Arne Brunnée vom Verein für Heimatpflege Bad Zwischenahn – Ammerland-Museum zu Gast bei „Trude Kuh“

Manchmal beginnt Heimat mit einem Geräusch: dem leisen Knarren alter Dielen, dem Auffächern von Holzduft, der sich in der Nase festsetzt wie eine Erinnerung. Wer durch das Ensemble historischer Gebäude am Zwischenahner Meer streift, spürt diese entschleunigte Welt, in der das Tempo eine Stufe zurückschaltet und Geschichte wieder greifbar wird. Doch das, was nach heiler, guter alter Zeit aussieht, hält sich nicht von allein. Es braucht Menschen, die hämmern, flicken, erklären, sammeln, singen, tanzen – kurz: anpacken. In den „Trude Kuh“ TV-Studios sprach Redaktionsleiter Georg Mahn mit Arne Brunnée, dem ersten Vorsitzenden des Vereins für Heimatpflege Bad Zwischenahn – Ammerland-Museum, darüber, wie das Ammerländer Erbe lebendig bleibt und warum echte Heimat tägliche Arbeit ist.

Ein Panorama aus Windmühle, Bauernhaus und lebendiger Erinnerung

Der Blickfang ist unübersehbar: der Galerieholländer, die Windmühle, die untrennbar zum Panorama von Bad Zwischenahn gehört. Direkt daneben das Ammerländer Bauernhaus – namensgebend für den Verein – und ein Gelände voller Zeitzeugen mit insgesamt 17 historischen Gebäuden, vom Einraumhaus über Scheunen und Speicher bis zur Schmiede. Ein Ort, der Besucher erst staunen und dann innehalten lässt. Wer hier ankommt, fühlt sich zurückversetzt in eine langsamere Zeit. Die Mühle steht direkt am Zwischenahner Meer, das Bauernhaus rahmt die Szenerie, vor der Volkstanzgruppen regelmäßig auftreten. Hier werden Traditionen nicht ausgestellt, sondern vorgeführt: Die Schmiede feuert und hämmert alle zwei bis drei Wochen, es qualmt und zischt, Kinder und Erwachsene bleiben stehen, lassen sich erklären, wie Eisen nachgibt, wenn man es richtig anfasst.

Die Bandbreite reicht von Handwerksdemonstrationen wie Spinnen und Weben bis zur Torfstech-Aktion im Moor. Wer Fast Fashion gewöhnt ist, staunt: Wie viele Arbeitsschritte, wie viel Feingefühl und Zeit nötig sind, bis aus Wolle Fäden werden und daraus Stoffe und Kleidungsstücke. Das Staunen ist Programm – und es schafft ein neues Bewusstsein dafür, was Dinge wirklich wert sind.

1872 gegründet: ein Verschönerungsverein mit langem Atem

Die Geschichte des Vereins beginnt 1872, damals als Verschönerungsverein, und prägt die Region seit über einem Jahrhundert. 1909 wurde der Grundstein für das Museum gelegt, zwei Jahre später die feierliche Einweihung. Heute trägt und führt der Verein dieses große Erbe fort, mit 17 historischen Gebäuden, die Instand gehalten, gezeigt und erklärt werden. Die Herausforderungen sind greifbar: Reetdächer kosten und verlangen Spezialwissen, Fundamente müssen gegen Starkregenereignisse geschützt werden, Fassaden wollen saniert werden. Vieles leisten Ehrenamtliche mit handwerklicher Erfahrung: Zimmerer, Dachdecker, tatkräftige Mitglieder. Doch nicht alles geht in Eigenleistung – und so bleibt der Verein auf Mitgliedsbeiträge, Spenden und die verlässliche Zusammenarbeit in Bad Zwischenahn angewiesen. Behörden, Unternehmen, Bürgerinnen und Bürger ziehen hier oft an einem Strang, weil allen klar ist: Ohne diesen Einsatz wäre die Region ärmer.

Ehrenamt, Eintritt und der lange Atem der Gemeinschaft

Wer die Anlage besucht, zahlt einen moderaten Eintritt. Dahinter stehen Stunden über Stunden ehrenamtlicher Arbeit: Pflanzen setzen, Schwellen austauschen, Dächer eindecken, Führungen konzipieren, Veranstaltungen organisieren. Mehr als 450 Mitglieder hat der Verein, rund 50 Ehrenamtliche sind regelmäßig aktiv, bei Veranstaltungen helfen 15 bis 20 zusätzlich. Der Bedarf ist groß, denn die Häuser öffnen nicht von selbst. Es braucht Menschen am Eingang, Erklärende in den Gebäuden, Koordinatoren, die Termine und Teams zusammenbringen. Dieses Engagement ist das Rückgrat der Heimatpflege – sichtbar auf den Wegen, unsichtbar in den Protokollen, Bauplänen und Dienstplänen. Arne Brunnée weiß, wie schwer es ist, neue Ehrenamtliche zu gewinnen, und wie viel Motivation es braucht, wenn das Wetter nicht mitspielt oder die Kosten das Budget drücken. Trotzdem bleibt die Stimmung im Verein optimistisch: Wer hier mitmacht, erlebt echten Zusammenhalt und sieht, wie sichtbar die eigene Arbeit wird.

