Tiefblaues Meer, weiße Häuser, die sich an sonnenverwöhnte Hänge schmiegen, und der Duft von gegrilltem Oktopus aus lebhaften Tavernen – das ist das Griechenland der Postkartenmotive, ein Sehnsuchtsort für unzählige Urlauber. Doch abseits der touristischen Pfade, in den kleinen Dörfern Zentralmakedoniens, existiert eine andere Realität. Eine Realität, in der das tägliche Leben für unzählige Straßenhunde und -katzen ein unerbittlicher Kampf ums Überleben ist. Ohne Schutz vor der sengenden Sommerhitze oder der winterlichen Kälte, oft krank, verletzt und von der Gesellschaft vergessen, fristen sie ein Dasein voller Unsicherheit und Entbehrungen. Genau an diesem Punkt, wo viele wegsehen, beginnt die Geschichte von Menschen, die handeln. Sie haben diese Missstände nicht nur erkannt, sondern sich entschieden, aktiv einzugreifen. Aus einer tiefen Überzeugung heraus leisten sie Hilfe, wo sie am dringendsten gebraucht wird – direkt vor Ort. Über diese wertvolle Arbeit und die Leidenschaft, die dahintersteckt, sprach Redaktionsleiter Georg Mahn in den TV-Studios von „Trude Kuh“ mit den Gründern des Vereins Tierhilfe Sitochori, Stephanie und Falk Schumacher.
Vom Urlaubsort zur Lebensaufgabe: Die Realität des Tierschutzes in Griechenland
Für Stephanie Schumacher ist Griechenland seit ihrer Kindheit mehr als nur ein Reiseziel; es ist eine zweite Heimat. Doch mit dem Erwerb eines Hauses im Jahr 2023 rückten die seit Langem bekannten Tierschutzprobleme unerbittlich in den Vordergrund. Die erschreckende Normalität, mit der Tiere vernachlässigt, ausgesetzt oder sogar vergiftet werden, obwohl das griechische Tierschutzgesetz strenge Strafen vorsieht, wurde zur direkten Konfrontation. Die Kluft zwischen Gesetz und gelebter Praxis ist enorm. Offiziell sind die Kommunen für die Streuner zuständig, doch in der Realität geschieht oft nichts. Für Falk Schumacher, der vorher weniger Berührungspunkte mit dem Tierschutz hatte, war diese Erfahrung ein Schock und offenbarte einen Unterschied zu Deutschland wie Tag und Nacht. Das Verhältnis vieler Einheimischer zu Tieren ist ambivalent. Während eine moderne Generation einen liebevollen Umgang pflegt, sehen andere in Tieren lediglich einen Nutzwert. Werden sie alt oder krank, werden sie oft einfach „entsorgt“ – eine grausame Realität, die von Teilen der Gesellschaft als normal angesehen wird. Genau hier setzt die Tierhilfe Sitochori an: nicht mit dem Finger zeigend, sondern durch Aufklärungsarbeit und aktive Hilfe, um ein Umdenken zu fördern.
Mehr als nur Vermittlung: Hilfe zur Selbsthilfe vor Ort
Der Kernfokus des Vereins Tierhilfe Sitochori liegt bewusst nicht auf der massenhaften Vermittlung von Tieren nach Deutschland. Vielmehr geht es Stephanie und Falk Schumacher darum, das Leben der Tiere in ihrer gewohnten Umgebung nachhaltig zu verbessern. Dazu gehören medizinische Versorgung, die Organisation von Futterstellen, das Schaffen von schattigen Plätzen im Sommer und warmen Rückzugsorten im Winter. Ihr beruflicher Hintergrund als Notfallsanitäter erweist sich dabei als unschätzbarer Vorteil. Täglich können sie ihr medizinisches Wissen anwenden, um den Zustand von verletzten oder kranken Tieren einzuschätzen. Oft können sie kleinere Blessuren selbst behandeln oder stabilisierende Erstmaßnahmen einleiten, bevor sie – meist nach telefonischer Absprache mit einem Tierarzt – entscheiden, ob eine Fahrt in die nächste, 32 Kilometer entfernte Klinik notwendig ist. Die emotionalen Momente, wie der Tod eines schwer verletzten Hundes namens Joyir oder der Verlust von Welpen, gehen ihnen sichtlich nahe. Doch diese Erlebnisse bestärken sie nur in ihrer Mission, denn ohne ihren Einsatz gäbe es für viele dieser Tiere keinerlei Hoffnung.
