Roxana Frankl und Thomas Braun vom Eichhörnchen Schutz e.V. zu Gast bei „Trude Kuh“

Wenn ein kleiner, brauner Wirbel mit buschigem Schwanz über eine knorrige Eiche zischt, eine Nuss zwischen winzigen Pfoten dreht und in sicherer Höhe verschwindet, fühlen viele Menschen dieses kurze, warme Ziehen im Herzen. Ein Bild voller Leichtigkeit – bis es plötzlich kippt: Ein Sturz aus dem Kobel, eine Attacke durch Katze oder Krähe, ein Autounfall – und da sitzt ein Jungtier am Boden, orientierungslos, erschöpft, in akuter Not. Genau an dieser scharfen Kante zwischen putziger Idylle und harter Realität setzt der Eichhörnchen Schutz e.V. an. In den „Trude Kuh“ TV-Studios sprachen die erste Vorsitzende Roxana Frankl und Medienbeauftragte Thomas Braun über Rettung, Pflege und Auswilderung von Eichhörnchen – und über die enorme Logistik dahinter. Moderiert wurde das Gespräch von Redaktionsleiter Georg Mahn.

Vom Urlaubsfoto zum Lebensauftrag

Roxana Frankls Weg zum Eichhörnchenschutz führt erstaunlich schnurgerade über Disney World. Von jener Reise brachte sie, wie sie schmunzelnd erzählt, genau ein Foto von Micky Maus mit – und sehr viele von Eichhörnchen. Aus dem anfänglichen Staunen wurde Tatkraft: Sie besuchte eine Auffangstation in den USA, kam nach Deutschland zurück und packte an. Seit 2016 ist sie im Verein aktiv, seit 2022 erste Vorsitzende. An ihrer Seite wirkt Thomas Braun, der 2022 die Medienarbeit übernahm. Was beide verbindet, ist die unerschütterliche Faszination für diese Wildtiere – und die Gewissheit, dass Pflege und Schutz nicht nur Herz, sondern auch straffe Organisation verlangen.

Tierische Not trifft menschliche Hilfe – und klare Abläufe

Eichhörnchen sind scheue Fluchttiere. Wenn eines am Boden sitzt, sich nähern lässt oder gar hinter Menschen herläuft, ist das kein charmantes Sozialexperiment, sondern ein glasklares Notsignal. Auffällig ist: Eichhörnchen gehören zu den wenigen Wildtieren, die aktiv Hilfe bei Menschen suchen – was im urbanen Raum wiederum Risiken birgt, wenn sie auf Hunde und Katzen treffen. Die Einsätze beginnen häufig nach Anrufen von Findern, Polizei oder Feuerwehr auf der Notrufnummer des Vereins. Dabei sind die Ursachen breit gestreut: Verletzungen durch Krähen, Katzen, Abstürze aus großer Höhe, Kollisionen mit Autos – fast immer ist Eile geboten.

Die Pflegestellen des Vereins sind hierfür geschult und arbeiten eng mit Tierärzten zusammen. Von der Ersteinschätzung, ob ein Tier sofort in die Praxis muss, über die Versorgung mit Medikamenten, bis zum langfristigen Pflegeplan folgen alle Schritte standardisierten Abläufen. Bürokratie? Ja, und zwar bewusst: Fundscheine dokumentieren Herkunft, Gründe der Aufnahme, Dauer der Pflege und Zeitpunkt der Auswilderung. Denn Eichhörnchen stehen unter besonderem Schutz – fachliche Qualität und Transparenz sind Pflicht.

1400 Fälle in München: Dimensionen, die überraschen

Wer glaubt, es gehe um „ein paar“ Eichhörnchen im Jahr, irrt. Allein in München verzeichnete der Verein 2023 etwa 1400 Fälle. Bundesweit kommen mehrere Tausend Einsätze zusammen. Hinter jeder Zahl steckt ein Tier, oft eine dramatische Geschichte – und weit mehr Aufwand, als die Öffentlichkeit ahnt. Die Pflegestellen versorgen winzige Jungtiere mit geschlossenen Augen, trainieren später Klettern, Sozialverhalten und Nüsseknacken. Und sie halten das System am Laufen: 24/7-Erreichbarkeit, Futterbeschaffung, Medikamente, Tierarztkosten, Unterbringung – all das muss organisiert und finanziert werden. Ein wesentlicher Kostenblock: Nüsse. Was als romantischer Stereotyp klingt, ist harte Faktengrundlage. Lagerweise Hasel- und Walnüsse, Kiefernsamen, Zirbelnüsse und Sonnenblumenkerne bestimmen den Einkaufszettel. Erdnüsse bleiben tabu. Das alles summiert sich – das meiste Geld geht buchstäblich durchs Eichhörnchenmäulchen, der Rest zum Tierarzt.

