Manchmal beginnt Heimat nicht mit einem Ortsschild, sondern mit einem Ton. Mit dem warmen Klang eines Tenorhorns, dem hellen Ruf einer Trompete oder dem gemeinsamen Atemzug eines Orchesters, bevor der erste Akkord den Raum füllt. Im Musikverein Harkebrügge ist Musik mehr als ein Hobby zwischen Probe, Schützenfest und Konzertbühne. Sie ist Treffpunkt, Familiengeschichte, Dorfkultur und ein Stück gelebte Identität im Landkreis Cloppenburg. In den Studios von „Trude Kuh“ sprachen die erste Vorsitzende Olivia Meiners-Hagen und Dirigentin Eva-Maria Oeltjenbruns über Nachwuchsarbeit, Vereinsleben, neue Uniformen, musikalische Freundschaften und die besondere Kraft einer Gemeinschaft, die seit Jahrzehnten im Takt zusammenhält. Das Interview führte Redaktionsleiter Georg Mahn.
Ein Verein mit Geschichte und viel Herzblut
Der Musikverein Harkebrügge wurde 1990 gegründet und ist für Olivia Meiners-Hagen eng mit der eigenen Familiengeschichte verbunden. Ihr Vater gehörte zu den Gründern, und für sie selbst war als 13-Jährige schnell klar: Wenn im Dorf ein Musikverein entsteht, dann ist sie dabei. Die erste Probe fand damals in der Pausenhalle in Harkebrügge statt. Jeder musste seinen Platz finden, musikalisch wie menschlich, und aus diesen ersten Tönen entwickelte sich eine Gemeinschaft, die bis heute trägt.
Seit 2025 ist Olivia Meiners-Hagen erste Vorsitzende des Vereins. Sie kennt die Entwicklung aus der Perspektive der jungen Musikerin ebenso wie aus der Verantwortung des Vorstands. Besonders deutlich wird im Gespräch, dass der Musikverein Harkebrügge nicht nur durch Noten, Auftritte und Proben zusammengehalten wird, sondern durch ein starkes Wir-Gefühl. Rund 200 Vereinsmitglieder und etwa 40 aktive Musikerinnen und Musiker bilden heute das Fundament des Vereins.
Auch Eva-Maria Oeltjenbruns kam früh zur Musik. Über die musikalische Früherziehung führte ihr Weg zum Musikverein, obwohl sie zu Beginn noch kein Instrument spielen konnte. Ihr Wunschinstrument war die Trompete, und daraus wurde eine mehr als 20-jährige Verbindung zum Verein. Heute steht sie nicht mehr hinten bei ihrer Trompeten-„Gang“, wie es im Gespräch augenzwinkernd heißt, sondern vorne am Dirigentenpult.
Von der Trompete ans Dirigentenpult
Für Eva-Maria Oeltjenbruns war der Wechsel von der Musikerin zur Dirigentin ein besonderer Schritt. Plötzlich geht es nicht mehr nur darum, die eigene Stimme sauber zu spielen. Stattdessen liegt der Blick auf dem gesamten Orchester: Wer ist zu laut, wer zu leise, welche Stimme braucht Unterstützung, wo muss der Klang zusammengeführt werden? Ihr erstes Konzert unter eigener Leitung war ein Musical-Konzert bei der I.G.S. und ist ihr als besonders schöner Start in Erinnerung geblieben.
Diese neue Rolle bringt Verantwortung mit sich, aber auch große Freude. Die Dirigentin beschreibt, dass sie inzwischen mit allen Stimmen intensiver in Kontakt kommt. Das Orchester wird dadurch nicht nur musikalisch, sondern auch menschlich anders wahrnehmbar. Wo früher die Trompete im Mittelpunkt stand, geht es heute um das Zusammenspiel von Holzbläsern, Blechbläsern und Schlagwerk.
Zum Musikverein Harkebrügge gehören Klarinetten, Saxofone, Querflöten, Trompeten, Posaunen, Tuba, Tenorhorn sowie Schlagwerk mit großer Trommel, kleiner Trommel und Schlagzeug. Das Repertoire reicht von traditioneller Blas- und Orchestermusik bis hin zu modernen Konzertprogrammen. Dabei zeigt sich: Ein Stück kann schnell sitzen, wenn die Musikerinnen und Musiker Lust darauf haben. Wenn die Begeisterung zunächst etwas verhaltener ausfällt, braucht es auch einmal ein paar Proben mehr. Musik bleibt eben Teamarbeit, mit Notenständer, Humor und gelegentlicher diplomatischer Feinjustierung.
Dorfkultur, Schützenfeste und musikalische Reisen
Der Musikverein Harkebrügge ist tief in der dörflichen Gemeinschaft verwurzelt. Feste Termine prägen das Vereinsjahr: kirchliche Auftritte, Laternenumzüge, das eigene Schützenfest, umliegende Schützenfeste und alle zwei Jahre ein größeres Konzert. Dazu kommt eine besondere Verbindung ins Sauerland. Regelmäßig reist der Verein zu einem Schützenfest nach Evingsen. Für Musikerinnen und Musiker aus dem flachen Nordwesten wird dort schon der Weg durch bergauf und bergab zur sportlichen Herausforderung.
