Dirk Lüerßen von Wachstumsregion Ems-Achse e. V. zu Gast bei „Trude Kuh“

Wenn alte Bilder reißen, entsteht Platz für neue Landkarten. Früher war die Wirtschaft an der Ems ein Dreieck der Verlässlichkeit: Händler, Produzent, Kunde – man kannte sich, man schnackte über den Gartenzaun, Geschäfte liefen mit Handschlag. Heute schlagen die Wellen des Wettbewerbs aus Shenzhen, Texas und Indien bis in die nördlichsten Ecken Niedersachsens. Lieferketten sind global, Talente mobil, und Apps liefern schneller, als ein Ladentresen grüßen kann. Unsichtbar wird, wer sich nicht vernetzt. Genau an dieser Bruchkante setzt die Wachstumsregion Ems-Achse an: ein Netzwerk, das Städte, Landkreise, Hochschulen und Unternehmen entlang der Ems zusammenzieht – nicht aus Nostalgie, sondern als Antwort auf einen Markt, der im Takt der Weltwirtschaft schlägt. In den Studios von „Trude Kuh“ erzählt Geschäftsführer Dirk Lüerßen, wie sein Team seit 2006 Kräfte bündelt, Fachkräfte sichert und Transformation gestaltet. Moderiert wurde das Gespräch von Redaktionsleiter Georg Mahn.

Warum Vernetzung zur härtesten Währung der Region wurde

Die Geburtsstunde des Bündnisses liegt in einem gemeinsamen Kraftakt: dem Lückenschluss der A31. Was keine Einzelkommunen und kein Konzern allein geschafft hätte, machte die Region zusammen möglich. Parallel wuchsen um große Ballungsräume Metropolregionen – Hamburg, München und andere. Die Ems-Achse verstand früh: Als ländlicher Raum gewinnt man nicht, indem man einer Metropole nacheifert, sondern indem man die eigene Stärke organisiert. Heute vereint der Verein über 900 Mitglieder – Unternehmen, Kommunen, Hochschulen – und repräsentiert damit rund 130.000 Arbeitsplätze. Die Botschaft ist deutlich: Größe entsteht nicht nur durch Masse, sondern durch Verbindung.

Dirk Lüerßen beschreibt, wie der scheinbar ewige Spitzenreiter „Fachkräftemangel“ selbst in einer konjunkturellen Delle nicht von der Agenda rutscht. Die Babyboomer-Generation tritt nach und nach in den Ruhestand, die Lücken sind absehbar – und groß. Vernetzung ist hier keine Floskel, sondern Werkzeugkiste: gemeinsame Ansprache von Talenten, abgestimmte Weiterbildung, ein übergreifender Blick auf Ausbildung, Hochschulbindung und Zuwanderung.

Vielfalt als System: von Metall bis Maritime, von Nordhorn bis Norderney

Die Ems-Achse spannt sich entlang der niedersächsisch-niederländischen Grenze – eine Region, die von kleinen und mittleren Unternehmen geprägt ist. Branchenzäune? Eher offene Türen. Schwerpunkte gibt es in Metall und Maschinenbau, Kunststoff, Logistik, maritimer Wirtschaft und Tourismus, doch willkommen ist, wer gestalten will. Das Besondere: Beim Thema Fachkräfte lernen Steuerkanzleien von Industriebetrieben, Handwerker von Logistikern, Start-ups von Familienunternehmen – und umgekehrt. Wissen verteilt sich schneller, wenn es nicht in Silos sitzt.

Um Expertise weiter zu verdichten, entstanden aus frühen Branchentischen sogenannte Kompetenznetzwerke – etwa in Logistik, IT oder Energie. Das Prinzip ist pragmatisch: Fachleute arbeiten schneller, wenn sie die gleiche Sprache sprechen, und sie tragen ihre Lösungen danach ins Gesamtbündnis. Rund 50 Veranstaltungen pro Jahr verknüpfen diese Kreise mit der großen Bühne – vom parlamentarischen Abend mit 400 Gästen bis zu regionalen Mittagsgesprächen. Letztere liefern oft den Aha-Moment: Ein Zulieferer sitzt plötzlich nicht mehr in Polen, sondern 30 Kilometer weiter – ein Gewinn für Lieferkettenstabilität und Krisenresilienz.

Transformation ohne Zaudern: Bildung, Bürokratie und die neue Geschwindigkeit

Unter der Überschrift Transformation bündeln sich die größten Herausforderungen: Digitalisierung, Energiewende, überbordende Bürokratie. Der internationale Wettbewerb wartet nicht, und wer zögert, verliert Takt und Tritt. Lüerßen betont den Dreiklang aus Unternehmen, Kommunen und Bildungsakteuren. Denn ohne Bildung – im wörtlichen Sinn des Wortes – bleibt Transformation eine Überschrift. Mit den Hochschulstandorten Lingen, Papenburg, Emden und Leer – rund 5000 Studierende – will die Ems-Achse Talente stärker an die Region binden. Gleiches gilt für berufsbildende Schulen, denn der Druck sitzt längst nicht nur auf akademischen Schultern: Die duale Ausbildung ist ein Schlüssel.

