enorme Reichweite von „Trude Kuh“ für Dein Unternehmen nutzen? Mit über 14,5 Millionen Kontakten im Monat sind wir ein starker Partner für Deine Botschaft. Informiere Dich über unsere vielfältigen Werbemöglichkeiten für Unternehmen und erreiche eine breite und interessierte Zielgruppe. Wir sind immer auf der Suche nach spannenden Geschichten und starken Partnern. Wenn Du also einen Verein für ein Interview vorschlagen möchtest, findest Du alle Informationen unter Verein im Interview vorstellen. Schau Dich gerne auf der Webseite von „Trude Kuh“ um und entdecke, was wir alles zu bieten haben. Wir freuen uns darauf, von Dir zu hören und gemeinsam etwas zu bewegen!