Zwischen Bürokratie und Herzblut: Die täglichen Herausforderungen der Vereinsarbeit
Die Arbeit der Tierhilfe Sitochori ist ein permanenter Kraftakt, der weit über die direkte Versorgung der Tiere hinausgeht. Als Zweiergespann stemmen Stephanie und Falk die gesamte Organisation: von der Pflege der Tiere über die Social-Media-Arbeit bis hin zur mühsamen Logistik. Eine besondere Hürde stellt die Bürokratie dar. Obwohl die Kommunen EU-Gelder für den Tierschutz erhalten, versickern diese oft in undurchsichtigen Kanälen, anstatt bei den Tieren anzukommen. Als deutscher Verein in Griechenland um offizielle Unterstützung anzufragen, ist ein fast aussichtsloses Unterfangen. Diese strukturellen Barrieren kosten wertvolle Zeit und Nerven, die eigentlich für die Rettung von Leben benötigt werden. Eine weitere große Herausforderung ist die Finanzierung. Allein in einem dreiwöchigen Aufenthalt fielen Tierarztkosten von rund 2.500 Euro an. Kastrationen, medizinische Notfälle, Futter und Material – all das kostet Geld. Aussagen wie „Wir haben in Deutschland genug eigene Probleme“ oder die schroffe Abweisung bei der Bitte um eine Sachspende für Tiertransporte sind frustrierend, doch die Schumachers lassen sich nicht entmutigen. Für sie ist klar: Ein Tier in Not ist ein Tier in Not, egal auf welcher Seite einer Grenze es sich befindet. Jede durchgeführte Kastration verhindert zukünftiges Leid und ist ein aktiver Beitrag zum Tierschutz.
Werde auch Du Teil der „Trude Kuh“ Gemeinschaft
Das bewegende Engagement von Stephanie und Falk Schumacher für die Tierhilfe Sitochori ist ein beeindruckendes Beispiel dafür, wie aus persönlicher Überzeugung Großes entstehen kann. Wir von „Trude Kuh“ möchten solchen inspirierenden Geschichten eine Bühne geben. Wenn auch Du in einem Verein aktiv bist und Eure wertvolle Arbeit einem breiten Publikum vorstellen möchtest, dann zögere nicht, uns zu kontaktieren. Wir sind immer auf der Suche nach spannenden Persönlichkeiten und Projekten, die wir in unserem TV-Studio von „Trude Kuh“ begrüßen dürfen. Vielleicht möchtest auch Du Deinen Verein im Interview vorstellen und damit andere Menschen für Deine Sache begeistern. Die Plattform „Trude Kuh“ erreicht monatlich über 14,5 Millionen Kontakte und bietet damit eine enorme Reichweite, nicht nur für gemeinnützige Organisationen. Auch für Unternehmen eröffnen sich hier vielfältige und attraktive Möglichkeiten. Wenn Du Interesse daran hast, Dein Unternehmen oder Deine Produkte einem großen und interessierten Publikum zu präsentieren, dann informiere Dich über unsere Werbemöglichkeiten für Unternehmen. Ob Verein oder Firma, wir freuen uns darauf, von Dir zu hören und vielleicht schon bald gemeinsam ein spannendes Projekt umzusetzen. Melde Dich einfach bei uns!


