Wer je das warme Prusten eines Pferdes im Nacken gespürt, den Staub im Lichtstrahl der Halle tanzen gesehen und sich vom gleichmäßigen Takt der Hufe beruhigen ließ, weiß: Hier entsteht eine Verbindung, die zugleich leise und gewaltig ist. Genau diese Magie stand im Mittelpunkt eines Gesprächs, das eine Welt zeigt, die vielen Menschen entgleitet – und doch so viel zu geben hat. Im „Trude Kuh“ TV-Studio erzählt Vielfalt Pferd, warum Begegnungen mit Pferden heute wichtiger sind denn je und wie aus kleinen Gesten große Bewegungen entstehen. Durch das Gespräch führt Redaktionsleiter Georg Mahn.
Warum das Pferd zurück in die Mitte der Gesellschaft gehört
Cathrin Sanders, die für die Geschäftsstelle in Großefehn in Ostfriesland spricht, und Anke Dinkelbach, Botschafterin Kunst des Vereins Vielfalt Pferd aus Alsbach-Hähnlein, beschreiben eine Branche im Wandel. Das Bild vom Pferd als Breitensport- und Kulturgut franst aus, die Schnittstellen zur Gesellschaft werden dünner. Weniger Reiterinnen und Reiter, weniger Reitschulen, weniger zufällige Stall-Erlebnisse – und damit weniger gelebte Nähe. Sanders bringt es auf den Punkt: Faszination sei reichlich vorhanden, Sichtbarkeit jedoch nicht. Wer Pferden nicht mehr begegnet, kann ihre Wirkung kaum begreifen – von Sport bis Therapie, von Bildung bis Kultur.
Dabei ist die Botschaft einfach: Pferde stiften Gemeinschaft, fördern Empathie und erden – besonders junge Menschen. Wenn Bildschirme dominieren und echte Erfahrungen rar werden, ist der Stall ein analoger Schutzraum. Pferde spiegeln ehrlich, ohne Filter, und verlangen Präsenz. Genau das macht sie für Prävention, Persönlichkeitsentwicklung und soziale Bindung so wertvoll.
Eine Aktionswoche wird zur Bewegung
Mit der Aktionswoche Vielfalt Pferd hat der Verein ein Format geschaffen, das aus der Nische ins Land strahlt. Rund 700 Aktionen im vergangenen Jahr – Hof-Tage, Begegnungsnachmittage, Besuche im Hospiz, Mitmach-Angebote für Kitas und Schulen – wurden gebündelt, um mediale Aufmerksamkeit zu erzeugen. Das Beeindruckende ist, was daraus erwuchs: Viele der Initiativen wurden verstetigt. Menschen, die sich zuvor nicht trauten, gingen mit Ponys in Pflegeeinrichtungen; Pädagoginnen und Pädagogen erlebten, wie Kinder Ängste überwinden, Vertrauen fassen und plötzlich sprechen, wo zuvor Schweigen war. Zahlreiche Rückmeldungen erzählen von Gänsehaut-Momenten, von Erstkontakten, die Türen öffneten, und von Ehrenamtlichen, die nun regelmäßig Begegnungen organisieren. Aus einer Woche wurde eine Welle.
Anke Dinkelbach beobachtet diese Momente genauso in ihrem eigenen Umfeld: ob beim ersten Putzen, beim vorsichtigen Streicheln oder beim bewussten Atmen im Beisein des Tieres – da passiert sofort etwas. Diese Unmittelbarkeit ist ihr künstlerischer Ankerpunkt.
Kunst, Vielseitigkeit und die Seele der Bewegung
Dinkelbach kommt aus der Vielseitigkeitsreiterei, einem Feld, das das gemeinsame Vorwärts mit dem Partner Pferd zur Essenz erhebt. In ihrer Malerei versucht sie, genau diese Essenz einzufangen: Geschwindigkeit, Kraft, das Blitzen des Wassers beim Galopp über Wattböden, das Glitzern der Sonne, das Konzentrationsbündel zwischen Jockey und Pferd, die knisternde Spannung am Start und die Stille danach. Ihr Ziel ist nicht die bloße Abbildung, sondern das Berühren hinter dem Gegenstand. Auf Leinwand übersetzt sie das Gefühl, Teil eines größeren Rhythmus zu sein – damit Menschen, die nicht reiten, dennoch verstehen können, was diese Partnerschaft ausmacht.
