Annemarie Nienhüser vom Reitverein Ramsloh zu Gast bei „Trude Kuh“

Wenn Kinderaugen leuchten, weil ein Pony zum ersten Mal im Takt unter ihnen schwingt, ist das kein Zufall, sondern das Ergebnis aus Geduld, Nähe und einem Hauch Magie. Im „Trude Kuh“ TV-Studio erzählt Annemarie Nienhüser vom Reitverein Ramsloh, wie zwischen kleinen Reiterinnen und Reitern und ihren vierbeinigen Lehrmeistern Vertrauen wächst – nicht im Glanz der Mythen, sondern im ganz bodenständigen Alltag: frühes Aufstehen, matschige Plätze, Heu im Pullover und trotzdem dieser Funke, der etwas Größeres entzündet. Moderiert wurde das Gespräch von Redaktionsleiter Georg Mahn.

Vom Shetty-Fuchs zum Ehrenamt: Annemaries Weg

Mit drei Jahren saß Annemarie zum ersten Mal auf einem frechen Fuchs-Shetlandpony, fiel oft, lernte schneller wieder aufzustehen – und blieb. Aus der frühen Faszination wurde ein Lebensweg: Mit 17 stieg sie bei Kindergruppen ein, machte ihre Trainerlizenz und fand schließlich gemeinsam mit der Familie ihres heutigen Mannes den Rahmen, um das Ganze zur Berufung zu formen. Heute steht ein Hof mit rund 1,5 Hektar in Ramsloh, acht verlässliche Schulponys zwischen 1,20 und 1,50 Meter Stockmaß und ein Programm, das Kindern ab vier Jahren den kompletten Kreis lehrt: nicht nur reiten, sondern auch Verantwortung, Versorgung und Respekt. Rund 60 bis 65 Kinder trainieren regelmäßig, getragen von einem Verein, der 2013 gegründet wurde und bei dem Ehrenamt nicht schmückendes Beiwerk ist, sondern Motor.

Ein Konzept, das Balance vor Bequemlichkeit stellt

Der Unterricht in Ramsloh beginnt ungewöhnlich: ohne Sattel, ohne Longe, dafür mit Reitgurt und Griff. Ziel ist das Gefühl – die Bewegung des Pferdes spüren, Gleichgewicht finden, die eigene Körpersprache schulen. Annemarie erklärt den Unterschied bildhaft: Beim Fahrrad halte der Mensch das Gleichgewicht, beim Reiten halte das Pferd seines – der Reiter passe sich an. Erst wenn die Grundlagen sitzen und die Balance stimmt, kommt der Sattel ins Spiel. Das ist pädagogisch sinnvoll und sicher: Steigbügel-Risiken in der Frühphase entfallen, die Wahrnehmung der Pferdebewegung schult sich direkter.

Zur Methode gehört auch die Abwechslung: Nicht nur Platz und Halle, sondern regelmäßig raus ins Gelände. Galoppstrecken, Felder, Wege – das tut den Kindern gut, aber auch den Ponys. Wer Schulponys fit halten will, sorgt nicht für Dauerrunden im Zirkel, sondern gibt ihnen den Kopf frei. Danach, berichtet Annemarie, sind sie ausgeglichen und „haben richtig Bock“.

Ruhe in der Beziehung: Wenn Pferde Kinder erden

Unruhe, Übermut, zappelnde Gedanken – vieles, was im Kinderalltag brummt, wird am Pferd leiser. Annemarie erlebt regelmäßig, wie Kinder mit ADHS-Diagnosen im Stall fokussieren. Das Pferd kommuniziert nonverbal: Ohrenspiel, Atmung, Schritt – Kinder lesen das erstaunlich schnell. Aggressivität? Bringt nichts. Lautstärke? Irritiert. Wer ans Ziel will, lernt, ruhig zu werden, klar zu fragen, dosiert zu treiben, konsequent, aber fair zu bleiben. Aus ersten holprigen Versuchen wird mit Vertrauen ein „Team“ aus Kind und Pony, das irgendwann am langen Zügel läuft, später auch mal mit Halfter und Strick, und in besonderen Momenten sogar ohne alles – wie bei den Indianern, sagt Annemarie. Der Weg ist nie harakiri, sondern Aufbauarbeit: erst Basics, dann feine Hilfen, dann anspruchsvollere Übungen.

Vereinsturnier: Großes Lampenfieber, echte Lernkurve

Einmal im Jahr wird’s richtig ernst: Das Vereinsturnier des Reitverein Ramsloh läuft über zwei Tage, mit Dressur- und Springtag, offizieller Richterin und allem, was zu einem Reitturnier gehört – Starterlisten, Nennungen, Prüfungen, Platzierungen. Rund 180 bis 200 Starts zeigen, wie viel Substanz in der Nachwuchsarbeit steckt. Cafeteria, knapp 300 Zuschauer, heimischer Reitplatz in Turnier-Montur – für viele ist es das erste Mal, dass sie in dieser Kulisse Leistung abrufen. Annemarie tätschelt da und dort eine Hand, atmet mit, lacht an, erdet. Lernen, was ein Prüfungsritt bedeutet, ist Teil des Sports; erleben, wie man mit Aufregung umgeht, ist Teil der Persönlichkeitsbildung.

