Frank Lukoschus und Annegrete Petershagen vom Ambulanter Hospizdienst Ammerland zu Gast bei „Trude Kuh“

Es ist eine Wahrheit, die so alt ist wie die Menschheit selbst und dennoch eine, die wir im hektischen Treiben des Alltags allzu gerne verdrängen: Das Leben ist endlich. Wir planen, arbeiten, lieben und hetzen, als gäbe es kein Morgen, bis ein Moment uns mit voller Wucht in die Realität zurückholt. Eine schwere Diagnose, unerträgliche Schmerzen oder die unausweichliche Konfrontation mit dem nahenden Abschied. Plötzlich wird klar, dass jeder Tag ein Geschenk ist. In diesen schwersten Stunden, in denen der innere Frieden gesucht wird und die Angst vor dem Alleinsein übermächtig scheint, gibt es Menschen, die nicht wegsehen. Sie schenken Zeit, halten Hände und spenden Trost. Sie stehen für Würde und dafür, dass niemand seinen letzten Weg alleine gehen muss. Genau diese Mission verfolgt der Ambulante Hospizdienst Ammerland aus Westerstede seit 1997 mit unermüdlichem Engagement. Über diese wertvolle Arbeit sprachen der erste Vorsitzende Frank Lukoschus und Kassenwartin sowie ehrenamtliche Begleiterin Annegrete Petershagen in den TV-Studios von „Trude Kuh“ mit Redaktionsleiter Georg Mahn.

Mehr als nur ein Ehrenamt: Eine Berufung mit Herz und Handwerk

Die Vorstellung, einen sterbenden Menschen zu begleiten, löst bei vielen eine Mischung aus Bewunderung und einer gewissen Scheu aus. „Das könnte ich nicht“, ist eine Reaktion, die Annegrete Petershagen oft hört. Doch sie weiß aus eigener Erfahrung, dass diese anspruchsvolle Aufgabe erlernbar ist. Bevor die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer in eine Begleitung gehen, durchlaufen sie einen intensiven Qualifizierungskurs von rund 120 Stunden. Frank Lukoschus, der erste Vorsitzende des Vereins, betont, dass die wichtigste Grundlage die Menschlichkeit sei, die jeder Freiwillige mitbringe. Der Kurs vermittelt dann das notwendige Handwerkszeug: Wissen über die verschiedenen Phasen des Sterbens, Kommunikationsstrategien und vor allem auch Techniken zur Selbstfürsorge und Abgrenzung. Denn so erfüllend die Arbeit auch ist, sie fordert emotional heraus. Regelmäßige Supervisionen, der Austausch in der Gruppe und Einzelgespräche mit den beiden hauptamtlichen Koordinatorinnen sorgen dafür, dass die 95 Ehrenamtlichen mit ihren Erlebnissen nicht allein gelassen werden. Jeder Mensch verarbeite die Schicksale anders, erklärt Lukoschus, und der offene Austausch helfe dabei, die individuellen Eindrücke einzuordnen und sich gegenseitig zu stärken.

Die Kunst des Da-Seins: Begleitung für Betroffene und Angehörige

Was wünschen sich Menschen an ihrem Lebensende? Die Antwort ist so individuell wie das Leben selbst. Annegrete Petershagen berichtet, dass die Themen von tiefgründigen Gesprächen über die Lebensgeschichte bis hin zum einfachen, stillen Beisammensein reichen. Oftmals gehe es darum, noch einmal zu erzählen, was das Leben ausgemacht hat, oder einfach nur eine Hand zu halten, die signalisiert: „Ich bin bei dir.“ Eine besondere Freude für sie sind die kleinen Momente, wie wenn eine demente Dame, der sie regelmäßig vorliest, sie mit den Worten „Da bist du ja endlich, ich hab schon gewartet“ begrüßt. Diese Momente, so Petershagen, erden sie und geben ihr eine tiefe Dankbarkeit für das eigene Leben zurück. Doch die Arbeit des Hospizdienstes richtet sich nicht nur an die Sterbenden. Ein ebenso wichtiger Aspekt ist die Unterstützung der Angehörigen. Für sie ist die Situation oft noch schwerer, da sie den geliebten Menschen nicht loslassen wollen. Die Ehrenamtlichen fangen auch sie auf, führen Gespräche und bereiten sie auf das Unausweichliche vor. Das Ziel ist es, den innigen Wunsch der meisten Menschen zu erfüllen: die letzten Momente in der vertrauten, häuslichen Umgebung zu verbringen.

Ein Netzwerk für die Würde: Zusammenarbeit und Finanzierung

Um eine umfassende Versorgung zu gewährleisten, agiert der Ambulante Hospizdienst Ammerland nicht isoliert. Er ist Teil eines starken Hospiz- und Palliativnetzwerks im Landkreis. Eine enge Zusammenarbeit mit dem Palliativstützpunkt, der Palliativstation in der Ammerland Klinik und dem stationären Hospiz sorgt dafür, dass medizinische, pflegerische und seelische Betreuung Hand in Hand gehen. Dieses Zusammenspiel garantiert, dass niemand am Ende seines Lebens unnötig leiden muss. Doch so wertvoll und unverzichtbar diese ehrenamtliche Arbeit auch ist, sie finanziert sich nicht von allein. Während die klassische Sterbebegleitung teilweise von den Krankenkassen refinanziert wird, müssen viele weitere Angebote, wie die wichtige Trauerarbeit, zusätzliche Fortbildungen für die Ehrenamtlichen oder administrative Kosten, vollständig aus Spenden getragen werden. Frank Lukoschus macht unmissverständlich klar: „Ohne Spenden könnten wir morgen aufhören.“ Um die Hospizarbeit im Ammerland auch in Zukunft zu stärken, wird der ambulante Dienst zum 1. Juli 2026 mit dem stationären Hospiz zusammenwachsen – ein Schritt, der die Notwendigkeit von Unterstützung noch unterstreicht.

Werde Teil der „Trude Kuh“ Community!

Wir von „Trude Kuh“ waren tief beeindruckt von der Arbeit des Ambulanten Hospizdienstes Ammerland, die Frank Lukoschus und Annegrete Petershagen bei uns vorgestellt haben. Ihre Geschichten zeigen, wie wichtig Zusammenhalt und Mitgefühl in unserer Gesellschaft sind. Möchtest auch Du einen Verein oder eine Organisation vorstellen, die Unglaubliches leistet? Dann nutze Deine Chance und bewirb Dich bei uns, um Deinen Verein im Interview vorstellen zu können, direkt hier bei uns im TV-Studio von „Trude Kuh“. Vielleicht sitzt Du dann schon bald bei uns auf dem Sofa und teilst Deine Vision mit einem großen Publikum. Für Unternehmen bietet unsere Plattform ebenfalls enorme Chancen. Mit über 14,5 Millionen Kontakten pro Monat ist „Trude Kuh“ der ideale Ort, um Deine Marke sichtbar zu machen. Entdecke die vielfältigen Werbemöglichkeiten für Unternehmen und erreiche eine breite und engagierte Zielgruppe. Wir freuen uns darauf, von Dir zu hören und gemeinsam großartige Geschichten zu erzählen!