Renate Ankelmann und Mona Göbel vom Niedersächsischen Tierschutzverein Bunte Kuh zu Gast bei „Trude Kuh“

Zwischen Sofa-Streicheleinheiten und Social-Media-Herzchen liegt eine Welt, die nach Angst riecht, nach stillen Ecken, nach Tieren, die niemand sehen will. Genau dort beginnt echte Tierliebe, sagen Renate Ankelmann und Mona Göbel: nicht im süßen Posting, sondern in der unbequemen Entscheidung, hinzufahren, zu helfen, dranzubleiben – auch wenn ein Lebensbegleiter alt, krank, schwierig oder schlicht vergessen wurde. Im „Trude Kuh“ TV-Studio erzählen die beiden vom Niedersächsischen Tierschutzverein Bunte Kuh aus Moormerland, wie sie seit Jahrzehnten Tiere aus dem Raster holen, das andere übersehen. Mit Geschichten, die unter die Haut gehen – vom geklauten Goldfisch im Einmachglas bis zum Border Collie, der allen Mut kostete und schließlich doch wieder Vertrauen fasste. Durch das Gespräch führt Redaktionsleiter Georg Mahn.

Vom Goldfisch zur Lebensaufgabe – Renate Ankelmanns Weg in den Tierschutz

Renate Ankelmann ist „ein Modell aus der Nachkriegszeit“, wie sie schmunzelnd sagt. Aufgewachsen zwischen Schäferherde und Hufschmied, merkte sie früh, dass Tiere keine Dekoration sind, sondern Verantwortung bedeuten. Als Kind setzte sie falsch gehaltene Goldfische heimlich in einen Teich aus – eine Art Initialzündung. Später, in der Stadt, lockte sie einen allein streunenden Schäferhund kurzerhand in den Kindergarten. Heute, nach über 50 Jahren Engagement, leitet sie als erste Vorsitzende den Verein Bunte Kuh, der 1998 gegründet wurde und ursprünglich bei Nutztieren anpackte. Doch weil die Tierheime voll waren, klingelte bei der Bunten Kuh immer öfter das Telefon – für Katzen, Hunde, Schildkröten und alles dazwischen. Wenn jemand abends mit einem angefahrenen Hund vor ihrer Tür steht, sagt Renate nicht „ist nicht mein Ding“. Sie macht auf. Vier Telefone, 80-Stunden-Wochen, Rentenalter hin oder her – für das Tier wird weitergekämpft.

Problemhunde sind Menschenprobleme – Mona Göbel über Ursachen, Wege und Gänsehautmomente

Mit mehr als 40 Jahren Erfahrung in Hundeschule und Verhaltenstraining sieht Mona Göbel die Folgen eines Trends, der sich besonders seit 2020 zuspitzt: unbedachte Anschaffungen, falsche Erwartungen, fehlendes Wissen über Bedürfnisse und Entwicklungsphasen. Das Ergebnis: übervolle Tierheime mit schwierigen Fällen, Hunden, die als „nicht mehr vermittelbar“ gelten. Meistens kommen die Menschen erst, wenn „das Kind in den Brunnen gefallen ist“, wenn bereits ein Biss das Vertrauen zerstört hat. Ob und wie es weitergeht, hängt stark von der Bereitschaft ab, dranzubleiben. Ja, sagt Mona, man kann Vertrauen kitten – mit Zeit, Energie und Ehrlichkeit sich selbst gegenüber. Ihre wichtigste Grundzutat für neue Halter lautet: Neugier. Nicht registrieren, dass der Hund knurrt, sondern verstehen wollen, warum. Nicht reagieren, sondern analysieren, zuhören, die Sprache des Tieres lernen. Die Erfolgsmomente sind selten, aber unvergesslich: Wenn ein extremer Border-Collie-Rüde nach zähem Ringen wieder Bindung zulässt, bekommt selbst eine Profi-Hundetrainerin Gänsehaut.

Wenn das Netz reißt – wie die Bunte Kuh Fälle verteilt, vermittelt und Verantwortung sichtbar macht

