Der Duft von Tee hängt wie eine warme Erinnerung in der Luft, doch hinter der wohltuenden Tasse verbirgt sich eine Welt, die selten im Licht steht: schwere Arbeit, prekäre Lebensumstände und ein Alltag zwischen Hoffnung und Entbehrung. Ein altes Gedicht über den blühenden Mandelzweig wird zum Symbol dafür, dass selbst im rauesten Klima Neues wachsen kann – ein Bild, das Daniel Kiwitt tief verinnerlicht hat. Als Vorsitzender der Mandelzweig-Projekthilfe e. V. erzählt er von seinem prägenden Besuch 2013 in Assam, von Hütten, die in der Regenzeit durchweichen, von Krankheiten, von einem „Nine-Eleven“ seiner persönlichen Wahrnehmung – und von einem Entschluss: handeln statt wegsehen. Mit klarem Blick und feinem Humor führt er durch die Realität der Teeplantagen und die Vision eines faireren Miteinanders. Moderiert wurde das Gespräch von Redaktionsleiter Georg Mahn.
Aus Assam zurück – mit einem Auftrag
Was als Reise begann, wurde zur Zäsur. Im Jahr 2013 besuchte Daniel Kiwitt erstmals die Teeplantagen in Assam. Er traf Familien, die in brüchigen Unterkünften um Stabilität ringen, Menschen, denen der Alltag die Perspektive aus der Hand gerissen hatte. Nicht die exotische Ferne prägte ihn, sondern die Nähe der Biografien, die stille Härte. Seine Konsequenz: Die Gründung der Mandelzweig-Projekthilfe e. V. in Wedel. Der Verein arbeitet seitdem mit Partnerorganisationen vor Ort, um Wege aus der strukturellen Benachteiligung zu ebnen – im Kern durch Bildung, faire Arbeitsperspektiven und den Aufbau gemeinschaftlicher Strukturen. Denn Hilfe soll nicht nur kurzfristig lindern, sondern Kreisläufe von Abhängigkeit durchbrechen.
Zwischen Genuss und Gewissen: Was über Tee selten erzählt wird
Tee ist in Europa ein Synonym für Ruhe, Wärme und Ritual. Doch was so selbstverständlich genossen wird, ist in weiten Teilen der Welt durch harte Produktionsbedingungen erkauft. Während Missstände in Textil- oder Kakao-Lieferketten öffentlich diskutiert werden, bleibt Tee häufig eine blinde Stelle. Kiwitt erklärt, warum: Wer Tee trinkt, verknüpft damit positive Gefühle – und blendet die Herkunft leicht aus. Informationen sind rar, Reisen nach Assam selten. Genau hier setzt die Bildungsarbeit des Vereins an: Eine Wanderausstellung zeigt historisch und aktuell, wie die Verhältnisse auf den Plantagen entstanden sind – und warum sich seit der Kolonialzeit erschreckend wenig verändert hat. Noch immer fühlen sich Arbeiterinnen und Arbeiter wie Bürger zweiter Klasse; ein internalisiertes Minderwertigkeitsgefühl wird über Generationen weitergegeben. Öffentlichkeitsarbeit wird daher zur Menschenrechtsarbeit.
Von der sozialen Teeplantage zur Genossenschaft – Eigenständigkeit als Ziel
Praktisch beginnen Veränderungen oft klein. Die Mandelzweig-Projekthilfe startete mit einer sozialen Teeplantage auf 1,3 Hektar Land, das eine Kirchengemeinde bereitstellte. Die Menschen vor Ort bauten Tee in Eigenregie an, blieben Eigentümer – ein Anfang, aber begrenzt. 1,3 Hektar sind zu wenig, und in der Weiterverarbeitung bleibt Abhängigkeit, solange die Ernte an große Fabriken verkauft werden muss. Deshalb reifte die Idee der Teegenossenschaft: Die evangelische Kirche in Assam stellte 9 Hektar zur Verfügung, weitere Familien können ihre Flächen einbringen, jeder hält Anteile. Im Zentrum entsteht eine eigene Fabrik – das Gebäude steht, einige Maschinen fehlen noch. Ziel ist es, Anbau, Verarbeitung und Vermarktung zu vereinen, um Wertschöpfung vor Ort zu halten und fairen Tee nachhaltig in den Handel zu bringen. Heute schon gibt es Assam-Klassiker wie Schwarztee, Grüntee sowie rote, blaue und Orangentees; doch die Unabhängigkeit wächst erst mit der komplett ausgestatteten Fabrik.
