Sabine Neumann und Schura Hosseiny-Grulke von Integrationslotsen im Landkreis Cloppenburg zu Gast bei „Trude Kuh“

Wenn Integration gelingt, fühlt sie sich an wie ein sicherer Hafen nach einer langen Überfahrt: Nebel lichtet sich, Stimmen werden verständlich, Wege werden klar. Genau darum kreist das Gespräch mit den Integrationslotsen im Landkreis Cloppenburg, die tagtäglich Brücken schlagen zwischen Kulturen, Behörden und den vielen kleinen Routinen des Alltags. Mit einem offenen, lebensnahen Blick berichten Sabine Neumann, zuständig unter anderem für die Rückkehrberatung, und Schura Hosseiny-Grulke aus dem Projektmanagement über Chancen, Missverständnisse und die Kraft des Miteinanders, das aus Fremden Nachbarn macht. Der Ton ist freundlich, die Beispiele greifbar, die Bilder stark – ein Gespräch, geführt von Redaktionsleiter Georg Mahn in den „Trude Kuh“ TV-Studios.

Sprache als Schlüssel, Realität als Unterricht

Schon früh im Interview wird klar: Sprache ist für viele der erste große Berg. Schura Hosseiny-Grulke, die selbst im Kindesalter aus dem Iran nach Deutschland kam, beschreibt die eigenen Anfänge in kurzen Erinnerungssequenzen – das Gefühl des Nicht-Verstehens, das Suchen nach Hilfe, die Orientierung über die Familie. Diese Erfahrung prägt ihre heutige Arbeit. Sie weiß, wie sich Ankunft anfühlt, und sie weiß, warum Deutschkurse oft zur Lebensader werden. Gleichzeitig räumt sie mit gängigen Vorstellungen auf: Einige Menschen reisen mit unrealistischen Erwartungen, etwa dass Wohnung, Geld und Hilfen ohne eigene Initiative bereitstünden. Hier wirkt die Realität als Unterricht – freundlich, aber klar. Social Media befeuert dabei falsche Bilder, die den Alltag der Integrationsarbeit nicht leichter machen.

Sabine Neumann beschreibt Integration praxisnah als Ankommen: Deutsch lernen, Kontakte knüpfen, den Einstieg in soziale und berufliche Netzwerke finden. Das Spektrum der Anfragen an den Verein reicht von Hilfe bei Behördenpost bis zur Freizeitgestaltung, vom Zugang zu Vereinen bis zu Sprachmittlungen. Genau hier setzen die Integrationslotsen an, mit einem Team, das in 47 Sprachen unterstützt und von 55 Sprachmittlern getragen wird. Integration ist kein Sprint; sie ist ein Prozess, der Geduld, Offenheit und Orientierung braucht.

Freiwillige Rückkehr: Re-Integration mit Perspektive

Ein überraschender, aber zentraler Teil der Arbeit ist die Beratung zur freiwilligen Rückkehr. Integrationslotsen klingt nach Ankommen in Deutschland, doch die Realität ist vielfältiger. Sabine Neumann erklärt, dass Rückkehrberatung nicht als Abbruch, sondern als Integrationshilfe im Heimatland verstanden wird – Reintegrationsunterstützung, je nach Zielstaat mit unterschiedlichen Fördermöglichkeiten. Für einige Länder gibt es neben finanzierten Reisewegen auch Sachleistungen nach der Rückkehr, etwa für Existenzgründungen, die Integration in den Arbeitsmarkt oder anfängliche Mietzahlungen. Deutschland übernimmt Verantwortung, indem der Prozess planbar und mit Perspektiven verbunden wird.

Die Motive für eine Rückkehr sind vielschichtig: fehlende Bleibeperspektive nach abgelehntem Asyl, der Wunsch nach einem Neuanfang, eine gebesserte Lage im Herkunftsland, aber auch das ehrliche Eingeständnis, dass Sprache und Wertevermittlung nicht wie erwartet gelingen. Das Beispiel Syrien zeigt: Es ist besser geworden, doch bleibt die Entscheidung komplex. Die Rückkehrberatung schafft Klarheit, Termine und Übergänge – und hilft, das Leben nach der Rückkehr nachhaltiger zu gestalten.

