Böllerschüsse, die über den Festplatz hallen, Fahnen, die im Wind ein Versprechen von Heimat malen, und Uniformen, in denen jede Geste zählt: So beginnt für viele das Gefühl von Schützenfest. Doch hinter der festlichen Kulisse liegen ungezählte Stunden freiwilliger Arbeit, Terminlisten, Materialpläne und die Frage, wie Tradition mit der Gegenwart Schritt hält. Genau darüber sprechen Maik Kamphaus, erster Vorsitzender, und Gilbert Kwiotek, Schießleiter und Jugendwart des Kleinkaliber Schützenverein Barßelermoor e.V. von 1928 aus dem niedersächsischen Landkreis Cloppenburg, im Gespräch in den TV-Studios von „Trude Kuh“. Moderiert wurde das Interview von Redaktionsleiter Georg Mahn.
Tradition mit Zukunft: Warum ein Schützenverein heute noch zieht
Die beiden Gäste zeichnen ein lebendiges Bild davon, wie ein Verein Menschen über Generationen hinweg verbindet. Für Gilbert Kwiotek ist der Zusammenhalt das Herzstück: Alt und Jung arbeiten Seite an Seite, jede und jeder bringt Stärken ein, andere werden geführt und wachsen hinein. Dieses Miteinander ist kein Selbstläufer, denn der Alltag aller Beteiligten ist berufstätig, die Zeit knapp. „Dann macht man nach Feierabend noch ein paar Überstunden“, sagt er trocken – und meint die Stunden, in denen Banner gestellt, Stände aufgebaut, der Hafen geschmückt und Listen abgehakt werden.
Auch Maik Kamphaus betont die Herausforderung, junge Menschen für ehrenamtliches Engagement zu begeistern. Der Verein lebt, weil Menschen anpacken – und weil er offen ist. Das gilt ausdrücklich auch für Frauen: Schützenbrüder und Schützenschwestern gehören selbstverständlich dazu, König, Königin, Hofdamen, Scheibenkönigin, Ritter oder Kaiser – die Titel sind offen, die Anerkennung auch.
Schießsport für alle: Inklusion, Technik und ruhige Hände
Warum Schießsport? Weil er barrierearm ist, sagen beide. Während körperliche Einschränkungen in vielen Sportarten enge Grenzen setzen, erlaubt der Schießsport Teilhabe in ganz unterschiedlichen Lebenslagen. Man kann im Rollstuhl schießen, mit Einschränkungen trainieren – selbst Sehbehinderte finden mit akustischen Zielhilfen den Weg ins Zentrum: Sensoren übersetzen die Visierung in Ton, sodass der Schuss im richtigen Moment fallen kann. Das klingt nach Hightech – und ist zugleich ein sozialer Hebel, der echte Inklusion ermöglicht.
Dass Präzision trainiert werden kann, gehört zum kleinen Einmaleins der Disziplin. Fester Stand, Atmung, die richtige Bekleidung – Schießjacke, -hose, feste Schuhe, Mütze, Augenblende – all das stabilisiert den Körper, beruhigt den Puls und macht die Bewegungen wiederholbar. Es ist ein Sport der Konzentration, der den Kopf frei macht. „Ich brauch das auch zum Runterkommen“, sagt Gilbert. Auflageschießen als Einstieg, dann Schritt für Schritt Richtung Freihand – das System ist klar, die Lernkurve nachvollziehbar.
Jugend gewinnen: Von Lasergewehr bis Lametta
Der Verein beginnt die Nachwuchsarbeit früh – gesetzeskonform und pädagogisch klug. Ab sechs Jahren dürfen Kinder mit dem Lichtpunkt- beziehungsweise Lasergewehr erste Erfahrungen sammeln. Ab zwölf geht es mit dem Druckluftgewehr weiter, ab 15 wird Freihand geschossen, wenn es in Pokale und Rundenwettkämpfe geht. Spielerisch begleitet der Verein den Weg in den Sport: Basteln, Osteraktionen mit bunt verzierten Eiern, Halloween-Schießen, Weihnachtsfeier – die Mischung aus Erlebnis und Training bindet. Konkurrenz im Dorf durch Fußball, Kickboxen und andere Vereine? Gibt es. Doch die Strategie ist klar: am Ball bleiben, Angebote machen, Gemeinschaft leben.
Motivation liefert nicht zuletzt der sportliche Vergleich. Pokalschießen ist Kultur – für die Großen wie die Kleinen. Wenn Uniformjacken zum ersten Mal angezogen werden und die T‑Shirts im Schrank bleiben dürfen, wächst das Selbstbewusstsein mit jedem Abzeichen. „Ein bisschen Lametta und Blech“ an der Jacke? Gehört dazu, macht stolz – und erzählt von Leistung.
