Wenn der Wind über die Weiden pfeift, Nebelschwaden knapp über den Gräben liegen und eine Kugel über Asphalt oder Ackerland tanzt, dann ist im Oldenburger Land nicht nur Sport, sondern Heimat in Bewegung. Boßeln und Klotschießen sind hier weit mehr als Punkte und Weiten. Es sind Geschichten von Dorfgemeinschaften, von Humor am Straßenrand, von Rivalität mit Handschlag und von Tradition, die Eltern an Kinder und Großeltern an Enkel weitergeben. Genau diese lebendige Kultur trägt der Klootschießerlandesverband Oldenburg seit 1951 – als Dach, der Vereine verbindet, Regeln pflegt, Nachwuchs stärkt und die Leidenschaft für den Friesensport in die Zukunft trägt. Redaktionsleiter Georg Mahn führte das Gespräch.
Was Klotschießen und Boßeln so besonders macht
Für alle, die südlich der Deiche beim Begriff Boßeln an „Bollerwagen“ denken: Der Verband setzt ein klares Ausrufezeichen. Klotschießen und Boßeln sind ernsthafte, regelgebundene Sportarten – mit Training, Technik und Wettkampfbetrieb vom Kreis bis zur Landes- und Verbandsmeisterschaft. Jürgen Frers, seit 2023 Erster Vorsitzender, und Geschäftsführer Hergen Cordes, seit 2021 im Amt, machen deutlich: Die Wurzeln reichen tief. Klotschießen ist der Ursprung – einst rau, heute sportlich kultiviert, bevorzugt in den Wintermonaten, wenn der Boden hart ist. Mit Sprungbrett, Flügterschlag und bleidurchgossener Kugel fliegt hier Präzision in Reinform über das Feld. Boßeln hingegen gehört auf die Straße: Gummi- und Holzkugeln in abgestuften Größen für Kinder, Frauen und Männer, sauber normiert, damit Technik, Taktik und Teamgeist entscheiden.
So hart der Sport sein kann – die Regeln sind klar: Glatteis und dichter Nebel sind die natürlichen Spielverderber. Ansonsten gilt „raus bei jedem Wetter“. Wer dabei ist, versteht schnell: Das ist Ausdauer, Koordination, Kraft und viel Kopf. Und ja, wer mit Vorurteilen kommt, darf sich auf der Strecke gern eines Besseren belehren lassen.
Verband mit Haltung: Tradition bewahren, Zukunft gestalten
Der Klootschießerlandesverband Oldenburg (KVO) bündelt sieben Kreisverbände mit zahlreichen Vereinen und repräsentiert rund 12.000 Mitglieder. Seine Aufgabe ist mehr als nur Terminplanung. Er organisiert Ligen, Landesmeisterschaften und Qualifikationswege bis hin zum Wettkampf gegen Ostfriesland um F.K.V.-Titel. Zugleich ist er Ansprechpartner, wenn es um Austragungsorte, Verkehrssicherheit, Streckenabnahmen oder standardisierte Abläufe geht. Kurz: Der KVO sorgt dafür, dass der Sport verlässlich, sicher und fair stattfindet.
Dabei bleibt der Blick immer auf das Wesentliche gerichtet: Gemeinschaft. „In den Farben getrennt, in der Sache vereint“ – dieses Leitmotiv füllt der Verband mit Leben. Rivalität gehört zur Straße, aber am Ende mündet der Wettkampf in Siegerehrung, Handschlag und einem kühlen Getränk im Vereinsheim. Genau dieser Zusammenhalt, berichtet Frers, macht den Friesensport so eigen – und so attraktiv für alle Generationen.
Nachwuchs, Ehrenamt und eine Halle als Statement
Wer Zukunft sagt, muss Jugend sagen. Der KVO investiert Zeit, Herz und Ideen in die Nachwuchsarbeit. Von altersgerechten Kugelgrößen bis zur gezielten Förderung bei Einzelwettbewerben – Talente werden entdeckt und begleitet. Sichtbares Symbol der Professionalisierung ist die Indoor-Anlage in Stollham: Trainingsbetrieb bei jedem Wetter, Feinschliff für Technik und Sicherheit für die Jugendarbeit. Dort laufen auch EM-Qualifikationen – ein starkes Signal, dass hier nicht nur Tradition, sondern auch Leistung zählt.