Janosch, Plattdeutsch und ein Löffeltrunk, der verbindet

Zwischen Vergangenheit und Zukunft liegt oft eine gute Geschichte. Das Einraumhaus des Vereins wurde zur Vorlage für Janoschs berühmtes Buch „Oh, wie schön ist Panama“. Wer das Gebäude betritt, erkennt Details aus den Illustrationen, vom Fachwerk bis zum Reetdach, von rustikalen Einrichtungsgegenständen bis zu der Atmosphäre, die Kinderbücher so warm macht. Ebenso lebendig: das plattdeutsche Theater im Bauernhaus, dessen Bühne nach der Corona-Pause wieder bespielt wird. Die „Spielköppel“ präsentieren jährlich ein neues Stück, die Tribüne steht zwischen historischem Gebälk, und die Sprache klingt so, wie sie hier zu Hause ist. Tradition wird auch geschmeckt: Der Ammerländer Löffeltrunk – Korn aus Zinnlöffeln mit plattdeutschem Spruch – ist Ritual und sozialer Kitt. Und wie bei jeder guten Tradition gilt: Am Ende zahlt derjenige, bei dem der umgedrehte Löffel tropft. Solche Rituale sind mehr als Folklore. Sie holen Menschen zusammen, stiften Identität und tragen einen Ort durch Zeiten, die manchmal etwas zu schnell laufen.

Jahreszeiten, die einen Ort prägen: Torfstechen und Weihnachtsmarkt

Das Programm hat Kraftpunkte, die Menschen regelmäßig anziehen. Das Torfstechen macht die körperliche Arbeit früherer Generationen erlebbar: Mit Spaten ins Moor, Soden abstechen, zum Trocknen auslegen und verstehen, warum nasser Torf im Ofen nur Rauch produziert. Über den Sommer hinaus leuchtet der Advent: Der Weihnachtsmarkt am ersten Adventswochenende vor dem Ammerländer Bauernhaus ist ein echtes Bad Zwischenahner Highlight. Lagerfeuer, kleine Buden mit Handgemachtem, die behagliche Kulisse eines Wäldchens – alles ehrenamtlich organisiert, vom Strom bis zu den Ausstellern. Dazu kommt der Tag der Heimat am 13. August, eingebettet in die Zwischenahner Woche. Viele, die die Region verlassen haben, kommen dann zurück, treffen alte Bekannte, fühlen den Ort wieder. Diese Rückkehrmomente sind Teil dessen, was Heimat stark macht.

Herausforderungen, Wünsche und ein klarer Blick nach vorn

Die großen Sorgen des Vereins sind handfest: Dächer, die ausgetauscht werden müssen, Fassaden, die bröckeln, Fundamente, die gegen Wasser geschützt werden wollen. Der Klimawandel verstärkt die Aufgaben, die Banken nicht immer lockern, und Spenden müssen verlässlich fließen, damit die Arbeit nicht stockt. Arne Brunnée, seit 2024 erster Vorsitzender und seit 1996 – damals siebenjährig über den Volkstanz – im Verein aktiv, wünscht sich vor allem eines: mehr Menschen, die mitmachen. Ehrenamtliche, die Kassendienst übernehmen, Führungen geben, Handwerk zeigen, Bauabschnitte begleiten. Denn Heimat ist kein Zustand, sie ist ein Prozess. Und dieser Prozess bleibt nur lebendig, wenn viele Hände zugreifen. Der Verein lädt daher offen ein: Wer anpacken will, findet Aufgaben mit Sinn und Wirkung.

Einladung, Möglichkeiten und Werbung mit Reichweite

Wir von „Trude Kuh“ freuen uns, am 2026-05-08 ein so lebendiges Stück regionaler Identität gezeigt zu haben: das Ammerland-Museum und den Verein für Heimatpflege Bad Zwischenahn mit Windmühle, Bauernhaus, Volkstanz, plattdeutschem Theater, Torfstechen und echter Handwerkskultur, und wenn Du Deinen Verein, Deine Initiative oder Dein Unternehmen vorstellen möchtest, dann melde Dich gern bei uns, denn wir begleiten Dich vom ersten Konzept über die Produktion bis zur Ausspielung mit Reichweite; starte am besten mit einem Blick auf „Trude Kuh“, erfahre mehr über das TV-Studio von „Trude Kuh“, nutze die Chance, Deinen Verein im Interview vorstellen zu lassen und entdecke unser starkes Angebot an Werbemöglichkeiten für Unternehmen, denn mit über 14,5 Mio. Kontakten im Monat bieten wir Dir enorme Sichtbarkeit für Kampagnen, Imagefilme und Produkte; wir von „Trude Kuh“ erzählen Deine Geschichte im richtigen Ton, bringen Inhalte in ein sympathisches Format und vernetzen Dich mit einer großen Community – wenn Du Tradition, Engagement oder Innovation zeigen willst, dann komm ins Studio, wir machen die Bühne, Du bringst die Geschichten, und gemeinsam sorgen wir dafür, dass Deine Botschaft ankommt.