Soft Release statt „Viel Glück im Wald“

Die Auswilderung folgt dem Prinzip Soft Release: Kein schnelles Aussetzen, sondern eine gleitende Rückkehr in die Freiheit. Erst wenn die Tiere alt genug sind, einen eigenen Kobel bauen und selbstständig Nüsse knacken können, ziehen sie in Auswilderungsvolieren im Wald. Dort setzen sie einen „Anker“: Sie bleiben, gewöhnen sich an die Umgebung, testen das Revier. Später steht die Tür offen – kommen und gehen, bis der Tag kommt, an dem sie nicht mehr zurückkehren. Ein Moment zwischen Abschied und Jubel: Die Pflegerinnen und Pfleger wissen, dass der Schritt ein Sieg ist – dennoch fällt er nicht leicht, wenn man das Tier von Tag eins an begleitet hat.

Mythen, Risiken und der Ernstfall

Mit Wildtieren kursieren Mythen. Tollwut bei Eichhörnchen? In Deutschland seit Jahren kein Thema, der letzte Tollwutfall wurde 2006 bei einem Fuchs dokumentiert. Eichhörnchen übertragen keine Krankheiten auf Menschen, betonen die Gäste – mit dem Zusatz: Bei Fledermäusen gelten andere Vorsichtsregeln, aber die gehören nicht zum Thema des Vereins. Ein anderer Irrtum betrifft die Fellfarbe: Rot, braun, schwarz – all diese Eichhörnchen sind hierzulande einheimisch. Es gibt keine „bösen Schwarzen“, die man ignorieren dürfte. Wer differenziert, riskiert, das falsche Tier im Stich zu lassen.

Eine viel heiklere Gefahr ist jedoch gut gemeint: Selbermachen. Ohne Fachkenntnis werden Jungtiere falsch gefüttert, verschlucken sich und ersticken. Deshalb bildet der Verein Pflegestellen selbst aus – nicht online, sondern praktisch, in den Stationen. Mit Hygienekonzepten, Standards, Verträgen mit den Veterinärämtern sorgt der Verein für ein gleichbleibend hohes Niveau. So werden auch seelische Belastungen der Helfenden aufgefangen – denn nicht jedes Tier schafft es, und das nagt. Umso wichtiger sind Struktur, Teamgeist und Routine.

Klimawandel, Lebensraumverlust und die Städte als letzte Zuflucht

Der Blick in die Zukunft trübt sich. Wälder werden geschlagen, nachgepflanzt, aber tragen zu spät Früchte. Der Klimawandel verschiebt Gleichgewichte, Trockenphasen lassen Nahrungsbäume schwächeln. Die Folge: Eichhörnchen weichen vermehrt in Städte aus – wo neue Gefahren lauern: Fensterstürze, Straßenverkehr, Katzen, Krähen. Die Einschätzung des Vereins ist klar: Geht es so weiter, rücken Eichhörnchen mit großen Schritten auf die Rote Liste. Der Gegenentwurf ist ebenso klar: Öffentlichkeitsarbeit, Mitglieder, Pflegestellen, Spenden – und Wissen, das in die Breite geht. Mundpropaganda hilft, Medienpräsenz auch. Deshalb wünscht sich Thomas Braun vor allem eines: mehr Mitglieder, mehr Reichweite. Roxana Frankl ergänzt den Herzenswunsch: so lange wie möglich so viele Tiere wie möglich retten – damit Eichhörnchen in unserer Nachbarschaft bleiben, nicht nur in Bilderbüchern.

Einladung: Dein Verein im TV-Studio und starke Reichweite für Unternehmen

Wir von „Trude Kuh“ freuen uns, wenn Du Deinen Verein bei uns vorstellen möchtest – melde Dich einfach, denn in unserem TV-Studio zeigen wir, was Engagement bewirkt, und wir erreichen mit über 14,5 Mio. Kontakten im Monat Menschen, die sich für gute Geschichten und echte Taten begeistern; in dieser Sendung haben wir gezeigt, wie der Eichhörnchen Schutz e.V. verletzte und verwaiste Eichhörnchen rettet, fachgerecht pflegt, in Soft-Release-Volieren auswildert, Mythen über Krankheiten und Fellfarben aufklärt und mit einem Netzwerk aus Pflegestellen, Tierärzten und Ehrenamtlichen sogar 24/7 erreichbar ist – und jetzt bist Du dran: Wenn Du mehr über uns erfahren möchtest, wirf einen Blick auf „Trude Kuh“ unter „Trude Kuh“, wenn Du einen eigenen Dreh planst, schau Dir das TV-Studio von „Trude Kuh“ an, wenn Du Deinen Verein in einem Interview vorstellen willst, findest Du hier alle Infos: Verein im Interview vorstellen, und wenn Du als Unternehmen die große Reichweite für Kampagnen, Produkteinführungen oder Employer Branding nutzen möchtest, entdeckst Du hier unsere Werbemöglichkeiten für Unternehmen; wir helfen Dir, Deine Botschaft professionell zu erzählen – mit Herz, Reichweite und einem Team, das Themen wie den Eichhörnchenschutz verständlich, sympathisch und aufmerksamkeitsstark aufbereitet, also melde Dich, wenn Du Deine Geschichte im besten Licht sehen willst.