Yasmine Bisimwa und Jan Pettera von der Kette der Solidarität e.V. zu Gast bei „Trude Kuh“

Es gibt Worte, die auf Plakaten stehen, in Reden fallen und dabei doch oft nicht über die Oberfläche hinauskommen. Solidarität ist so ein Wort. Und dann gibt es Menschen, die dieses Wort nicht aussprechen, sondern leben, die es in Begegnungen verwandeln, in Begegnungsorte, in Sprachkurse, in Reisen in den Ostkongo und in ein buntes Programm mitten im südlichen Ruhrgebiet. Genau solche Menschen saßen jüngst im Studio von „Trude Kuh“: Yasmine Bisimwa, erste Vorsitzende und Mitgründerin der Kette der Solidarität e.V., und Jan Pettera, Schatzmeister des Vereins. Redaktionsleiter Georg Mahn sprach mit den beiden über Frauenrechte, gesellschaftliche Teilhabe, Alltagsrassismus und die Frage, was es bedeutet, eine Kette zu sein, die bis in die Demokratische Republik Kongo reicht.

Von Gevelsberg in den Ostkongo: die Geschichte hinter dem Verein

Die Kette der Solidarität e.V. wurde 2021 gegründet, und ihr Name ist Programm. Yasmine Bisimwa, die selbst aus dem Ostkongo stammt und vor rund zehn Jahren nach Deutschland kam, weiß aus eigener Erfahrung, wie es sich anfühlt, in einem fremden Land anzukommen. Der erste Tag in Frankfurt war kalt, buchstäblich. Ihr Mann brachte ihr eine Jacke zum Flughafen, und ihr erster Gedanke war: Wo bin ich hier gelandet? Was folgte, war ein kultureller Einschnitt, den sie rückblickend offen als Kulturschock beschreibt. Die Menschen in Deutschland schienen distanzierter, die Energie eine andere, und in Gevelsberg, wo sie sich niederließ, sprach kaum jemand Englisch, nicht einmal in ihrer Schwiegerfamilie. Die Sprache war eine der größten Barrieren, und genau deshalb ist sie bis heute eines der zentralen Themen des Vereins.

Jan Pettera fand seinen Weg zum Verein auf ungewöhnliche Weise: 2023 lernten er und Yasmine sich am Kölner Hauptbahnhof kennen. Anderthalb Zugstunden nach Frankfurt reichten, um ihn so zu begeistern, dass er kurze Zeit später, im Frühjahr 2024, gemeinsam mit Yasmine in die Demokratische Republik Kongo reiste und das Kinder- und Frauenzentrum in Walungu nahe Bukavu besuchte. Sein Ansatz war klar: Wer etwas promoten will, der will es auch verstehen. Was er dort sah, bewegte ihn tief. Trotz großer Armut erlebte er fröhliche, dankbare Menschen, Frauen und Kinder mit zum Teil schweren Traumata, die dennoch voller Lebensfreude waren. Dieser Eindruck hat sich als positiver Antrieb in seine Vereinsarbeit übersetzt.

Frauenrechte, Bildung und die Arbeit vor Ort

Im Zentrum der Vereinsarbeit stehen Frauen und Kinder, sowohl im Kongo als auch in Deutschland. Der Partnerverein AXU ist eine eigenständige NGO in der Demokratischen Republik Kongo, die zwölf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt, alle ehrenamtlich. Sie identifizieren vor Ort Bedarfe, Wünsche und Themen, die dann an die Kette der Solidarität e.V. herangetragen werden. Der deutsche Verein sammelt Spenden, wirbt Stiftungsgelder ein und realisiert gemeinsam mit AXU konkrete Projekte. Mitgliedsbeiträge liegen bei 36 Euro im Jahr, eine Summe, die nach Aussage von Jan Pettera wirklich nicht übertrieben ist.

Die Situation der Frauen im Kongo ist dabei ein zentrales Thema. Yasmine Bisimwa beschreibt eine Gesellschaft, die in weiten Teilen patriarchalisch geprägt ist, in der die Stimme der Frauen kaum Gehör findet, in der viele Frauen keine Ausbildung erhalten, weil familiäre Strukturen oder anhaltende Konflikte es verhindern. Sexualisierte Gewalt ist ein massives Problem. Bildung gilt dem Verein deshalb als Schlüssel: Ohne Bildung, so Bisimwa, gibt es keine Gegenwart und keine Zukunft. Im Zentrum in Walungu sollen Frauen und Kinder nicht nur lernen, sondern sich auch sicher und gesehen fühlen. Dass der Verein 2023 auch eine Schule in Togo begleitet und unterstützt hat, zeigt den wachsenden Anspruch der internationalen Arbeit.

