Es klingt wie eine verstaubte Quizfrage für Liebhaber der klassischen Musik: Nennen Sie eine berühmte Komponistin aus der Zeit des Barock oder der Wiener Klassik. Stille. Während Namen wie Bach, Mozart oder Beethoven wie selbstverständlich fallen, herrscht bei den weiblichen Pendants gähnende Leere. Eine Männerdomäne, über Jahrhunderte zementiert, in der das musikalische Schaffen von Frauen systematisch ignoriert oder ins Private verbannt wurde. Aus dieser Beobachtung, einer tief verwurzelten Schieflage in der Musikgeschichte, die bis heute nachwirkt, ist eine kraftvolle Bewegung entstanden. Im August 2021 formierte sich das erste Frauen Orchester Düsseldorf, ein Verein mit einer klaren Mission: Ein Orchester mit ausschließlich weiblicher Besetzung zu schaffen und den lange ungehörten Werken von Komponistinnen endlich eine Bühne zu geben. Über diese kulturelle Pionierarbeit und die damit verbundenen Herausforderungen sprach die Dirigentin und Vereinsvorsitzende Stephanie Schmitz-Oehler mit Redaktionsleiter Georg Mahn in den TV-Studios von „Trude Kuh“.
Die unsichtbaren Frauen der Musikgeschichte
Stephanie Schmitz-Oehler kennt das Gefühl nur zu gut. Selbst bei Konzertbesuchen ertappte sie sich immer wieder bei dem Gedanken, dass die Programme zwar gefüllt sind mit großartigen Werken, die Namen der Schöpfer aber ausschließlich männlich sind. „Wo sind eigentlich die Frauen auf diesem Konzertprogramm und warum werden sie eigentlich nicht gespielt?“, diese Frage wurde für sie zum Antrieb. Die Antwort darauf ist komplex und strukturell bedingt. Frauen wurde es schlichtweg nicht zugetraut oder gesellschaftlich verwehrt, eine professionelle musikalische Karriere in der Öffentlichkeit zu verfolgen. Während Männer wie Haydn, Vivaldi oder Schubert staatliche Förderung und Anerkennung erhielten, blieben Komponistinnen wie Fanny Hensel-Mendelssohn auf Aufführungen im privaten Rahmen beschränkt. Es fehlte an Support, an Professuren und letztlich an der Möglichkeit, von der eigenen Kunst zu leben. Diese strukturelle Ungerechtigkeit führte dazu, dass unzählige talentierte Frauen und ihre Werke von der Weltbühne verschwanden und in Vergessenheit gerieten.
Ein Orchester als kulturelles Statement
Die reine Beobachtung der musikhistorischen Ungerechtigkeit war jedoch nicht der einzige Auslöser für die Gründung des Orchesters. Auch persönliche Erfahrungen als Frau in der noch immer von Männern geprägten Welt des Dirigierens spielten eine Rolle. Unschöne Kommentare, man solle doch lieber kochen statt zu dirigieren, bestärkten Schmitz-Oehler in ihrem Entschluss. Sie wollte mehr Dirigentinnen, mehr Werke von Komponistinnen und ein neues, einzigartiges Kulturangebot für eine Großstadt wie Düsseldorf schaffen, die bereits über zahlreiche Orchester verfügt. Der Aufruf, ein reines Frauen Orchester zu gründen, stieß auf enorme Resonanz. Viele Musikerinnen waren begeistert von der Idee, gemeinsam etwas Neues auf die Beine zu stellen, unter Frauen zu proben und Werke zu entdecken, die für alle neu sind. Diese besondere Atmosphäre, frei von Rangkämpfen um Solostellen, beschreiben die Mitglieder als wundervoll und freundschaftlich. Die Premiere am 29. Januar 2023 in ausverkauftem Haus war für die Dirigentin ein emotionaler Höhepunkt – der Moment, in dem ein persönlicher Traum Wirklichkeit wurde und die Mission des Orchesters einschlug „wie eine Bombe“.
Von der mühsamen Recherche zum magischen Konzertmoment
Die Arbeit des ersten Frauen Orchesters Düsseldorf ist untrennbar mit intensiver Recherche verbunden. Während die Noten männlicher Komponisten oft kostenlos online verfügbar sind, gestaltet sich die Suche nach den Werken von Frauen als äußerst mühsam und kostspielig. Oft existieren die Noten nur handschriftlich oder bei einem einzigen spezialisierten Verlag weltweit. Eine Symphonie für eine einzige Aufführung zu leihen, kann schnell 500 Euro kosten, ohne das Werk danach zu besitzen. Diese finanziellen Hürden verdeutlichen, warum die Unterstützung durch Spenden für den Verein überlebenswichtig ist. Doch der Aufwand lohnt sich. Die Konzerte, wie das Filmmusik-Special „Ladies of the Sound“, bei dem das Orchester exklusiv Noten von der berühmten Komponistin Rachel Portman erhielt, oder das Neujahrskonzert in Kooperation mit der Düsseldorfer Volksbühne, sind kulturelle Highlights. Dabei wird deutlich: Die Musik von Komponistinnen klingt nicht per se anders. Sie spiegelt ihre jeweilige Epoche wider, sei es die Klassik oder die Romantik, denn die Künstlerinnen waren Teil ihrer Zeit und standen im Austausch mit ihren männlichen Kollegen. Das nächste große Projekt steht bereits an: Am 4. Juli 2026 findet unter dem Titel „Saitenzauber im Klang der Harfe“ ein Konzert statt, bei dem das sonst oft im Hintergrund stehende Instrument in den Fokus rückt und ein selten gespieltes Harfenkonzert von Henriette Renié aufgeführt wird.
Werde auch Du Teil unserer Mission
Wir von „Trude Kuh“ waren tief beeindruckt von der Leidenschaft und dem Engagement, mit dem Stephanie Schmitz-Oehler und das erste Frauen Orchester Düsseldorf die Musikwelt bereichern und für mehr Sichtbarkeit von Frauen kämpfen. Das Interview hat gezeigt, wie wichtig es ist, alte Strukturen aufzubrechen und vergessenen Stimmen Gehör zu verschaffen. Wenn auch Du einen Verein führst, der mit Herzblut für eine besondere Sache brennt, dann zögere nicht, Dich bei uns zu melden. Wir bieten Dir die Möglichkeit, Deinen Verein im Interview vorstellen zu können. Unser modernes TV-Studio von „Trude Kuh“ bietet den perfekten Rahmen, um Deine Geschichte und Deine Mission einem breiten Publikum zu präsentieren. Unser gesamtes Angebot, von spannenden Interviews bis hin zu unterhaltsamen Formaten, findest Du auf unserer Webseite „Trude Kuh“. Aber nicht nur Vereine sind bei uns an der richtigen Adresse. Mit einer Reichweite von über 14,5 Millionen Kontakten pro Monat sind wir auch ein starker Partner für die Wirtschaft. Wenn Du das enorme Potenzial für Deine Firma nutzen möchtest, informiere Dich über unsere vielfältigen Werbemöglichkeiten für Unternehmen. Wir bieten maßgeschneiderte Lösungen, um Deine Botschaft effektiv zu platzieren und Deine Zielgruppe zu erreichen. Melde Dich bei uns und lass uns gemeinsam Großes bewirken!


