Es klingt wie der monotone Takt einer alten Fabrik: Ein Zahnrad greift ins nächste, hier eine Justierung, dort ein Ersatzteil, zwischendurch ein Update – doch am Ende läuft die Maschine weiter wie immer. Wer unser Bildungssystem betrachtet, spürt genau diesen Rhythmus. Während draußen die Welt in immer kürzeren Zyklen neu erfunden wird, rumpelt die Schule vielerorts im Modus von gestern. In den „Trude Kuh“ TV-Studios sprechen Daniel Roesch und Puya Jafari von Schule neu denken e.V. aus Essen darüber, wie Schule vom reinen Lernort zum echten Lebensraum werden kann – und warum es dafür nicht nur Schraubenschlüssel, sondern mitunter einen neuen Bauplan braucht. Moderiert wurde das Gespräch von Redaktionsleiter Georg Mahn.
Von der studentischen Initiative zum Thinktank: Wie alles begann
Schule neu denken e.V. entstand 2017/18 aus einer studentischen Bewegung, befeuert von der Debatte um die schulische Inklusion und die U. N. Behindertenrechtskonvention. Die Gründerinnen und Gründer – selbst aus dem Bildungsbereich – waren unzufrieden mit den politischen Konzepten, die eher an Schulformen als an Lernrealitäten rüttelten. Aus offenen, unideologischen Diskussionsrunden entwickelte sich ein Thinktank, schließlich ein Verein: Ziel war und ist es, Schule systemisch neu zu konzipieren, statt nur an Stellschrauben zu drehen.
Im Zentrum steht ein Leitkonzept, das mit einer Grundannahme bricht: In einer pluralistischen Gesellschaft dürfe nicht gelten, dass alle Kinder zur gleichen Zeit das Gleiche können müssen. Stattdessen setzt der Verein auf Etappenlernen: Kinder durchlaufen Lernetappen in ihrem Tempo, Jahrgangsgrenzen werden durch flexible Lernphasen ersetzt. Der Effekt: weniger Druck, mehr individuelle Passung – und eine echte Chance, Folgekosten durch Schulabbrüche und Fehlförderung zu vermeiden.
Fehlerkultur, Etappenlernen und Gamification: Was sich ändern muss
Die PISA-Ergebnisse bescheinigen Deutschland seit 25 Jahren einen Abwärtskurs, besonders in Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften. Für Schule neu denken e.V. sind diese Resultate kein Rätsel, sondern Ausdruck eines Systems, das Vielfalt normiert, statt sie zu nutzen. Der Blick nach Skandinavien zeigt Alternativen: eine Förderkultur, die Fehler als Lernanlässe begreift und Leistungswege flexibilisiert.
Das schlägt sich in der Programmatik nieder: Testatzeitpunkte dürfen mehrfach durchlaufen werden, Gamification-Elemente übersetzen Übung in motivierende Rückmeldungen, und Fehler werden entdramatisiert. Wichtig ist die Haltung dahinter: Kinder brauchen Freiräume, um sich auszuprobieren, und Erwachsene, die ihnen etwas zutrauen. Fehlertoleranz ist kein Nice-to-have – sie ist Grundbedingung für Entwicklung.
Praxis statt Papier: Workshops, Projekte und ein neues Bild vom Kind
Der Verein beschränkt sich nicht auf Papiere. Er geht in Schulen, bietet Workshops an – vom Poetry Slam bis zu Projektarbeiten – und erlebt dort, wie viel entsteht, wenn man klare Rahmen gibt und Verantwortung überträgt. Ein Theaterprojekt mit fünfzehn- und sechzehnjährigen Schülerinnen zeigte, wie Jugendliche Budget, Planung und Aufführung eigenständig stemmen, wenn man ihnen zutraut, die richtigen Schritte zu setzen. Der Lerneffekt: sozial, fachlich und persönlich.
Puya Jafari bringt die Perspektive der Erlebnispädagogik ein: Draußen, im Wald, im Team, zeigen Kinder oft ungeahnte Stärken. Hier wird sichtbar, wo Schule hakt – und wie sehr Talentförderung im Alltag zu kurz kommt. Wer Lernwege ausschließlich über jahrgangsgebundene Stoffpläne definiert, beraubt viele Kinder ihrer stärksten Antriebe. Der Verein plädiert für eine Pädagogik, die individuelle Stärken ins Zentrum rückt, Wissensspeicher mit Handwerk, Gestaltung und Praxis verbindet und damit Motivation im besten Sinne „erden“ lässt.