Ein Ort der Stärke: der interkulturelle Empowerment Space in Gevelsberg

Seit Mitte Januar 2026 verfügt die Kette der Solidarität e.V. über eigene Räume in der Mieterstraße 35 in Gevelsberg. Was auf den ersten Blick wie eine reine Adresse klingt, ist in Wirklichkeit weit mehr: ein interkultureller Empowerment Space, wie Jan Pettera es nennt. Ein Ort, an dem Menschen ankommen können, Netzwerke finden, sich fallen lassen dürfen und auf Alltagsrassismus nicht allein reagieren müssen. Denn dass Deutschland in der Theorie eine freiheitlich demokratische Grundordnung hat und in der Praxis trotzdem Diskriminierung existiert, ist für die Vereinsmitglieder keine abstrakte Debatte, sondern gelebte Realität.

Yasmine Bisimwa selbst berichtete im Gespräch bei „Trude Kuh“ davon, wie Menschen mit dunklerer Hautfarbe im Alltag kämpfen müssen, für Selbstverständlichkeiten, für Akzeptanz, für Respekt. Ein Netzwerk wie das des Vereins bietet in solchen Momenten Rückhalt und Stärke. Konkret zeigt sich das in einem Sprachtreffen, das seit rund drei Monaten vor Ort stattfindet. Frauen aus Afghanistan, der Ukraine, Brasilien und anderen Ländern treffen sich regelmäßig, um gemeinsam Deutsch zu üben, in einem Raum, in dem niemand für Fehler verurteilt wird. Keiner spricht perfektes Deutsch, wie Bisimwa lachend anmerkt, und das ist absolut in Ordnung. Dazu kommen Kreativwerkstätten für Kinder und Familien, Lesungen, eine One-World-Bibliothek, eine Diversity-Boutique und ein Frauenbrunch mit wechselnden Themen. Ab September 2026 soll das Programm weiter wachsen. Die Kollegen der Westfalenpost haben es passend auf den Punkt gebracht: Dieser Verein ist ein großes Geschenk für die Stadt.

Gemeinsam mehr bewegen: Einladung an Vereine und Werbepartner

Wir von „Trude Kuh“ sind begeistert von Geschichten wie der der Kette der Solidarität e.V. und genau solche Geschichten wollen wir erzählen. Wenn auch Du einen Verein oder eine Initiative hast, die es verdient, in die Öffentlichkeit getragen zu werden, dann melde Dich gerne bei uns. Wir laden Euch herzlich ein, Euren Verein im TV-Studio von „Trude Kuh“ vorzustellen, genau wie Yasmine Bisimwa und Jan Pettera es getan haben. Mit ihren Einblicken in die Arbeit der Kette der Solidarität e.V. haben sie gezeigt, wie viel Kraft, Engagement und Herzblut hinter Ehrenamtsarbeit stecken kann, und wie wichtig es ist, solche Arbeit sichtbar zu machen. Wenn Du Deinen Verein ebenfalls einem großen Publikum vorstellen möchtest, findest Du alle Infos dazu unter Verein im Interview vorstellen. Wir freuen uns auf Deine Anfrage.

„Trude Kuh“ erreicht monatlich über 14,5 Millionen Kontakte und bietet damit eine der reichweitenstärksten regionalen Plattformen überhaupt. Für Unternehmen bedeutet das: Sichtbarkeit in einem Umfeld, das Menschen wirklich bewegt, mit Inhalten, die nicht konsumiert, sondern erlebt werden. Ob regionale Marke, Dienstleister oder wachsendes Unternehmen, wer seine Botschaft dort platzieren will, wo echte Aufmerksamkeit entsteht, findet bei uns den richtigen Rahmen. Alle Werbemöglichkeiten für Unternehmen sind übersichtlich zusammengestellt und warten darauf, entdeckt zu werden. Solidarität beginnt vor der eigenen Haustür, und gute Kommunikation auch. Wir freuen uns darauf, gemeinsam mit Dir etwas zu bewegen.