Sylvia Rickels von Judo Eisbären Westerstede zu Gast bei „Trude Kuh“

Ein sauberer Griff, ein kurzer Atemzug, dann die Stille vor dem Wurf: Wer Judo nur für eine Abfolge aus Techniken hält, verpasst den eigentlichen Zauber. Denn auf der Matte geht es um Haltung, um den Mut, Grenzen zu kennen – und sie respektvoll zu verschieben. Genau darüber sprach Haupttrainerin Sylvia Rickels von den Judo Eisbären Westerstede im niedersächsischen Ammerland im Gespräch mit Redaktionsleiter Georg Mahn in den TV-Studios von „Trude Kuh“.

Vom Kindergartenimpuls zum Verein mit Haltung

Der Weg der Judo Eisbären Westerstede begann mit einer simplen Frage im Kindergarten: Können Sie etwas Besonderes? Sylvia Rickels konnte – und wie. Was als Angebot für Selbstbehauptung und Judo startete, wurde 2015 zum Verein mit klarer Linie: traditionelles Judo statt Hauruck-Mentalität, Werte statt Show. Rickels, die selbst durch ihren Bruder zum Sport kam und seit Jugendtagen mit nur kurzer Unterbrechung auf der Matte steht, formte aus einer Idee eine Trainingsgemeinschaft, die Disziplin und Wärme vereint. Die Eisbären trainieren aktuell dienstags und donnerstags in mehreren Altersstufen ab vier Jahren, mit Fokus auf Technik, fairen Randori und einer Gemeinschaft, die vom Angrüßen bis zum Aufräumen spürbar ist. Der Gürtelweg – von weiß bis schwarz – ist dabei mehr als ein Farbsystem: Er markiert Entwicklung. Dass der Kreis sich auf höchstem Niveau wieder „weiß“ schließt, wie es ihr einst ein japanischer Lehrer zu Shigoru Kanos Philosophie erklärte, ist für Rickels ein schönes Bild für lebenslanges Lernen.

Selbstbewusstsein statt Schlagabtausch

Ein weit verbreitetes Missverständnis hält sich hartnäckig: Judo sei „hart“ und „brutal“. Rickels widerspricht entschieden. Judo heißt der sanfte Weg – ohne Schläge, ohne Tritte, dafür mit klarem Kopf, effizienter Technik und dem Grundsatz, die Kraft des Gegenübers umzuleiten. Viele Kinder kommen schüchtern, manche mit vorgefassten Actionfilm-Ideen. Nach eineinhalb Jahren staunen die Eltern: andere Körperhaltung, klarere Stimme, mehr Mut im Alltag – und ein feines Gefühl für Grenzen. Wer sich kennt, handelt klüger. Judo wird so zum Schutzmantel im Kopf: Nicht um jeden Preis kämpfen, aber im Notfall wissen, wie man sich wehrt. Diese innere Stärke ist gewollt, die äußere Härte nicht. Das zeigt sich im Training: Spiele zu Beginn, Fall- und Rollenübungen, technisches Arbeiten, fairer Wettkampf, Abschluss mit Spaß – und dazwischen feste Rituale, vom Verbeugen bis zur gemeinsamen Trinkpause, die die Gruppe erdet.

Technik schlägt Größe – auf und neben der Matte

Wenn Hannes gegen Jonte antritt, ist Größe nur eine Zahl. Wer Timing, Hüfteinsatz und Richtung kennt, bringt auch mehr Masse ins Gleichgewicht – und manchmal aus demselben. Das verdeutlicht Rickels am Beispiel ihrer Wettkämpferinnen und Wettkämpfer: Jette, derzeit Bezirksmeisterin, entschied einen Kampf acht Sekunden vor Schluss mit Ippon – dem vollen Punkt für einen sauber ausgeführten Wurf. Gürtel sind dabei Meilensteine, keine Orden: Weiß, gelb, gelb-orange, orange, grün, blau, braun und schließlich schwarz als Meistergrad – und darüber hinaus die Dan-Stufen. Doch die vielleicht beeindruckendste „Graduierung“ ist die persönliche: Aus leisen Stimmen werden angehende Trainerinnen und Trainer. Telke, heute Assistenztrainerin, stand früher still in der Halle – inzwischen führt sie selbstbewusst an. Diese Reise ist kein Einzelfall, sondern Programm.