Gleichzeitig bleibt die größte Herausforderung die, die viele Vereine kennen: Ehrenamtliche gewinnen und halten. Ganztagsschulen bieten Chancen, etwa über Boßel-AGs wie beim B.V. Büppel, doch die Betreuung braucht Menschen, die anleiten, motivieren und Verantwortung übernehmen. Cordes wünscht sich mehr Bereitschaft, „etwas zurückzugeben“ – so, wie es die heutige Funktionärsgeneration selbst einmal erfahren hat. Der Verband baut Hürden ab, macht gemischte Mannschaften aus Männern und Frauen selbstverständlich und öffnet Teams für Jugendliche mit passenden Kugelgrößen. Lernen über Generationen hinweg – genau so bleibt ein Heimatsport lebendig.
Bilder, die Geschichte schreiben
Von historischen Feldkämpfen der 50er mit Schlips und Kragen in Büppel bis zu heutigen Landespokalsiegen: Die Galerie des Verbandes erzählt von Kontinuität und Aufbruch. Sie zeigt volle Siegerehrungen, Frauen- und Männerteams, den Schulterschluss mit Eiderstedt im Klotschießen und den traditionellen Vergleich mit Ostfriesland. Es sind Momente, die zeigen, wie sehr dieser Sport verbindet – gerade, wenn es darauf ankommt, etwa bei Meisterschaften in Schleswig-Holstein, wo man sich trotz Rivalität gegenseitig trägt. Dieser Geist ist es, den Frers „täglich motivierend“ nennt – besonders, wenn Kinderaugen bei einer Medaille zu leuchten beginnen.
Für wen ist der Sport? Für alle, die raus wollen
„Von 4 bis 85“ – diese Spanne ist kein Werbespruch, sondern gelebte Praxis. Kinder beginnen spielerisch, Jugendliche messen sich in Liga und Einzel, und Seniorinnen und Senioren halten sich fit mit regelmäßigen Touren. Draußen sein, sich messen, Sprüche klopfen beim Lokalderby und danach gemeinsam im Vereinsheim den Wettkampf Revue passieren lassen: Das Gesamtpaket macht den Reiz aus. Wer mitlaufen will, findet in jedem Verein eine Tür, die offensteht. Und wer mit Vorurteilen kommt, bleibt selten lange dabei – zu überzeugend sind Technik, Teamspirit und der Wettkampf auf Augenhöhe.
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Wir von „Trude Kuh“ haben am 2026-09-24 mit Jürgen Frers und Hergen Cordes vom Klootschießerlandesverband Oldenburg über die Seele des Friesensports gesprochen: über Klotschießen als Ursprung, Boßeln auf der Straße, über Teamgeist, Nachwuchsarbeit und die Indoor-Anlage in Stollham, über gemischte Mannschaften, EM-Qualifikationen und den unermüdlichen Einsatz fürs Ehrenamt; wenn Du Deinen Verein, Deine Abteilung oder Dein Projekt vorstellen möchtest, dann komm ins TV-Studio von „Trude Kuh“ – wir bieten Dir Sichtbarkeit, Reichweite und ein professionelles Umfeld, denn „Trude Kuh“ erzielt über 14,5 Mio. Kontakte im Monat und ist damit eine starke Bühne für Vereinsgeschichten und ein attraktiver Partner für Unternehmenswerbung; melde Dich einfach bei uns über „Trude Kuh“ , sichere Dir einen Slot im TV-Studio von „Trude Kuh“ , nutze die Chance, Deinen Verein im Interview vorzustellen und informiere Dich über unsere Werbemöglichkeiten für Unternehmen, wir freuen uns auf Dich und Deine Geschichte – und wenn Du als Firma smart für Deine Marke trommeln willst, dann lass uns gemeinsam Kampagnen entwickeln, die genau dort ankommen, wo Deine Zielgruppe unterwegs ist.