Tierschutz im Alltag: Offenstall, Pausen, klare Grenzen

Tierschutz ist in Ramsloh kein Punkt auf der Website, sondern Tagesordnung. Die Ponys leben im Offenstall, können rein und raus, haben Liegeflächen drinnen wie draußen, 24-Stunden-Heu in Raufen und jederzeit Wasser. Weide gibt es stundenweise, Bewegung ist keine Kür, sondern Pflicht. Vier Boxen stehen für Notfälle bereit – für Kranke oder wenn gezielte Ruhe nötig ist. Im Unterricht gilt: drei feste Tage Einsatz, dazwischen Pausen. Zeigt ein Pony, dass es genug hat – Ohren nach hinten, Unlust, kleine Signale –, reagiert das Team. Überforderung führt zu Fehlern und Frust, für Mensch und Tier. Kinder lernen so auch Grenzen zu lesen und zu respektieren. Und sie helfen mit: Paddocks sauber machen, Futter vorbereiten – Stallarbeit gehört dazu, romantikfrei, aber sinnstiftend.

Zahlen, die ehrlich sind: Kosten, Ehrenamt, Sponsoren

Acht Ponys, Futter, Hufpflege, Sättel, Ausrüstung – das summiert sich. Wer schon mal eine Sattelanpassung bezahlt hat, kennt die Beträge. Einmal im Jahr Zähne raspeln? Pro Pony 200 bis 300 Euro. Tierarzt? Im Pferdebereich schnell mehrere Hundert, manchmal mehr. Ohne Ehrenamt wäre das Modell nicht zu halten: Der Unterricht wird ehrenamtlich organisiert, rund 80 Mitglieder und viele helfende Hände tragen den Verein, dazu kommen Sponsoren – gerade für das große Vereinsturnier. Der Tenor ist klar: Wer Kinderarbeit mit Pferden im Vereinsrahmen will, muss ideell und finanziell unterstützen. Und zwar nicht abstrakt, sondern so konkret wie eine Schabracke unter dem Sattel liegt.

Fazit: Ein Verein als Verabredung mit Verantwortung

Der Reitverein Ramsloh zeigt, wie man den vielbeschworenen Zauber zwischen Kind und Pferd bodenständig möglich macht: mit Konzept, Konsequenz und einem klaren Blick für das Tier. Lernen heißt dort nicht Abkürzung, sondern Ankommen – erst im Gleichgewicht, dann in der Partnerschaft, schließlich in der Leistung. Annemarie Nienhüser wünscht sich für die Zukunft schlicht das, was schon trägt: mehr Kapazitäten für Kinder und Jugendliche, stabile Sponsoren, ein Vereinsturnier, das weiterhin Gänsehaut und Lerneffekte liefert, und Ponys, die zufrieden vom Paddock aus auf ihre Menschen schauen. Das klingt unaufgeregt – und ist doch die beste Nachricht: Wenn der Alltag stimmt, passiert das Besondere fast von allein.

Deine Einladung in unsere TV-Studios und warum sich das lohnt

Wir von „Trude Kuh“ haben heute mit Annemarie Nienhüser vom Reitverein Ramsloh darüber gesprochen, wie Kinder ab vier Jahren in einem praxisnahen, pferdegerechten Konzept das Reiten von Grund auf lernen, warum der Einstieg mit Reitgurt und ohne Longe mehr Gefühl und Sicherheit schafft, weshalb Geländeritte Schulponys und junge Reiterinnen gleichermaßen ausgleichen, wie Tierschutz im Offenstall-Alltag gelebt wird und weshalb das jährliche Vereinsturnier mit bis zu 200 Starts ein Meilenstein für Motivation und Persönlichkeit ist; wenn Du mit Deinem Verein, Unternehmen oder Projekt ähnliche Geschichten erzählen willst, melde Dich gern bei uns – wir zeichnen in den TV-Studios von „Trude Kuh“ auf und bieten Dir Reichweite mit über 14,5 Millionen Kontakten im Monat, sodass Du nicht nur Dein Herzensanliegen präsentierst, sondern auch starke Werbeflächen für Deine Firma nutzt. Auf unserer Seite findest Du alles über „Trude Kuh“ unter „Trude Kuh“, einen Überblick zur Produktion und Buchung im TV-Studio von „Trude Kuh“, die Möglichkeit, Deinen Verein im Interview vorstellen zu lassen, und detaillierte Infos zu unseren Werbemöglichkeiten für Unternehmen. Wir laden Dich ein: Wir von „Trude Kuh“ erzählen Geschichten mit Herz und Reichweite – wenn Du Deine Community stärken, neue Mitglieder gewinnen oder Deine Marke sichtbar platzieren willst, dann komm zu uns ins Studio und wir machen daraus ein TV-Erlebnis, das berührt und wirkt.