Barbara Backer und Claudia Krogul von Organtransplantierte Ostfriesland zu Gast bei „Trude Kuh“

Wenn das Telefon jede Sekunde zum Lebenssignal werden kann, liegt die Zukunft oft in einem klein gepackten Koffer: Frühjahr, Sommer, Herbst, Winter – alles bereit für den Anruf, der ein zweites Leben schenkt. So beschreibt Barbara Backer, erste Vorsitzende des Vereins Organtransplantierte Ostfriesland, diese Zeit zwischen Hoffen und Bangen. Zweieinhalb Jahre lang wartete sie auf eine Leber, getrieben von einer schwebenden Gewissheit: Es gibt zu wenige Organe – und dennoch bleibt die Hoffnung. Neben ihr erzählt Vereinsmitglied Claudia Krogul, die als Kind nie glaubte, erwachsen zu werden, wie eine Lungentransplantation ihre Perspektive radikal veränderte – und doch zugleich ganz natürlich wirkte, „als wäre es meine alte Lunge“. Ein Gespräch über Mut, Fehlinformationen und echte Gesichter hinter nüchternen Zahlen, geführt von Redaktionsleiter Georg Mahn.

Zwischen Leben und Warten: Erfahrungen, die tragen

Rund 10.000 Menschen stehen in Deutschland auf der Warteliste, die meisten von ihnen benötigen eine Niere. Organvergaben laufen zentral über Eurotransplant, um Fairness zu ermöglichen. Hinter jeder Zahl steckt ein Alltag, der von Krankenhausgängen, Unsicherheiten und routiniertem Weiteratmen lebt. Für Barbara Backer war die Wartezeit ein schmaler Grat: die „schwarze Wolke“, die droht, wenn die Kräfte schwinden, und der Wille, jeden Tag neu aufzustehen. Ihre 2004 erfolgte Lebertransplantation hat sie geprägt – nicht nur als Patientin, sondern auch als engagierte Stimme, die bereits vor der eigenen Erkrankung für Organspende warb. Genau diese doppelte Perspektive macht einen Unterschied: Wer erlebt hat, wie es ist, die Glastür zur Transplantationsambulanz zu öffnen, weiß, dass Aufklärung keine Theorie ist, sondern gelebte Notwendigkeit.

Claudia Krogul, deren Lungentransplantation 2012 stattfand, wuchs mit dem Gefühl auf, „nicht alt zu werden“. Zukunftspläne schienen anderen vorbehalten; das eigene Leben war auf kurze Sicht eingestellt. Umso eindringlicher wirkt ihr Satz, dass sich die neue Lunge „sofort wie meine eigene“ anfühlte. Dankbarkeit, ja – aber auch eine innere Einheit, die hilft, das neue Normal anzunehmen. Zugleich endet mit der Operation die Reise nicht: Bis zu 40 Tabletten täglich strukturieren ihren Alltag, Immunsuppression und Grunderkrankung fordern Disziplin, Zuversicht und verlässliche Unterstützung.

Aufklärung statt Angst: Wie Gesichter Vorurteile entkräften

Die Bereitschaft zur Organspende sinkt, während die medizinischen Möglichkeiten steigen. Warum? Noch immer halten sich Mythen: vom „Ausschlachten“ bis zur irrigen Annahme, Organspender seien nicht wirklich tot. Barbara Backer betont klar: Der Organspender ist der bestkontrollierte Tote im Krankenhaus – der Tod wird unter laufender Gerätemedizin zweifelsfrei festgestellt, damit Organe durchblutet bleiben. Erst durch das Verstehen solcher Abläufe verliert die Angst ihre Macht. Genau deshalb geht der Verein immer wieder raus: in Schulen, in Gremien, zu Ärztefortbildungen, in Fußgängerzonen und auf Messen. Denn das Thema wird begreifbar, wenn es Gesichter bekommt.

Ein starkes Bild dafür liefert ihre Öffentlichkeitsarbeit auf Achse: 386 LKW mit großflächigen Motiven rollen bundesweit, bis nach Dänemark und Schweden. Eine fahrende Litfaßsäule, die Gesprächsanlässe schafft – manchmal bis zum Klopfen an der Fahrerkabine: „Haben Sie einen Organspendeausweis?“ Solche Begegnungen erzählen von einer stillen Bereitschaft, die gesehen, gehört und angestupst werden will. Oder, wie Barbara es formuliert: Wenn der Bäcker nicht sagt, dass es frische Brötchen gibt, greift niemand zu.