Gleichzeitig bleibt ihr Blick nach vorn offen: Kunst, sagt sie, ist ein dynamischer Prozess, der mit der eigenen Reifung subtile Ebenen erschließt. Vielleicht wird ihre Sprache hintergründiger, vielleicht expressiver – sicher aber bleibt sie dem Versuch treu, die innere Wahrheit dieser Begegnung zu zeigen.
Sichtbarkeit schaffen, Strukturen stärken
Vielfalt Pferd schließt eine Lücke. In der Pferdewelt gibt es viele Verbände – sportliche, züchterische, therapeutische –, doch selten ein gemeinsames Dach, das alle vereint. Der Verein lädt genau dazu ein: zusammenzustehen, die gemeinsame Liebe zum Pferd nach außen zu tragen und das Verbindende vor das Trennende zu stellen. Diese offene Haltung erzeugt Resonanz: Höfe, Betriebe, Ehrenamtliche, Pädagoginnen und Pädagogen melden sich, beteiligen sich, vernetzen sich, teilen Best Practices und zeigen, wie moderne Reitschulen wirtschaftlich und pädagogisch tragfähig funktionieren können.
Die Herausforderungen sind klar benannt. Es gibt weniger Reitschulen und damit weniger Einstiegspunkte für Menschen ohne eigenes Pferd. Vielfalt Pferd adressiert das mit Vernetzung, mit Mutmach-Geschichten und mit Impulsen in die Politik. Eine Einladung in den Bundestag zeigt, dass die Debatte angekommen ist. Wichtig bleibt, dass positive Geschichten mediale Stage bekommen – denn zwischen Goldmedaille und Skandalmeldung liegt ein Alltag voller echter Qualität, der häufig ungesehen bleibt.
Kleine Geste, große Wirkung
Aus Sicht von Sanders beginnt Veränderung oft im Kleinen: jemanden in den Stall mitnehmen, erzählen, was dort passiert, warum man stundenlang bleibt und doch geerdet heimkehrt. Ein Pferd begegnet Menschen ohne Vorurteile – dieser Filterlosigkeit kann man sich schwer entziehen. In Hospizen ergibt sich daraus Trost, in Kitas Neugier, in Familien Gesprächsstoff. Und in jedem dieser Momente wächst Verständnis.
Die Aktionswoche hat gezeigt, wie niedrig die Schwelle sein kann. Putzaktionen, Fühlpfade, Führübungen, das Erklären von Futter, Huf und Herzschlag – all das weckt Fragen und Antworten, die hängen bleiben. Wenn aus einem Erstkontakt ein regelmäßiger Termin wird, wenn aus Angst Vertrauen wird, dann entsteht Bindung. Genau hier setzt Vielfalt Pferd an: Begegnung ermöglichen, Verantwortung zeigen, Gemeinsamkeit leben.
Einladung: Mitmachen, vorstellen, Reichweite nutzen
Wir von „Trude Kuh“ haben im Gespräch mit Vielfalt Pferd aus Alsbach-Hähnlein die Kraft echter Begegnungen, die Wirkung von Kunst und die Bedeutung gelebter Verantwortung zusammengefasst: Es geht um mehr Sichtbarkeit für Pferde in Gesellschaft, Bildung, Therapie und Kultur, um Vernetzung zwischen Höfen und Ehrenamt, um Lösungen gegen den Rückgang von Reitschulen und um die Verstetigung erfolgreicher Formate wie der Aktionswoche mit rund 700 Aktionen. Wenn Du Deinen Verein, Hof oder Dein Projekt im „Trude Kuh“ Programm vorstellen möchtest, melde Dich gern – wir zeichnen im TV-Studio von „Trude Kuh“ auf und freuen uns über inspirierende Initiativen. Unsere Plattform erzielt über 14,5 Mio. Kontakte im Monat, damit bieten wir starke Sichtbarkeit und echte Hebel für Reichweite – vom Vereins- bis zum Unternehmensauftritt. Wenn Du Deinen Verein im Interview vorstellen willst, findest Du alle Infos unter Verein im Interview vorstellen. Und wenn Du als Firma clever werben möchtest, erklären wir Dir gern die Formate und Platzierungen unter Werbemöglichkeiten für Unternehmen. Wir von „Trude Kuh“ schaffen Bühne, Bild und Botschaft – wenn auch Du Menschen bewegen willst, dann komm zu uns ins Studio, erzähl Deine Geschichte und nutze unsere Reichweite für das, was Dir wichtig ist.


