Wenn Erinnerungen nach Zimt riechen und nach dem Klicken einer alten Kaffeemühle klingen, dann öffnet sich die Tür zu einer Welt, in der Kochlöffel Geschichten erzählen. Eine orangefarbene 70er-Jahre-Küche mit olivgrünen Akzenten, der emaillierte Topf der Großmutter, eine frankfurter Funktionsküche als Meilenstein des modernen Wohnens – all das fügt sich zu einer lebendigen Zeitreise, die zeigt, wie Menschen aßen, liebten und zusammenlebten. Genau hier setzt das WOK Küchenmuseum in Hannover an, wo Küchen nicht nur Kulisse, sondern Zeitzeugen sind. Redaktionsleiter Georg Mahn führte durch das Gespräch im TV-Studio von „Trude Kuh“ mit dem Direktor und Gründer Carl-Werner Möller-Hof zum Berge – ein Dialog über Sammelleidenschaft, Bildungsarbeit und den Zauber, der entsteht, wenn Kinder ihre erste eigene Minestrone kochen.
Wie aus einer Serviette 60 Küchen wurden
Die Ursprungsgeschichte klingt so charmant wie folgerichtig: Nach einem Besuch im Kölner Schokoladenmuseum und der Erkenntnis, dass Erlebnisse mit Geschmack länger haften bleiben, reifte die Idee eines Museums, in dem Probieren Teil des Konzepts ist. Noch am nächsten Morgen entstanden auf einer weißen Hotelsserviette erste Notizen: Mittelalterküche, Vorkriegsküche, Nachkriegsküche, 80er-Jahre-Küche – bald standen 60 Küchen auf der Liste. 2009 gründete sich der Verein, 2010 öffnete das Museum. Was zunächst mit 12 Küchen begann, wuchs Jahr für Jahr um zwei bis drei Räume. Heute werden 51 Küchen gezeigt, die 52. – eine asiatische Street Food Kitchen – ist im Aufbau. Das WOK ist damit das größte und einzige Küchenmuseum weltweit und eine regionale Attraktion, die aus einer cleveren Idee und viel Beharrlichkeit Realität wurde.
Sammeln, sichten, staunen: Von Eismaschinen bis Eierbechern
Die Sammlung speist sich aus mehreren Quellen: Jahrzehnte in der Gastronomie, Catering-Bestände, die nie zurückgegeben wurden, und vor allem Spenden aus ganz Deutschland. Manchmal kommt ein Karton mit rätselhaften Teilen – und entpuppt sich als Speiseeismaschine um 1850, mit Holzbottich und Kupferzylinder, betrieben mit Stangeneis, lange vor dem Kühlschrank. Drei solcher Maschinen sind heute zu sehen. Jede neue Küche braucht Zeit, oft ein halbes Jahr Recherche und Aufbau. Nach der Pandemie kamen drei Sammlungen mit insgesamt über 3000 Eierbechern hinzu. Zwei Mitarbeitende sortierten ein Jahr lang Dubletten und Raritäten – Ergebnis ist die Sonderausstellung „Huhn, Eier, Eierbecher“ mit Geschichten über die kuriosesten, ältesten und schönsten Stücke sowie die Zubereitung des Frühstücksklassikers in aller Welt.
Nicht alles wandert in die Schau: Exponatpfleger sichten täglich Spenden, entscheiden zwischen Ausstellung, Magazin, Ersatzteilfundus für Leihgaben und Produktionen – und was nicht museal ist, findet im großen Museumsshop einen zweiten Auftritt. Wo das Schokoladenmuseum Schokolade verkauft, wechselt im WOK Antiquarisches und Modernes den Besitzer. Busgruppen von Landfrauen oder Seniorinnen finden dort oft genau das, was der eigenen Erinnerung entspricht – Gläser, Besteck, Kleinod mit Geschichte. Mit Sozialkaufhäusern wird getauscht: mal eine orientalische Teekiste gegen eine Kiste Tupperware.
Küchen als Biografie: Wiedererkennen, Anfassen, Erleben
Wer durch das WOK geht, erkennt sein eigenes Leben in Küchen wieder. Die Berliner Hinterhofküche aus der DDR mit Kachelöfen vom VEB Berlin Köpenick ruft bei Besucherinnen und Besuchern aus dem Osten Erinnerungen an Tempobohnen und Besteck hervor. Die 70er-Jahre-Küche in Quietschorange und Olivgrün ist Kindheit im Farbton der Zeit. Eine Frankfurter Küche wird nicht nur durch die Tür gezeigt, sondern so platziert, dass die Funktionslogik sichtbar wird. Eine Mittelalterküche von 1580 ist detailreich nachgebaut. Die größte öffentliche Kochbuchbibliothek der Bundesrepublik lädt zum Blättern im kulturellen Gedächtnis des Kochens ein. Und manchmal steckt das Herz an einem Kupfertopf: Ein ovales Stück, baugleich zu einem Exemplar im Schloss von Josephine Baker, fand der Gründer auf einem Pariser Flohmarkt – heute glänzt es im französischen Bistro des Museums.
