Florian Hinrichs und Daniel Glöckner von Freiwillige Feuerwehr Friesoythe zu Gast bei „Trude Kuh“

Wenn die Stadt schläft und der letzte Hund sich eingerollt hat, reißt manchmal ein Alarm die Nacht in Stücke. Sekunden dehnen sich, Minuten werden zu einem Wettlauf gegen die Zeit. Dort, wo es brennt, wo Wasser steigt oder Blech knirscht, sind sie längst unterwegs: die Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Friesoythe. Ohne großes Showlicht, dafür mit klarem Auftrag und fester Kameradschaft. Genau darüber sprachen Ortsbrandmeister Florian Hinrichs und sein Stellvertreter Daniel Glöckner im Gespräch – mit Geschichten von nächtlichen Piepern, von Mut, Struktur und Gemeinschaft. Moderiert wurde das Interview von Redaktionsleiter Georg Mahn.

Von Jugendfeuerwehr bis Einsatzleitung: Ein Weg, der Verantwortung formt

Florian Hinrichs ist seit 23 Jahren dabei, gestartet mit der Gründung der Jugendfeuerwehr im Jahr 2003. Was damals mit dem „Wow-Effekt“ roter Fahrzeuge begann, wuchs zur gelebten Verantwortung. Die Kameradschaft wurde vorgelebt, erzählt er, von den Aktiven, die den Nachwuchs an die Hand nahmen und in ein klar strukturiertes System aus Training, Einsatzabläufen und Teamarbeit führten. Daniel Glöckner, seit 31 Jahren im Dienst, nennt die Vielseitigkeit als Kern der Faszination: Von technischen Hilfeleistungen über Brandeinsätze bis zur Gefahrgutkompetenz – immer zählt das Team, das zusammen funktioniert, egal, wer gerade arbeitet, schläft oder einkauft, wenn der Melder auslöst.

Diese Verlässlichkeit hat System. Denn wer aus allen Lebenslagen zum Feuerwehrhaus eilt, braucht Rollen, die sich flexibel fügen. Gruppen sortieren sich nach Lage, Fahrzeug und Fähigkeit immer neu, dennoch greifen sie wie Zahnräder ineinander. Das gelingt, weil die Ausbildung nie endet: Truppmann- und Truppführerlehrgänge, Technikkurse, Führungsschulungen – die Liste ist lang und wächst mit neuen Anforderungen. So entsteht Routine für den Ausnahmezustand.

Einsätze zwischen Plan und Realität: Struktur, die Sicherheit schafft

Auf dem Meldeempfänger steht ein Stichwort – die Wirklichkeit dahinter ist oft anders. Genau dieses Spannungsfeld, sagt Florian, erzeugt Nervenkitzel und verlangt Disziplin. Funknummern, Fahrzeugkonzepte und klare Abläufe sorgen dafür, dass Hilfe schnell und passend ankommt. Ein Beispiel ist die Drehleiter mit Automatik-Korb (D.L.A.K.) mit der Funkkennung 1730 10: 17 steht für den Ort, 30 für das Fahrzeug, 10 für die Ortsfeuerwehr Friesoythe. Im Stadtgebiet arbeiten vier Ortsfeuerwehren zusammen, systematisch über Nummern organisiert: 10 für Friesoythe, 20 für Alteneute, 30 für Gehlenberg, 40 für Markhausen. Diese Ordnung ist mehr als Zahlenspielerei – sie ist Teil einer Sprache, die unter Stress Orientierung schafft.

Technik ist dabei kein Selbstzweck, sondern Lebensversicherung. Eindrucksvoll ist das Löschunterstützungsfahrzeug L.U.F.: eine ferngesteuerte Turbine mit 2400 Litern Wasser pro Minute über 360 Düsen, die als Großlüfter fungieren kann und unbemannte Einsätze in Gefahrenzonen erlaubt – etwa bei Stallbränden, Einsturzgefahr oder in Trümmerschatten. So bleibt das Team handlungsfähig, ohne sich unnötig der Gefahr auszusetzen.

Starke Bilder, starke Psyche: Hilfe für Helfer

Wer Blaulicht sagt, meint oft Schutz – und dennoch trifft das Team vor Ort auf harte Bilder. Unfälle, Brände, Ausnahmesituationen hinterlassen Spuren. Daniel erklärt, wie wichtig die psychosoziale Notfallversorgung (PSNV) im Landkreis Cloppenburg ist: ein Angebot, das gezielt hilft, Eindrücke zu verarbeiten. Gesprächsrunden mit Kolleginnen und Kollegen gehören ebenso dazu wie das, was Florian bildhaft beschreibt: „Schubladen im Kopf“, in die Erlebnisse eingeordnet werden. Wenn sich eine Schublade nicht mehr schließen lässt, braucht es Unterstützung – und Rückhalt aus der eigenen Familie. Ohne Partnerinnen, Partner und Angehörige, die hinter dem Ehrenamt stehen, trägt die Last zu schwer. Auch das gehört zur Wahrheit des Jobs: Kameradschaft endet nicht am Tor des Feuerwehrhauses.