Feste feiern: Königsschießen, Schützenfest und der Blick auf den Hafen
Am 25. April startet das Königsschießen. Um 15 Uhr tritt die alte Throngemeinschaft an und eröffnet offiziell. Draußen gibt es kalte Getränke, Bratwurst, Hüpfburg für Kinder – drinnen den sportlichen Wettkampf um Titel wie König, Königin, Damenkönigin, Scheibenkönigin, Ritter, Kaiser. Wenige Wochen später, vom 8. bis 10. Mai, heißt es dann „Schützenfest Alarm“. Drei Tage Stimmung, die Monate Planung erfordert: Band und DJ werden gebucht, Schausteller koordiniert, die Location – der Hafen – gesichert. Der Basler Hafen ist Herz und Bühne zugleich, das Festzelt steht auf der Hafenplatte, abends fällt die Sonne in goldenen Streifen durch die Zeltwände. Und wenn die Gäste gegangen sind, tanzt der Verein seinen Abschluss-Ehrentanz, zieht zum Königshaus weiter – ein kleiner Umtrunk, Spiegeleier, viel Tradition.
Der Festumzug bleibt Höhepunkt: Straßenränder voller Menschen, Applaus, Kinder, die kleine Bonbons fangen, und die Erkenntnis, dass ein Dorf, wenn es will, gemeinsam groß ist. Das Wetter? Macht mit – oder nicht. Und genau hier wird sichtbar, wie sensibel die Finanzierung ist.
Rückenwind und Rückgrat: Ehrenamt, Finanzen und die Saison dazwischen
„Ohne Ehrenamt läuft nichts“, sagt Gilbert, der mit seinem Jugendwart Stefan, dem Vorsitzenden und vielen Helfenden den Schießstand, die Theorierunden und den Jugendbetrieb organisiert. Montags um 17 Uhr ist Kinder- und Jugendschießen, es gibt Theorie, Monatspokalschießen, kleine Wettbewerbe. Montags ab 19 Uhr trainieren die Erwachsenen, freitags ebenso – danach Glühwies, kaltes Getränk, Gespräche. Schützenkameradschaft heißt das – und meint mehr als Vereinsfreundschaft. Es ist ein Netzwerk aus Elektrikern, Maurern, Dachdeckern, Menschen aus allen Gewerken, die füreinander da sind, wenn Hilfe gebraucht wird.
Doch bei aller Tatkraft: Vereine müssen rechnen. Zelte kosten, Wetterrisiken schlagen durch, Schausteller wollen Zufriedenheit sehen, sonst rechnet sich die Tour nicht. Der Verein stemmt viel aus eigenen Mitteln, ist aber auf Spenden angewiesen – für Jugendarbeit, Ausrüstung, Veranstaltungen. Erlöse aus Kaffee und Kuchen fließen in T-Shirts, Pullover, Ausflüge, damit Kinder nicht nur wachsen, sondern auch mitwachsen können. Und im großen Bogen wünscht sich der Vorsitzende Stabilität: Mitglieder, die bleiben, Kinder, die nach Ausbildung und Studium zurückkehren. Viele tun es – spätestens, wenn sie merken, dass drei Tage Schützenfest ein Heimatgefühl erzeugen, das man in der Großstadt selten findet.
Einladung, Mitmachen, Werben: So erreichst Du uns
Wir von „Trude Kuh“ haben mit dem Kleinkaliber Schützenverein Barßelermoor e.V. von 1928 einen Verein erlebt, der Tradition lebt, Inklusion ernst meint und mit viel Herzblut Jugend fördert – wenn Du Deinen Verein vorstellen willst, melde Dich gerne bei uns und komm in die TV-Studios von „Trude Kuh“. Du findest mehr über uns auf der Seite von „Trude Kuh“ und erfährst, wie Du Dein Projekt mit uns im TV-Studio von „Trude Kuh“ erlebbar machst. In unserem Gespräch mit Maik Kamphaus und Gilbert Kwiotek ging es um die Faszination Schießsport für alle Generationen, den inklusiven Ansatz mit akustischer Zielhilfe auch bei Sehbehinderung, die frühe Nachwuchsarbeit mit Lichtpunktgewehren, die Bedeutung von Pokalschießen für Motivation und Identität, die Logistik und Finanzierung eines Schützenfestes am Hafen und die Kameradschaft, die vom Training über den Umzug bis zum Abschluss-Ehrentanz trägt. Wenn Du mit Deinem Verein ähnliche Geschichten erzählen möchtest, helfen wir Dir, diese Stimme groß zu machen – im Studio, im Netz und auf allen Kanälen. Und wenn Du als Unternehmen Reichweite suchst: „Trude Kuh“ erzielt über 14,5 Mio. Kontakte im Monat und bietet starke Bühnen für Marken – von Sponsoring bis Content-Formate, schau Dir unsere Werbemöglichkeiten für Unternehmen an. Du willst Dein Team sichtbar machen? Dann sichere Dir jetzt Deinen Slot, kontaktiere uns direkt oder starte hier: Verein im Interview vorstellen. Wir freuen uns, Dich im TV-Studio von „Trude Kuh“ zu begrüßen – wenn Du bereit bist, Deine Geschichte zu teilen, sind wir bereit, sie groß herauszubringen.