Gerade solche Fahrten sind für den Zusammenhalt besonders wichtig. Wenn der Verein gemeinsam unterwegs ist, in einer Turnhalle übernachtet, zusammen frühstückt, den Tag miteinander verbringt und abends das eine oder andere Schnarchkonzert erlebt, entsteht Nähe. Es ist kein Luxusurlaub, aber eine Erfahrung, die zusammenschweißt. Langjährige Freundschaften werden gepflegt, jüngere Mitglieder wachsen hinein, und aus musikalischen Terminen werden Erinnerungen, die über Jahre bleiben.
Auch regionale Kultur spielt eine zentrale Rolle. Schützenfeste, Erntedankfeste und Dorfveranstaltungen leben davon, dass Vereine wie der Musikverein Harkebrügge präsent sind. Die Uniform gehört dabei genauso zum Bild wie der gemeinsame Klang. Für Olivia Meiners-Hagen ist wichtig: In der Uniform sind alle gleich, jede Stimme zählt, jedes Instrument hat seine Aufgabe. Das ist Musik als soziales Modell im Kleinen, aber mit großer Wirkung.
Nachwuchsarbeit, Ehrenamt und neue Uniformen
Wie viele Vereine steht auch der Musikverein Harkebrügge vor der Aufgabe, Kinder, Jugendliche und neue Mitglieder für das gemeinsame Musizieren zu begeistern. Früher war es auf dem Dorf fast selbstverständlich, dass viele Kinder ein Instrument lernten. Heute konkurrieren Vereine stärker mit Social Media, Freizeitangeboten und veränderten Gewohnheiten. Trotzdem setzt der Verein auf persönliche Ansprache, musikalische Früherziehung und ein gutes Netzwerk.
Eine Jugendwartin hält Kontakt zu Lehrkräften, zur Kreismusikschule, zu privaten Musiklehrerinnen und Musiklehrern sowie zu anderen Vereinen. Zum neuen Schuljahr beginnen häufig neue Unterrichtseinheiten, sowohl im Einzelunterricht für Instrumente als auch in der musikalischen Früherziehung. Nicht für jedes Instrument ist es leicht, passende Lehrkräfte zu finden, doch durch gewachsene Kontakte gelingt es dem Verein immer wieder, Angebote zu ermöglichen.
Auch das Ehrenamt spielt eine große Rolle. Olivia Meiners-Hagen betont, dass der Musikverein Harkebrügge viele motivierte Mitglieder hat, die Verantwortung übernehmen. Die Aufgaben sind breit verteilt, damit nicht alles an einer Person hängen bleibt. Im geschäftsführenden Vorstand wird gemeinsam organisiert, beantragt, geplant und abgestimmt. Denn ein Verein funktioniert im Hintergrund oft wie eine kleine Firma.
Ein aktuelles Mammutprojekt sind neue Uniformen. Die bisherigen Uniformen stammen in ihrer Grundausstattung aus den frühen 1990er-Jahren und haben viele Auftritte, Feste und Vereinsgeschichten erlebt. Für die Neuanschaffung wurden Förderanträge gestellt, Stiftungen angeschrieben, Spenden eingeworben und Eigenmittel eingesetzt. Unterstützung kam unter anderem über den Bürgerverein und die Bürgerstiftung im Dorf. Inzwischen sind die neuen Uniformen beauftragt, ein sichtbares Zeichen dafür, dass Tradition gepflegt und zugleich weiterentwickelt wird.
Musikverein Harkebrügge bei „Trude Kuh“: Gemeinschaft, Klang und Einladung
Wir von „Trude Kuh“ haben in diesem Gespräch erlebt, wie viel Herz, Humor und Verantwortung im Musikverein Harkebrügge stecken: Olivia Meiners-Hagen steht als erste Vorsitzende für eine Vereinsgeschichte, die familiär begann und bis heute dörfliche Gemeinschaft prägt, während Eva-Maria Oeltjenbruns als Dirigentin zeigt, wie aus vielen einzelnen Stimmen ein gemeinsamer, kräftiger Klang entsteht. Wenn Du selbst Musik liebst, einen Verein suchst, ein Instrument lernen möchtest oder nach einer Pause wieder einsteigen willst, dann macht dieses Interview sehr deutlich, warum ein Musikverein so viel mehr sein kann als ein wöchentlicher Termin im Kalender. Bei „Trude Kuh“ erzählen wir genau solche Geschichten, weil Vereine, Ehrenamtliche und engagierte Menschen sichtbar werden sollen. Wenn Du mit Deinem Verein ebenfalls zeigen möchtest, was Euch ausmacht, welche Traditionen Ihr lebt und warum neue Mitglieder bei Euch herzlich willkommen sind, dann kannst Du Deinen Verein im Interview vorstellen und Dich gerne bei uns melden, wenn Du einen Verein in den TV-Studios von „Trude Kuh“ präsentieren möchtest. In unserem TV-Studio von „Trude Kuh“ entsteht Raum für Gespräche, die nahbar, regional und professionell produziert sind. Gleichzeitig erreichen wir von „Trude Kuh“ über 14,5 Mio. Kontakte im Monat und bieten damit auch Unternehmen starke Chancen, sichtbar zu werden, Zielgruppen zu erreichen und regionale wie überregionale Aufmerksamkeit sinnvoll zu nutzen. Wenn Du als Firma Werbung platzieren möchtest, findest Du hier passende Werbemöglichkeiten für Unternehmen, denn gute Geschichten, starke Reichweite und glaubwürdige Präsenz passen hervorragend zusammen.