Werte, Grenzen und das Lernen im Miteinander

Integration ist keine Einbahnstraße – ein Leitsatz des Vereins, der Offenheit von der deutschen Bevölkerung und Zugehörigkeitswillen von Zugewanderten fordert. In Workshops und Schulungen vermitteln die Integrationslotsen die freiheitlich-demokratische Grundordnung, inklusive der Rechte von Frauen und des Schutzes von Kindern. Multikulti hat Grenzen dort, wo Grundrechte verletzt werden. Das wird nicht als „Kampf der Kulturen“ gedeutet, sondern als sorgfältiges Lernen im Miteinander: Neues kennenlernen, Unterschiede respektvoll verarbeiten und verbindliche Regeln verstehen. Die Teilnehmenden reagieren darauf überwiegend dankbar, weil die Programme Systeme erklären, die ihnen sonst verschlossen blieben.

Gleichzeitig hebt das Gespräch die Integrationskraft von Vereinen hervor. Im Landkreis Cloppenburg sind Vereinsdichte und Willkommenskultur spürbar. Was sich in Nachrichten manchmal wie Fronten anfühlt, wird lokal oft durch Netzwerke, Begegnungen und konkrete Angebote entschärft. Der Verein lebt dieses Prinzip – sichtbar auch im Aufruf, selbst Integrationslotse zu werden. Vielfalt zeigt sich im Klang der Sprachen, aber die gemeinsame Übung findet in Werten, Regeln und Gesten statt, die Zugehörigkeit ermöglichen.

Erfolgsgeschichten: Vom ersten Dolmetschmoment zur eigenen Stimme

Am schönsten wird Integration, wenn sie hörbar wird. Das Team erlebt, wie Menschen ankommen, erst mit Sprachmittlern sprechen und nach Monaten ihre eigenen Gespräche führen. Und wie Kinder Tag für Tag wachsen, neue Wörter entdecken, Freundschaften schließen. Einige engagieren sich später selbst im Verein, besuchen Lotsenkurse, knüpfen Kontakte, bringen sich ein. Diese Geschichten sind Motor der Arbeit – und sie zeigen, warum Bildung und Sprache so entscheidend sind. Fehler entstehen vor allem dort, wo Sprachlernen und Bildungswege nicht konsequent verfolgt werden. Gleichzeitig betonen beide Gäste: Die Mehrzahl bemüht sich, gibt Gas, will ankommen und sieht Deutschland als zweite Heimat. Hier entstehen die echten Erfolgsgeschichten.

Ein Blick auf die erste Vorsitzende des Vereins krönt das Bild: Die Auszeichnung mit dem Bundesverdienstkreuz steht sinnbildlich für Engagement, Mut und die öffentliche Anerkennung, dass Rückgabe möglich ist. Wer Schutz und Chancen erfährt, kann und will etwas zurückgeben – ein Leitmotiv, das die Arbeit der Integrationslotsen über die Jahre von ersten Initiativen bis zur Vereinsgründung trägt.

Einladung: Mitmachen, mitreden, werben – direkt aus den „Trude Kuh“ TV-Studios

Wir von „Trude Kuh“ freuen uns, dass Du Dich für dieses Gespräch interessierst, denn hier ging es um die wichtigsten Eckpfeiler gelingender Integration: klare Sprache, realistische Erwartungen, respektvolle Wertevermittlung und die starke Rolle von Vereinen, die Menschen ins Miteinander holen. Wenn Du mit Deinem Verein eine ähnliche Geschichte erzählen möchtest, melde Dich bei uns – wir stellen Deinen Verein gern im TV-Studio von „Trude Kuh“ vor und bieten Dir die Reichweite, die Deine Botschaft verdient. Mit über 14,5 Mio. Kontakten im Monat schaffen wir Sichtbarkeit für Engagement, Projekte und professionelle Partnerschaften, die sich lohnen. Erfahre mehr über „Trude Kuh“ unter „Trude Kuh“, sieh Dir unser Set an und plane Deinen Dreh im TV-Studio von „Trude Kuh“, vereinbare direkt Deinen Slot, um Deinen Verein im Interview vorzustellen, und wenn Du ein Unternehmen führst, entdecke jetzt unsere Werbemöglichkeiten für Unternehmen. Wir von „Trude Kuh“ geben Deiner Geschichte die Bühne und Deinem Unternehmen die Reichweite – wenn auch Du Menschen begeistern, Dein Projekt präsentieren oder clever werben willst, dann lass uns sprechen und mach den nächsten Schritt mit uns.