Nachwuchs, Prävention und Öffentlichkeit: Warum Engagement beginnt, bevor es brennt

Die Feuerwehr ist keine Freizeitgruppe, sie erfüllt eine kommunale Pflichtaufgabe – und lebt dafür vom Ehrenamt. Dass Nachwuchs das A und O ist, macht Daniel deutlich. Alle werden älter, irgendwann geht es in die Altersabteilung, darum muss früh und klug gewonnen werden. Friesoythe setzt auf Kampagnen, Bauzaun-Plakate, Schulbesuche und Unternehmenskontakte. Erste Erfolge sind spürbar, neue Mitglieder melden sich. Florian betont das Team: Der Geist von Kameradschaft und Gemeinschaft, auch nach Dienstabenden bei Bratwurst und Bier, trägt über Jahre. Gerade nach der Corona-Zeit holt die Feuerwehr junge Leute wieder aus Zimmern und von Schreibtischen in echte Gemeinschaft.

Ein Schlüssel ist die Brandschutzerziehung. Sie beginnt im Kindergarten, führt über Vorschulgruppen bis ins Feuerwehrhaus, wo jährlich rund 120 bis 130 Kinder mit Kontakt, Technik und Verhalten vertraut gemacht werden. Dazu kommen Besuche in Kitas mit etwa 50 weiteren Kindern. Prävention senkt Risiken und nimmt Berührungsängste: Wer Blaulicht von klein auf als Hilfe erlebt, reagiert später ruhiger und respektvoller, weiß im Notfall besser Bescheid. Manche der heutigen Kolleginnen und Kollegen standen vor Jahren selbst als Kinder in der Fahrzeughalle und erinnern sich noch an die erste Unterweisung.

Ausstattung, Bedarfsplan und Verantwortung: Wie Stadt und Feuerwehr zusammenarbeiten

Damit das System funktioniert, braucht es verlässliche Ausstattung. In Friesoythe hat die Stadt einen Bedarfsplan durch einen Fachplaner erstellen lassen. Dort ist klar geregelt, welche Investitionen die Kommune über Jahre zu leisten hat – ohne Schlupflöcher, ohne Pardon, wie Florian sagt. So entsteht Planungssicherheit für Fahrzeuge, Gerät und Ausbildung. Der „Fuhrpark“ ist breit: vom Hubrettungsfahrzeug über Spezialgeräte bis zu Gefahrguteinheiten, in denen Friesoythe mit rund einem Dutzend Kräften Teil des Landkreis-Zuges ist. Die Einsätze mit Chemikalien sind zum Glück selten, aber die Bereitschaft dafür ist professionell hinterlegt.

Am Ende bleibt ein Wunsch, den Florian formuliert: Menschen, die Lust auf Ehrenamt haben, die das Team bereichern – und eine Ausstattung, die mit den Aufgaben wächst. Denn hier geht es um die Sicherheit von Bürgerinnen und Bürgern. Hinter der Feuerwehr steht außerdem ein Förderverein, der wichtige Projekte ermöglicht und Unterstützung organisiert. Wer helfen will, hilft am Ende auch, Leben zu schützen.

Deine Einladung an „Trude Kuh“: Mitmachen, mitreden, mitwerben

Wir von „Trude Kuh“ haben im TV-Studio eine starke Geschichte aufgenommen: wie die Freiwillige Feuerwehr Friesoythe nachts ausrückt, Kameradschaft lebt, mit Spezialtechnik wie dem L.U.F. arbeitet, mit der PSNV belastende Einsätze verarbeitet, Nachwuchs durch Jugendfeuerwehr und Brandschutzerziehung gewinnt und mit einem Bedarfsplan verlässlich ausgestattet wird. Wenn Du Deinen Verein oder Deine Organisation vorstellen möchtest, melde Dich bei uns – wir freuen uns, Dich im TV-Studio von „Trude Kuh“ zu begrüßen. Mit über 14,5 Mio. Kontakten im Monat bieten wir enorme Reichweite und echte Werbemöglichkeiten für Unternehmen, die ihre Marke sichtbar machen wollen. Schau gerne auf unserer Seite von „Trude Kuh“ vorbei unter „Trude Kuh“ und entdecke unser TV-Studio von „Trude Kuh“. Wenn Du als Verein im Interview Deine Arbeit präsentieren möchtest, findest Du alle Infos unter Verein im Interview vorstellen. Und für Firmen, die gezielt Aufmerksamkeit erzeugen wollen, erklären wir unsere Werbemöglichkeiten für Unternehmen. Wir von „Trude Kuh“ geben Engagement eine Bühne, machen Geschichten sichtbar und schaffen Wirkung – wenn auch Du Deine Story teilen oder Deine Marke stark platzieren willst, dann komm ins TV-Studio von „Trude Kuh“ und nutze unsere Reichweite für Deinen nächsten Schritt.