Henning Suhrkamp vom Baumförder- und Waldschutz-Verein für Delmenhorst und um zu e.V. zu Gast bei „Trude Kuh“

Wer einmal im Morgenlicht zwischen Eichen und Buchen stand, kennt dieses Gefühl: Das Sonnenfleckenspiel auf dem Waldboden, das feuchte Aroma von Erde, das leise Rascheln, als würde der Wald selbst einatmen. Genau dort, wo Beständigkeit zu Hause scheint, bröckelt sie in der Realität. Wälder verschwinden still, Parzelle für Parzelle, während wir im Alltag an Terminen, Verkehr und kleinen Dramen vorbeirauschen. In den Studios von „Trude Kuh“ trifft Redaktionsleiter Georg Mahn auf jemanden, der dieses leise Verschwinden nicht hinnimmt: Henning Suhrkamp, erster Vorsitzender des Baumförder- und Waldschutz-Verein für Delmenhorst und um zu e.V. aus Niedersachsen. Er spricht über alte Buchen als Sauerstoffspender, über verlorene Hektar und gefundene Verantwortung – und darüber, wie ein Verein mit drei klaren Säulen dem Wald seine Stimme zurückgibt. Moderator: Georg Mahn.

Alarm im Blätterdach: Zahlen, die wachrütteln

Der Blick auf die Daten wirkt wie ein kalter Luftzug: Satellitenanalysen zeigen den Verlust von mehr als 900.000 Hektar Wald zwischen Herbst 2017 und 2024 – umgerechnet 1,3 Millionen Fußballplätze. Parallel meldete das Bundesagrarministerium im vergangenen Jahr, rund 80 Prozent der Fichten, Kiefern, Buchen und Eichen seien krank. Dürre, Hitze und Schädlinge schwächen die Kronen, Stürme reißen Lücken, Planungen versiegeln Böden. Dass diese Entwicklung nicht täglich die Schlagzeilen dominiert, erklärt Suhrkamp mit der menschlichen Logik des Hier und Jetzt: Jeder jongliert das Dringende – Hausbau, Beruf, Verkehr – und übersieht dabei das Wichtige. Doch die ökologische Bilanz ist unerbittlich. Eine 100 Jahre alte Buche mit breiter Krone versorgt an einem Sommertag zehn Menschen mit Sauerstoff. Wird sie gefällt, bräuchte es theoretisch 2.000 Jungbäume als Ausgleich – mit einem Gegenwert von 130.000 Euro. Zahlen, die zeigen: Waldschutz ist keine Romantik, sondern knallharte Prävention für Klima und Gesundheit.

Drei Säulen, ein Auftrag: Pflanzen, Schützen, Bilden

Der Baumförder- und Waldschutz-Verein für Delmenhorst und um zu e.V. ist jung, schlagkräftig und lokal verankert. Das Projektgerüst steht auf drei Säulen. Erstens: Baumpflanzaktionen. Sie beginnen bewusst im Kleinen – mit „Kindergartenwäldern“, die heranwachsen dürfen, um später umzuziehen und dauerhaft Wurzeln zu schlagen. Zweitens: konkreter Waldschutz. Im Wäldchen am Wilhelm-Tell-Weg in Delmenhorst etwa wehrte der Verein die Pläne für einen Parkplatz ab. Die Lösung, so zeichnet es sich ab, entsteht jenseits der Motorsäge: Parkflächen werden an anderer Stelle möglich, der Baumbestand bleibt. Drittens, und als Fundament: Umweltbildung. Sie beginnt mit dem Blick für das Kleine – dem Regenwurm, der die Erde lockert, den Boden nährt und damit ganze Gärten trägt. Wer als Kind lernt, dass jedes Lebewesen eine Aufgabe hat, wird als Erwachsener schützen, was er versteht.

Biotop statt „leerer Grünstreifen“: von Fledermäusen, Insekten und Kreisläufen

Suhrkamp öffnet im Studio die Tür in ein überraschend belebtes Nachtleben: Fledermäuse – Zwergfledermaus, Wasserfledermaus – die auf der Roten Liste stehen und streng geschützt sind. Aus einem unscheinbaren Wäldchen wurde binnen 30 Jahren ein Biotop, in dem diese Insektenjäger Quartiere finden. Manchmal verraten sie sich indirekt: Wer auf dem Dachboden schwarze Körnchen findet, kann mit Fingerspitzen prüfen. Bröselt es trocken wie Zucker oder Salz, ist es Fledermauskot. Dann gilt: Bis etwa Mitte August warten, bevor renoviert wird – denn bis dahin sind die Sommerquartiere bewohnt. Und ja, die kleinen Akrobaten sind wirklich klein: Eine lebende Fledermaus wiegt so viel wie vier Gummibärchen, Neugeborene entsprechend weniger. Der Hinweis ist nicht skurril, sondern anschaulich: Je greifbarer Artenvielfalt wird, desto eher wächst ihre Akzeptanz.

