Kérim Nassakou und Yawa Schwingel von UTBE e.V. zu Gast bei „Trude Kuh“

Im flirrenden Sommerlicht liegt ein Kontinent zwischen zwei Heimaten – und doch fühlt sich alles ganz nah an, wenn Menschen sich aufmachen, Brücken zu bauen. Wer in Bremen ankommt, bringt Geschichten mit: von Sprache, Familie, von dem Gefühl, irgendwo dazuzugehören. Genauso erzählt es Kérim Nassakou, Vorsitzender von UTBE, dessen erster deutscher August warm war und dennoch das Versprechen trug, dass der Winter zeigen würde, wie anders dieses Land sein kann. Und genauso beschreibt es Yawa Schwingel, zweite Vorsitzende, die seit Jahrzehnten in Deutschland lebt und im Herzen doch stets auch Togo mitträgt. Diese persönlichen Linien verdichten den Auftrag des Vereins: aus Herkunft und Ankommen etwas Gemeinsames wachsen zu lassen. In den „Trude Kuh“ TV-Studios sprechen die beiden darüber, wie UTBE seit mehr als zehn Jahren Menschen zwischen Bremen und Togo verbindet, Bildung fördert, Teilhabe ermöglicht und nachhaltige Entwicklung vorantreibt. Moderiert wurde das Gespräch von Redaktionsleiter Georg Mahn.

Wer in Bremen ankommt, braucht Brücken – Sprache, Community und Orientierung

Die Gründungsgeschichte von UTBE ist ein klassisches Beispiel dafür, wie aus Bedarf Struktur wird. Als Kérim Nassakou und andere Engagierte bemerkten, dass viele Studierende und Neuankömmlinge in Bremen ohne Netzwerk starteten, entstand die Idee eines Ortes, an dem Informationen, Unterstützung und Zugehörigkeit zusammenfinden. Aus frühen Vorläufern wurde 2014 die Vereinsgründung, seit 2022 hat Yawa Schwingel als zweite Vorsitzende die Aufgaben nochmals verstärkt. Heute zählt UTBE knapp 193 Mitglieder und bietet das, was in den ersten Wochen und Monaten nach der Ankunft am dringendsten gebraucht wird: schnelle Hilfe, Orientierung, moralische Unterstützung und die berühmte Brücke, die den Weg in Ausbildung, Studium und Alltag ebnet.

Zentraler Schlüssel zur Integration bleibt die Sprache. UTBE organisiert Sprachkurse mit rund 340 Unterrichtsstunden jährlich und schafft gleichzeitig niederschwellige Räume wie das Sprachcafé, in dem Freundschaften entstehen, Alltagsfragen geordnet werden und konkrete Unterstützung bei Behördenwegen organisiert wird. Besonders wichtig: Kinderbetreuung parallel zu den Kursen, damit Mütter mit kleinen Kindern ebenfalls kontinuierlich lernen können. Denn ohne Deutsch geht wenig voran – diese Praxisnähe prägt die Arbeit des Vereins.

Begegnung, Kultur und Sichtbarkeit: vom Afrika Cup bis zur ausgezeichneten Sommerkultur

Integration lebt von Begegnung. Deshalb setzt UTBE auf Angebote, die Menschen zusammenbringen – im Sport, in der Freizeit, beim Feiern und beim Essen. Ein Highlight ist der Afrika Cup Bremen, bei dem Togo und andere Communities sportlich zusammenkommen und neben dem Spielfeld Kultur, Musik und Kulinarik die Vielfalt sichtbar machen. Diese Formate sind weit mehr als Event-Dekoration: Sie stiften Austausch, Normalität und Vertrauen. Und sie tragen die Geschichte der Stadt weiter, die mit über 200 Nationalitäten und als offene Hafenstadt seit jeher von Vielfalt geprägt ist.

Für die Initiative „Bremen Sommerkultur“ erhielt UTBE vor zwei Tagen in Leipzig das Siegel „Bewährt vor Ort“. Dieses Format ist einfach und wirkungsvoll: Migrantenorganisationen gehen gemeinsam in einen Stadtteil, grillen, stellen sich vor, vernetzen sich mit Nachbarschaft und Stadtteilmanagement. Das Ergebnis: gelebter Zusammenhalt, niedrigschwellige Zugänge und Vielfalt als alltägliche Praxis. Genau das meint Sichtbarkeit – transparent zeigen, wer man ist, was man kann und wo die Herausforderungen liegen.