Gemeinschaft, die hält: Warum Vereine die Lücke schließen

Krankheit zieht enge Kreise. Wer im Krankenhaus liegt, kann sich nicht immer erklären. Familien tragen mit, wissen aber nicht, was sie nicht wissen. Hier springt der Verein ein: Menschen, die beide Seiten kennen – das Warten, das Empfangen, das Weiterleben – stehen neben dem Bett, übersetzen, trösten, halten aus. Es ist diese Form von Selbstverständlichkeit, die Betroffenen hilft, wieder ins Leben zu finden. Dazu gehören auch Wochenenden nur für Transplantierte, große Treffen voller Wiedersehensfreude und Alltagsnahe. Und es gehört der Blick auf diejenigen, die sonst kaum vorkommen: die „Schattenkinder“ in Familien, in denen schwere Krankheit vieles bestimmt. Studien zeigen, wie sehr Geschwister belasten, früh erwachsen wirken und Gefühle oft hinter Verantwortungsgefühl verstecken. Der Verein gibt auch ihnen Raum, Sprache und Orientierung.

Genauso wichtig ist Ehrlichkeit über Nebenwirkungen im sozialen Umfeld. Krankheit verändert Beziehungen; Freundeskreise dünnen aus, weil viele nicht damit umgehen können. Das gilt nicht nur für Empfängerinnen und Empfänger, sondern auch für die Familien von Spenderinnen und Spendern. Eine Spendefamilie schrieb Barbara: „Wir haben unser Telefonbuch neu geschrieben.“ Auch das ist Realität – und ein weiterer Grund, warum gelebte Gemeinschaft so kostbar ist.

Ethik, Würde und die Frage nach Gerechtigkeit

Organspende ist kein medizinisches Randthema, sondern gelebte Nächstenliebe. Kirchen stehen dem positiv gegenüber, doch lautstarke Desinformation prägt Debatten, besonders in sozialen Medien. Das Muster kennen viele aus anderen Krisen: wenige, aber sehr laute Stimmen, oft aus denselben Blasen, mit großer Reichweite. Gegenhalten hilft nur mit Fakten, Gesichtern und Geduld. Und mit der Frage, die Claudia Krogul stellt: Wer ein Organ annehmen würde, sollte auch bereit sein, selbst zu spenden. Denn Krankheit trifft nicht „die anderen“. Manchmal kippt eine Haltung in einer einzigen Diagnose. Darum gehört Organspende in die Mitte der Gesellschaft – an den Frühstückstisch, in den Unterricht, in Gespräche zwischen Generationen.

Gleichzeitig kostet Aufklärung Geld. Der Verein arbeitet ehrenamtlich, fährt zu Kliniken, macht Besuche, bringt kleine Geschenke ans Krankenbett, finanziert Kampagnen – vom LKW-Motiv bis zum Info-Stand – überwiegend aus Spenden. Dass die ostfriesische Gemeinschaft hier zusammenhält, zeigte sich mehrfach: von fünf Euro bis zu größeren Beträgen, die am Ende Lücken schließen, wenn Sponsoren abspringen. Diese Arbeit rettet kein Organ – aber sie rettet Mut, weckt Bereitschaft und schenkt Orientierung in Tagen, die schwer sind.

Deine Bühne, deine Botschaft: Einladung ins TV-Studio und Chancen für Vereine und Unternehmen

Wir von „Trude Kuh“ haben Barbara Backer und Claudia Krogul vom Verein Organtransplantierte Ostfriesland im TV-Studio begleitet, weil ihre Geschichten das Thema Organspende greifbar machen: das lange Warten mit gepacktem Koffer, der Moment des Anrufs, die Operation, das Leben danach mit Medikamenten und der unermüdlichen Aufklärungsarbeit, die Fehlinformationen entkräftet und Menschen verbindet, die sich sonst allein fühlen. Wenn Du einen Verein führst, der ähnlich lebensnahe Arbeit leistet, oder wenn Du als Unternehmen starke, glaubwürdige Reichweite suchst, laden wir Dich herzlich ein: Auf „Trude Kuh“ findest Du alles über unsere Plattform, im TV-Studio von „Trude Kuh“ zeigen wir Deine Geschichte im besten Licht, über Verein im Interview vorstellen kannst Du Dich unkompliziert bewerben, und wenn Dich die wirtschaftliche Seite interessiert, erklären wir Dir gern unsere Werbemöglichkeiten für Unternehmen. Wir von „Trude Kuh“ produzieren hochwertige Interviews und Formate, erreichen über 14,5 Mio. Kontakte im Monat und schaffen damit Sichtbarkeit, die wirkt – für Vereine, die Unterstützung brauchen, und für Marken, die mit klaren Botschaften und menschlicher Relevanz überzeugen möchten; wenn Du Deine Botschaft zielgenau platzieren willst und dabei Authentizität schätzt, melde Dich, komm ins Studio und nutze unsere Reichweite für Deine Story und Deine Kampagne.