Klimagarten und Naturscouts: Projekte mit Langstrecke

2026 startet der Verein ein Langzeitvorhaben: den Klimagarten. Generationenübergreifend sollen klimaresiliente Arten, Wildkräuter und -blumen den Boden bedecken – Nahrung für Insekten, die wiederum auf der Speisekarte der Fledermäuse stehen. Ein Kreislauf, der nicht ewig ist, aber robust, wenn man ihn lässt. Parallel setzt der Verein auf Bildung, die mit der Lebenswelt Schritt hält. Kinder haben heute früh Smartphones, Informationen sind nah – die Kunst liegt in Einordnung und Begeisterung. Hier entsteht das Format „Naturscouts“, das Wissen in konkrete Erfahrungen übersetzt. Wie viele Lebewesen stecken in einer Handvoll Erde? Warum braucht der Schmetterling bestimmte Wirtspflanzen? Wer das draußen begreift, versteht drinnen die Konsequenzen.

Delmenhorst putzt sich heraus: Verantwortung vor der Haustür

Der Waldschutz beginnt nicht erst am Waldrand. Bei „Delmenhorst putzt sich heraus“ sammeln Schulklassen, Kitas, Vereine und Einzelne Wohlstandsmüll ein. Der Verein ist dabei – nicht als Pflichtübung, sondern aus Überzeugung. Aufgehobene Alufolie kann einem Vogel das Leben retten, Plastikschnüre ersparen einem Igel den qualvollen Tod. Die Jüngsten gehen oft voran, weil sie Ursache und Wirkung direkt erleben. Ähnliche Aktionen finden zusätzlich im Oktober statt. Und wer danach fragt, was er selbst beitragen kann, bekommt konkrete Tipps: ein Wildkräuterbeet auf dem Balkon, ein unaufgeräumtes Eckchen im Garten, keine Steinwüste statt „pflegeleicht“. Im künftigen Klimagarten werden solche Lösungen gezeigt, ausprobiert und erklärt – zum Nachmachen gedacht.

Von der Idee zur Umsetzung: Geld, Genehmigungen, Geduld

Große Pläne brauchen solide Fundamente. Der Klimagarten ist auf Jahrzehnte angelegt, Flächen gehören der öffentlichen Hand, Genehmigungen und ordnungsgemäßer Betrieb sind Pflicht. Der Verein trägt das mit ehrenamtlichem Einsatz – und finanziert sich ausschließlich über Spenden und Mitgliedsbeiträge. Das ist ehrlich, transparent und bindet die Region ein. Öffentlichkeitsarbeit ist dabei kein Selbstzweck, sondern Brücke in die Praxis: Infostände, Mitmachaktionen, Sommerfeste, Führungen „Auf der Spur der Insektenjäger“, Unterrichtsbausteine an Schulen. Ab dem neuen Schuljahr mit Ganztagsrhythmus sind feste Angebote geplant. Suhrkamp bringt es freundlich auf den Punkt: Wir sind Wissenshelden, aber oft Umsetzungszwerge. Wer in Delmenhorst und umzu die Ärmel hochkrempeln will, findet hier Ansprechpartner, die mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Einladung: Mitmachen, vorstellen, werben – Dein Weg zu „Trude Kuh“

Wir von „Trude Kuh“ haben heute mit Henning Suhrkamp vom Baumförder- und Waldschutz-Verein für Delmenhorst und um zu e.V. gezeigt, wie ein junger Verein mit Baumpflanzungen, Waldschutz und Umweltbildung lokale Wälder erhält, Biotope schützt, Kinder zu Naturscouts macht und mit Projekten wie dem Klimagarten konkrete, nachahmbare Lösungen anbietet; wenn Du Deinen Verein, Deine Initiative oder Dein Unternehmen in unseren TV-Studios vorstellen möchtest, melde Dich bei uns – wir erreichen mit „Trude Kuh“ über 14,5 Mio. Kontakte im Monat und bieten damit starke Reichweite für Geschichten und klare Werbemöglichkeiten; informiere Dich über uns auf „Trude Kuh“, sieh Dir unser TV-Studio von „Trude Kuh“ an, nutze die Chance, Deinen Verein im Interview vorzustellen, oder entdecke unsere Werbemöglichkeiten für Unternehmen – wir freuen uns, wenn Du Kontakt aufnimmst, denn gemeinsam bringen wir Deine Botschaft on air und sorgen dafür, dass sie genau dort landet, wo sie Wirkung entfaltet.