Die Praxis ist rau: In Stoßzeiten kommen bei Renate 60 bis 80 Anrufe am Tag an, am Wochenende nicht weniger. Zuständig für Fundtiere sind eigentlich Gemeinden und Städte, die Verträge mit Tierheimen oder Pensionen haben. Doch wenn alles überfüllt ist, landet der Hilferuf oft bei der Bunten Kuh. Dann greift der Verein zum Netzwerk: Fotos an das Ehrenamtsteam, Aufrufe im Internet, Nachfrage bei Mitgliedern mit Spezialwissen – von Amphibien bis Pferden –, und wenn nötig der Weg über den Landesverband des Deutschen Tierschutzbundes. So werden selbst große Fälle gestemmt: Bei 39 Katzen aus einem Animal-Hoarding-Haushalt halfen mehrere Vereine zusammen; das Veterinäramt fuhr einen Tag lang Touren, verteilte Tiere nach Hannover, in die Wesermarsch und weiter. Öffentlichkeitsarbeit gehört dazu, vom Infostand bis zur Vorführung von Denkspielen für Hunde. Ein Foto im Kopf bleibt haften: Renate zeigt einem Hund namens Sherry, wie ein Knobelspiel funktioniert – gespitzte Ohren, höchste Aufmerksamkeit, Lernen mit Blickkontakt. So sieht Vermittlung in der Realität aus.

Zwischen Kälte und Klartext – über Verantwortung, Alter und die Zumutungen der Tierliebe

Beide Beobachterinnen registrieren eine wachsende Kluft zwischen Gefühl und Haltung. Wer heute „sofort einen Hund“ will, findet ihn online – passend ist er darum noch lange nicht. Und wenn ein Tier alt, inkontinent, taub oder blind wird, bröckelt die Bereitschaft, die Folgen mitzutragen. Renate bringt es kantig auf den Punkt: „Dem würde ich nicht mal einen Regenwurm anvertrauen“ – und doch steht derselbe Mensch nach einer Woche mit einem überforderten Tier vor der Tür. Der Verein hilft, weil es ums Tier geht, nicht um bequeme Lösungen für Halter. Gleichzeitig beweist der Alltag Humorreserven: Vom vermeintlich tödlichen „Ziegenpeter-Schock“ nach zu viel Goldhamsterfütterung bei den Enkeln bis zu skurrilen Nachtanrufen erlebt die Bunte Kuh alles. Ernst bleibt die Arbeit dennoch, und sie lebt von Ehrenamt und Spenden. Moormerland unterstützt etwa jährlich drei Tage lang mit einem kostenlosen Gemeindehaus, damit Buchflohmärkte Katzenkastrationen finanzieren – ein greifbares Beispiel dafür, wie lokale Solidarität Tierleid konkret lindert.

Zukunft mit System – das geplante Tierschutzzentrum und eine Resozialisierungsstation

Die Bunte Kuh will Strukturen schaffen, die dauerhaft tragen. Herzstück der Vision ist ein Tierschutzzentrum mit eigenem Tierheim und einer spezialisierten Resozialisierungsstation für Hunde. Ein Ort, an dem schwierige Fälle nicht aussortiert, sondern systematisch stabilisiert werden. Die Genehmigungen brauchen Zeit, die Geduld ist groß – und der Bedarf ist es auch. Je enger die Tierheime werden, desto wichtiger wird ein Platz, an dem Expertise, Geduld und Training unter einem Dach zusammenlaufen. Denn Problemhunde sind selten „böse“ – sie sind aus der Bahn. Eine Station, die Wissen bündelt, Halter schult und Tiere neu verankert, würde nicht nur Einzelschicksale drehen, sondern auch Tierheime entlasten und Gemeinden helfen, ihre Zuständigkeiten praktisch zu erfüllen.

Einladung, Einblick, Möglichkeiten – so bleibst Du dran und machst mit

Wir von „Trude Kuh“ haben Renate Ankelmann und Mona Göbel in unseren Studios begrüßt, um die Arbeit des Niedersächsischen Tierschutzverein Bunte Kuh sichtbar zu machen: vom Anruf-Marathon über die Rettung schwer vermittelbarer Hunde bis zur Vision eines Tierschutzzentrums mit Resozialisierungsstation. Wenn Du Deinen Verein im TV-Studio vorstellen möchtest oder Dich für starke Reichweite interessierst, melde Dich gern bei uns. Wir von „Trude Kuh“ erreichen monatlich über 14,5 Mio. Kontakte und bieten damit großartige Sichtbarkeit für Projekte, Vereine und Unternehmen – ob für Aufmerksamkeit, Mitgliedergewinnung oder klare Botschaften in Sachen Tierschutz. Schau auf unserer Seite vorbei unter „Trude Kuh“, informiere Dich über das TV-Studio von „Trude Kuh“ und nutze die Chance, Deinen Verein im Interview vorstellen zu lassen. Wenn Du als Unternehmen Werbepartner werden willst, findest Du hier alle Infos zu unseren Werbemöglichkeiten für Unternehmen. Wir von „Trude Kuh“ erzählen die Geschichten, die zählen – wenn Du Reichweite suchst, ein Herzensprojekt hast oder Werbung mit Wirkung planst, dann lass uns zusammen die richtige Bühne dafür schaffen.