Hilfe zur Selbsthilfe: Projekte in Togo und Digitalisierung in Bremen

UTBE arbeitet transnational. In Togo unterstützt der Verein kleine, lokale Initiativen – Hilfe zur Selbsthilfe statt kurzfristiger Effekte. Ein Beispiel aus dem vergangenen Jahr: Die Unterstützung einer von einer ausgebildeten Gesundheitsfachkraft aufgebauten Dorf-Krankenstation mit Medikamenten und Material. Der Ansatz ist klar: Menschen stärken, Strukturen fördern, damit Engagement vor Ort langfristig trägt.

In Bremen vernetzt UTBE seit vier Jahren Migrantinnenorganisationen gemeinsam mit House of Resources Bremen und setzt jährlich Schwerpunkte, die den Vereinsalltag konkret verbessern: Fördermöglichkeiten, Projektmanagement, Digitalisierung, K.I. im Verein sowie mentale Gesundheit in Migrantenorganisationen gehören dazu. Was trocken klingt, wirkt in Workshops und Veranstaltungen ganz praktisch: bessere Anträge, klarere Prozesse, effizientere Kommunikation, digitale Werkzeuge, die Ressourcen sparen – und ein Bewusstsein für die mentale Gesundheit, das im Ehrenamt oft zu kurz kommt.

Zwischen Heimaten: persönliche Wege, politische Verantwortung und der Blick nach vorn

Die individuellen Biografien von Kérim Nassakou und Yawa Schwingel zeigen, warum UTBE wirkt. Wer die kulturellen Unterschiede am eigenen Leib erfahren hat – vom spontanen Hallo auf der Straße bis zum stillen Bus –, versteht, wie wichtig Räume des Austauschs sind. Bremen hat viele Stärken: Offenheit, Hafenstadt-Geschichte, Vielfalt. Gleichzeitig bleibt viel zu tun, denn Vorurteile und Unsicherheiten verschwinden nicht von allein. UTBE setzt deshalb auf Begegnung, Transparenz und mitfühlende Praxis – und wünscht sich für die Zukunft mehr Mitglieder, verlässliche politische Unterstützung sowie zusätzliche Sichtbarkeit. Denn Engagement muss wachsen, wenn es gesellschaftlich tragen soll.

Im Gespräch wird deutlich: Integration ist kein einmaliges Ereignis, sondern ein Prozess mit vielen kleinen Schritten – vom Sprachkurs über Kinderbetreuung bis zum Netzwerk, das im Alltag hilft. Es sind diese Bausteine, die eine Stadt zusammenhalten und Demokratie im Kleinen leben. Und es sind die Bühnen wie die „Trude Kuh“ TV-Studios, die Sichtbarkeit schaffen, damit Verantwortung geteilt, Unterstützung organisiert und gute Ideen multipliziert werden.

Deine Einladung: Mitmachen, vorstellen, vernetzen – im TV-Studio von „Trude Kuh“

Wir von „Trude Kuh“ freuen uns, wenn Du Deinen Verein, Deine Organisation oder Dein Unternehmen vorstellst, denn die Geschichte von UTBE zeigt eindrucksvoll, wie Sprache, Begegnung und Hilfe zur Selbsthilfe Menschen verbinden; in unserem Gespräch haben Kérim Nassakou und Yawa Schwingel berichtet, wie ihre Sprachkurse mit Kinderbetreuung funktionieren, wie der Afrika Cup Bremen Kulturen zusammenbringt, warum die Initiative Bremen Sommerkultur mit dem Siegel „Bewährt vor Ort“ ausgezeichnet wurde und wie Projekte in Togo nachhaltig unterstützt werden. Wenn Du Dich und Deinen Verein im TV-Studio sichtbar machen möchtest, lernst Du uns und unsere Reichweite kennen: Wir erzielen monatlich über 14,5 Mio. Kontakte – das bietet enorme Werbemöglichkeiten für Unternehmen. Schau einfach auf unsere Seite „Trude Kuh“, entdecke das TV-Studio von „Trude Kuh“, nutze die Chance, Deinen Verein im Interview vorzustellen und informiere Dich über unsere Werbemöglichkeiten für Unternehmen. Wir von „Trude Kuh“ machen aus starken Geschichten starke Reichweite – wenn auch Du Deine Initiative zeigen oder als Firma clever werben willst, dann melde Dich bei uns und lass uns gemeinsam Bühne, Sichtbarkeit und Wirkung schaffen.