Zur Ehrlichkeit gehört: Der ländliche Raum hat Digitalfunklöcher, die Effizienz kosten, und Infrastrukturprojekte, die in Deutschland zu häufig im Planfeststellungsstau verharren. Die Ems-Achse trägt Anliegen nach Hannover und Berlin, gestützt von 130.000 Beschäftigten, Kommunen und Unternehmen. Es geht um handfeste Dinge: Mobilfunk, ÖPNV, Straßen- und Schienenausbau. „Deutschlandgeschwindigkeit“ soll kein Konferenzwort bleiben, sondern Praxis. Sonst wandert Vertrauen ab – in Märkte und in Demokratie.

Mut statt German Angst: Entscheiden, handeln, Verantwortung teilen

Die „German Angst“ – die Sorge, haftbar zu werden, Fehler zu machen – bremst nicht nur Verwaltungen, sondern bisweilen auch größere Unternehmen. Inhaber- und Familienbetriebe der Region hingegen entscheiden oft kürzer, weil Verantwortung und Wirkung näher beieinanderliegen. Die doppelte Transformation – digital und nachhaltig – überfordert viele, das nimmt Lüerßen nicht auf die leichte Schulter. Wer zählt, kommt bei Regelwerken beider Sphären schnell auf weit mehr als ein Dutzend Großgesetze. Ein bezeichnendes Signal sendete eine Veranstaltung der Ems-Achse mit dem Titel „Kriminalisierter Mittelstand“: Nach drei Minuten ausgebucht. Die Botschaft: Es braucht klare, handhabbare Regeln – und den Mut, Entscheidungen zu treffen.

Gleichzeitig fordert der globale Wettbewerb Tempo. Wenn die Niederlande eine wichtige Verkehrsachse bereits vierstreifig bis an die Grenze gebaut haben, während diesseits noch über den Baubeginn diskutiert wird, dann zeigt das das Delta zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Die Konsequenz ist real: Wer langsamer baut, transportiert auch weniger Zuversicht.

Region mit Handschlag: Jugend, Ehrenamt und Ankommen

Die Zukunft der Ems-Achse ist so jung wie die Menschen, die sie prägen. Pro Jahr erreicht das Team in Berufsorientierungsprojekten 2000 bis 3000 Jugendliche – auf Messen wie in Nordhorn und im direkten Gespräch. Die Botschaft ist wohltuend unaufgeregt: Berufe sind heute keine 40-Jahre-Schablonen mehr. Künstliche Intelligenz und neue Technologien verändern Jobbilder, aber nicht den Wert von Können und Haltung. Wer gehen will, darf gehen; wer bleibt, soll die vielfältigen Perspektiven kennen – in Betrieben, die nicht nur Jobs, sondern Gestaltungsspielräume bieten. Initiativen wie Start und Connect sind dafür das Rückgrat.

Unterschätzt wird oft die Integrationsleistung des Ehrenamts. Kommunen fördern, Unternehmen würdigen, Vereine binden – von Ehrenamtspreisen bis zu eigens geschaffenen Stellen. Die hohe Vereinsdichte hilft, Menschen aus dem Ausland heimisch zu machen, besonders in Pflege und Gesundheit, wo Fachkräfte dringend gebraucht werden. Ländliche Räume integrieren oft leiser, aber nachhaltig: weniger Parallelwelten, mehr Miteinander. Was die Region trägt, ist ein Menschenschlag, der Klartext schätzt. Ein Handschlag gilt. Kontakte wachsen vielleicht einen Tag länger – halten dafür deutlich fester.

Einladung: Dein Verein, Deine Idee, Dein Auftritt bei „Trude Kuh“

Wir von „Trude Kuh“ haben mit Dirk Lüerßen und der Wachstumsregion Ems-Achse e. V. über starke Netzwerke, Fachkräftesicherung, Ausbildung, Hochschulkooperationen, Digitalisierung, Energiewende, Infrastruktur, Ehrenamt und die besondere Handschlag-Mentalität der Region gesprochen; wenn Du mit Deinem Verein ähnliche Themen bewegst oder einfach zeigen willst, was Eure Arbeit ausmacht, dann melde Dich bei uns, denn wir erreichen mit „Trude Kuh“ über 14,5 Mio. Kontakte im Monat und bieten Dir nicht nur eine Bühne im TV-Studio, sondern auch echte Reichweite für Anliegen, Projekte und Partner. Schau auf unsere Seite „Trude Kuh“, entdecke das TV-Studio von „Trude Kuh“ und nutze die Möglichkeit, Deinen Verein im Interview vorzustellen; wenn Du dagegen als Unternehmen nach Sichtbarkeit, Leads oder Image suchst, informieren wir Dich transparent über unsere Werbemöglichkeiten für Unternehmen – wir kombinieren journalistische Geschichten mit pointierter Reichweite, machen Drehs unkompliziert, begleiten Dich strategisch von der Idee bis zum On-Air-Termin und sorgen dafür, dass Deine Botschaft messbar ankommt; wenn auch Du Deine Initiative, Deinen Verein oder Dein Business im besten Licht präsentieren willst, dann komm ins TV-Studio von „Trude Kuh“ und lass uns gemeinsam Deine Geschichte erzählen.