Das Da Vinci Übungsheft: Analog trifft App – mit direktem Feedback
Ein Herzensprojekt von Schule neu denken e.V. ist das erste smarte Da Vinci Übungsheft für Grundrechenarten. Sechs Jahre entwickelte ein ehrenamtliches Programmierteam an einer Lösung, die Analoges und Digitales klug verbindet: Aufgaben werden über einen QR-Code dynamisch per App generiert und passen sich dem Lernverhalten an. Geschrieben wird jedoch mit der Hand ins Heft – bewusst, um Handschrift und kognitive Verankerung zu stärken. Anschließend werden die Lösungen fotografiert; eine Handschrifterkennung (O.C.R.) gibt sofort Feedback.
Das Design ist bewusst neutral gehalten. Es spricht Grundschulkinder an, ohne ältere Lernende auszuschließen – bis hin zu Berufsschülern, die Basiskompetenzen festigen wollen. Eltern neurodivergenter Kinder gaben positives Feedback: Die reduzierte Gestaltung lenkt weniger ab, gleichzeitig motivieren Gamification-Elemente. So entsteht ein Lernraum, der klare Strukturen, unmittelbare Rückmeldungen und besonnenen Mut zum Fehler vereint.
Chancengleichheit beginnt bei den Basics: Sprache, Mathematik und Haltung
Die Herkunft entscheidet in Deutschland zu häufig über den Schulerfolg. Schon in der Grundschule sind Sprachdefizite eine Hürde, die sich später in Mathematik, Naturwissenschaften und darüber hinaus fortsetzt. Schule neu denken e.V. adressiert diese Realität doppelt: in Projekten, die Basiskompetenzen gezielt stärken, und in Haltungen, die Kindern auch bei Rückständen Respekt, Zeit und passende Lernwege zugestehen. Etappenlernen, differenzierte Testate und projektorientiertes Arbeiten sind Bausteine eines Systems, das abholt, statt auszuschließen.
Gleichzeitig appelliert der Verein an Schulen und Lehrkräfte, ihre Spielräume zu nutzen. Schulautonomie ermöglicht Leuchtturmprojekte – trotz Bürokratie. Mit dem Podcast „Asking Head“ holt der Verein Praktikerinnen und Praktiker wie Schulleiter Mazirov vors Mikrofon, die zeigen, wie Veränderung unter realen Bedingungen gelingt. Das Angebot richtet sich bewusst auch an Lehrkräfte: Mindset schulen, praktische Tipps teilen, Strukturen in der Schule gestalten – vom Mikroprojekt bis zur systemischen Reform.
Einladung an Dich: Mehr Wirkung mit „Trude Kuh“ – stell Deinen Verein vor und nutze unsere Reichweite
Wir von „Trude Kuh“ freuen uns, Dir mit diesem Gespräch einen starken Einblick in die Arbeit von Schule neu denken e.V. gegeben zu haben: Von der Entstehung aus einer studentischen Bewegung über das Leitkonzept des Etappenlernens, den Mut zu einer anderen Fehlerkultur, bis hin zu praxisnahen Workshops, Projekten und dem smarten Da Vinci Übungsheft, das analoges Schreiben mit digitalem Feedback verbindet und Basiskompetenzen in Mathe gezielt stärkt. Wenn Du einen Verein, eine Initiative oder ein Unternehmen leitest und Dein Thema im TV-Studio sichtbar machen willst, melde Dich bei uns – wir bieten Dir mit über 14,5 Mio. Kontakten im Monat die Reichweite, die Deine Botschaft verdient, und öffnen Dir die Bühne im „Trude Kuh“ Kosmos. Unser TV-Studio von „Trude Kuh“ ist Dein Ort für inspirierende Geschichten: Wir produzieren professionelle Interviews, geben Deinen Projekten ein Gesicht und bringen Dich mit einer großen Community in Kontakt. Wenn Du einen Verein vorstellst, unterstützen wir Dich redaktionell und organisatorisch – nutze die Chance und sichere Dir Deinen Slot unter Verein im Interview vorstellen. Und wenn Du als Unternehmen Deine Marke zielgenau platzieren möchtest, zeigen wir Dir passgenaue Platzierungen, Sponsoring-Formate und Kampagnen, die wirken – erfahre mehr über unsere Werbemöglichkeiten für Unternehmen. Wir von „Trude Kuh“ schaffen Reichweite mit Relevanz: Wenn Du Dein Anliegen auf die Bühne bringen willst, komm zu uns – wir sorgen für starke Inhalte, klare Signale und messbare Effekte.