Bildung als Befreiung: Hostel, Patenschaften und Perspektiven
Wenn Armut strukturell ist, ist Bildung der Schlüssel zur Tür. Seit April ist das Bildungshostel des Vereins geöffnet; es bietet bis zu 20 Kindern und Jugendlichen – vor allem aus herausfordernden Familiensituationen – ein sicheres Zuhause nahe guter Schulen. Denn die Plantagenschulen enden oft früh und sind schwach ausgestattet. Im Hostel erhalten die Kinder Stabilität, Unterstützung und den Alltag, den Lernen benötigt. Patinnen und Paten können mit 32 Euro im Monat eine Bildungspatenschaft übernehmen. Die Erfahrung zeigt: Eltern wünschen sich diese Chancen für ihre Kinder; sie wissen, dass ohne Schulbildung der Kreislauf der Armut nicht durchbrochen wird. So entsteht das, was Kiwitt „Hilfe zur Selbsthilfe“ nennt – Perspektiven, die tragen.
Brücken bauen: Letter Crossing und Girls Empowerment
Nicht jede Brücke braucht Beton – manche bestehen aus Worten. Beim Projekt „Letter Crossing“ schreiben sich Schülerinnen und Schüler aus Deutschland und Indien auf Englisch, lernen Sprache, Alltag, Interessen und Unterschiede kennen. Rund 800 Jugendliche nehmen teil; sie erleben, wie ähnlich Fragestellungen und Träume trotz geografischer Distanz sind. Ergänzend setzt der Verein auf Girls Empowerment: Mädchen sollen sich selbst verteidigen können, aufgeklärt werden, Selbstbewusstsein aufbauen. Denn Benachteiligung von Mädchen und Frauen ist in großen Teilen Indiens weiterhin Realität. Auch ganz praktisch wird gearbeitet: Hygiene- und Sanitärprojekte an Schulen im Distrikt Puri verbessern Gesundheit und Teilhabe. Es sind die vermeintlich kleinen Schritte, die große Wege ebnen.
Verantwortung und Verbraucher: Die Macht der Entscheidung
Wer konsumiert, sendet ein Signal. Kiwitt spricht offen über gesellschaftliche Doppelmoral: Wenn es ans Portemonnaie geht, wird Moral schnell relativiert. Doch genau hier liegt die Chance. Informierte Entscheidungen verändern Märkte, faire Produkte schaffen Druck auf Strukturen. Die Mandelzweig-Projekthilfe setzt daher auf Transparenz und lädt Menschen ein, Projekte vor Ort kennenzulernen – sogar als Teil eines Urlaubs. Ein Gästehaus in Rangapara dient als Ausgangspunkt, etwa für Touren in den Kaziranga-Nationalpark. So wird erlebbar, was es heißt, wenn Wertschöpfung und Würde zusammenfinden.
Einladung, Wirkung, Werbung – Dein Weg zu „Trude Kuh“
Wir von „Trude Kuh“ haben im Gespräch mit Daniel Kiwitt gezeigt, wie die Mandelzweig-Projekthilfe e. V. seit 2013 in Assam konkrete Veränderungen anstößt: von der sozialen Teeplantage über die wachsende Teegenossenschaft mit eigener Fabrik bis hin zu Bildungsprojekten wie dem Hostel, Patenschaften, „Letter Crossing“ und Girls Empowerment; wenn Du noch mehr darüber wissen willst oder Deinen Verein im TV-Studio vorstellen möchtest, melde Dich gerne bei uns. Wir erreichen über 14,5 Mio. Kontakte im Monat – das ist nicht nur eine starke Bühne für gemeinnützige Anliegen, sondern auch eine hervorragende Chance für Unternehmen, ihre Marke glaubwürdig zu platzieren. Auf „Trude Kuh“ findest Du alle Infos, unser TV-Studio von „Trude Kuh“ steht für authentische Gespräche und hochwertige Produktionen bereit, und wenn Du Deinen Verein im Interview vorstellen willst, machen wir den Weg frei – von der redaktionellen Vorbereitung über die Aufzeichnung bis zur Ausspielung. Du planst Kampagnen oder willst lokale wie überregionale Reichweite mit klarer Zielgruppe verbinden? Dann schau Dir unsere Werbemöglichkeiten für Unternehmen an: Wir kombinieren redaktionelle Integrität mit performanter Distribution, damit Deine Botschaft dort ankommt, wo sie Relevanz entfaltet. Ob Du als Verein Sichtbarkeit suchst oder als Marke Haltung zeigen willst – bei uns bekommst Du Konzept, Content und Reichweite aus einer Hand; wenn Du bereit bist, Deine Geschichte zu erzählen, sind wir bereit, sie groß zu machen.