Inklusion, Integration und ein Herbst, der verbindet

Die Judo Eisbären Westerstede fördern Integration und Inklusion konsequent. Herzstück ist der große integrative Herbstlehrgang in Rotenburg (Wümme), der in den Herbstferien eine Woche lang Menschen mit und ohne Handicap zusammenbringt. Vormittags Judo, nachmittags Spiele, abends gemeinsames Basteln oder einfach Zeit miteinander – bis zu 160 Teilnehmende, jung bis 68 Jahre, erleben dort, was Vereinsgeist leisten kann. Für Kinder mit Down-Syndrom ist Judo besonders wertvoll: Es stärkt Gleichgewicht, Körperspannung, Koordination und Selbstvertrauen – früher empfahlen Orthopädinnen und Orthopäden das explizit. Dennoch begegnet Rickels Eltern oft mit Aufklärungsarbeit. „Kampfsport“ klingt für viele abschreckend, dabei steht Judo gerade für Achtsamkeit. Bei den Eisbären gilt: Jeder trainiert mit jedem, Respekt ist Pflicht – und zwar gelebte, keine Floskel.

Zwischen Matten und Möglichkeiten: Wachstum mit Hürden

Wer in einer Turnhalle Matten schleppt, weiß, was Vereinsarbeit bedeutet. Die ein mal ein Meter großen Unterlagen wiegen 12 bis 15 Kilo, werden vor dem Kindertraining aufgebaut und danach wieder verstaut. Was nach Routine klingt, ist eine Wachstumsbremse: fehlende Hallenzeiten, ungünstige Kinder-Schulrhythmen, die Dominanz populärer Sportarten wie Fußball, Handball oder Volleyball – und das ewige Buhlen um Nachwuchs, der bleibt. Viele Kinder sind begeistert, kaufen ihren ersten Judogi und wechseln nach einem Dreivierteljahr doch zum Ballspiel mit den Freunden. Rickels wünscht sich deshalb mehr Offenheit und Bindung: Reinschnuppern, ja – aber dann durchziehen, damit aus Interesse Entwicklung wird. Für den Verein bedeutet das: verlässlichere Hallenzeiten, mehr Assistenztrainer, perspektivisch Angebote wie Eltern-Kind-Judo. Die Basis ist gelegt; Engagement, Spenden und Partnerschaften helfen, den Weg zu ebnen.

Führung auf Augenhöhe: Streng im Ritual, warm im Ton

Rickels’ Führungsstil ist geprägt von japanischer Schule und norddeutscher Herzlichkeit. Respekt ist nicht verhandelbar, Demütigungen sind tabu. Probleme klärt sie im Gespräch, die Trainingskultur bleibt harmonisch und klar. „Bei uns macht jeder mit jedem“, sagt sie – keine Ausschlüsse, keine Ausreden. Wer den Respekt mit der ersten Verbeugung annimmt, bleibt im Dialog, auch wenn es mal kracht. Und sie selbst? Schwarzer Gürtel, große Erfahrung – aber kein Bedürfnis nach Schau. Gürtel demonstrieren Fortschritt, nicht Überlegenheit. Wer will, trägt weiß – Einheit vor Eitelkeit. Der Teamgeist entsteht, obwohl Judo oft als Einzelsport wahrgenommen wird: Mannschaftswettkämpfe, Ausflüge, eine Kultur des Miteinanders formen eine kleine Gemeinschaft, die Leistung fördert, ohne den Menschen aus dem Blick zu verlieren.

Einladung, Bühne, Reichweite: Dein Verein bei „Trude Kuh“

Wir von „Trude Kuh“ haben mit Sylvia Rickels und den Judo Eisbären Westerstede gezeigt, wie Judo Kinder stärkt, Werte vermittelt, Inklusion lebt und mit Technik statt Kraft überzeugt, und wenn Du jetzt denkst, dass auch Dein Verein, Dein Team oder Dein Unternehmen eine starke Geschichte hat, dann melde Dich bei uns, denn wir laden Dich ein, Deine Idee, Deinen Sport oder Deine Initiative bei uns erlebbar zu machen – direkt bei „Trude Kuh“, persönlich im TV-Studio von „Trude Kuh“, wo wir Interviews wie dieses produzieren, in denen Haltung, Engagement und Herz im Mittelpunkt stehen; wenn Du Deinen Verein im Interview vorstellen möchtest, findest Du alle Infos hier: Verein im Interview vorstellen, und wenn Du als Unternehmen Reichweite suchst: Wir erzielen über 14,5 Mio. Kontakte im Monat – nutze unsere Plattformen für smarte Kampagnen, Platzierungen und kreative Partnerschaften, alle Details zu Formaten, Zielgruppen und Buchung gibt es unter Werbemöglichkeiten für Unternehmen; wir von „Trude Kuh“ öffnen Dir die Tür, liefern die Bühne und die Story – wenn auch Du Deine Botschaft sichtbar machen willst, komm vorbei, schreib uns, und wir bringen Deine Sache auf Sendung.