Kochen lernen: Von der Schulküche in die Familienküche
Das WOK ist nicht nur Rückschau, sondern eine Schule für Esskultur. Über 36.000 Kinder und Jugendliche haben bislang an Kochkursen teilgenommen, hinzu kommen zahlreiche Erwachsenenkurse. Pro Woche stehen fünf bis sechs Kinderkurse, drei Erwachsenenkurse und täglich sechs bis acht Führungen auf dem Programm; von Dienstag bis Samstag ist das Haus ein lebendiger Lernort. Lehrkräfte kommen mit Plänen, Allergielisten und Skepsis gegenüber Tomaten oder Möhren – und gehen mit staunenden Augen, weil die Kinder ihre eigenen Vorlieben beim Tun erweitern. In der Schulküche stehen alle Gemüsesorten bereit, Aufgaben werden verteilt, und während der römische Salat geschnibbelt wird, köcheln zwei Minestrone-Varianten, mild und scharf. Der spielerische Wettstreit, zuerst mild, dann pikant zu probieren, sorgt dafür, dass am Ende zwei, manchmal drei Teller leer sind – und das Vorurteil gegenüber Gemüse mit ihnen.
Ein einfach gestalteter Rezeptflyer zeigt Schritt für Schritt Einkauf, Vorbereitung und Zubereitung. So gelingt das Nachkochen zu Hause. Es gibt Familien, in denen Kochen Tradition ist, und andere, in denen Kinder mit Taschengeld ihren Tag verpflegen. Umso wichtiger ist die Erfahrung: Wer selbst kocht, probiert mehr. Und manchmal wird aus einem Kurs ein Lebensweg: Ein 18-Jähriger erkannte den Museumsleiter wieder – zehn Jahre nach seinem ersten Kochkurs. Seitdem koche er leidenschaftlich, bestätigte die Mutter. Die Dozentinnen im Team – zehn an der Zahl – sagen darum gern: Bei jedem zweiten Kind pflanzen wir ein Samenkorn für gute Ernährung. In Anlehnung an Remy aus Ratatouille ist der Slogan klar: Jeder kann kochen.
Ehrenamt, Organisation und Ausblick
Rund 50 Ehrenamtliche tragen das WOK mit Herz und Hand. Der Verein, seit 16 Jahren gemeinnützig, erhält keine öffentlichen Fördermittel und finanziert sich über Besucherinnen und Besucher, Shop, Führungen und Kurse. Die organisatorische Leistung ist beachtlich: Schultermine sind bis Ende 2027 online, Lehrkräfte aus ganz Niedersachsen buchen Einzel- oder Serientermine, manche Klassen absolvieren über zwei Jahre hinweg 48 Kurse. Für den Gründer ist der Wunsch klar: weiterhin viele Gäste, die die Vereinsarbeit durch ihre Eintrittsgelder ermöglichen, und viele Kinder, die den Spaß am Kochen entdecken. In Arbeit ist zudem ein 130-seitiges Jubiläumsjournal, das die Entstehung des Museums erzählt – von Reisen, Fundstücken und Spenden wie einem Speisezimmer aus Argentinien.
Einladung, Mitmachen und Reichweite: Dein Verein ins TV – Deine Marke vor 14,5 Mio. Kontakten
Wir von „Trude Kuh“ haben Carl-Werner Möller-Hof zum Berge und das WOK Küchenmuseum Hannover im TV-Studio besucht, die stärksten Momente aus dem Gespräch für Dich verdichtet – vom Serviettenmoment im Hotel über 51 begehbare Küchen und die Frankfurter Küche in Seitenansicht bis hin zu 36.000 Kinder-Kochkursen, einer verblüffenden Eismaschine von 1850, der Sonderausstellung rund ums Huhn und 3000 Eierbecher, der größten öffentlichen Kochbuchbibliothek und dem einfachen Trick, wie Kinder zwei Teller Minestrone lieben lernen; wenn Du Deinen Verein, Deine Initiative oder Dein Unternehmen authentisch präsentieren möchtest, melde Dich bei uns, denn auf „Trude Kuh“ erreichst Du monatlich über 14,5 Mio. Kontakte und bekommst eine Bühne, die wirkt – vom persönlichen Porträt bis zum aufmerksamkeitsstarken Auftritt im TV-Studio von „Trude Kuh“, wo wir gemeinsam Deine Geschichte lebendig machen, und wenn Du Deinen Verein im Interview vorstellen willst, findest Du hier alle Infos und kannst direkt anfragen: Verein im Interview vorstellen; für Marken und Mittelstand bieten wir passgenaue Platzierungen, Formate und Kampagnen – entdecke jetzt unsere Werbemöglichkeiten für Unternehmen und nutze unsere Reichweite für echte Ergebnisse.


