Wenn Fußball zur Herzenssache wird, dann klingt das nach Flutlicht, nach staubigen Ascheplätzen von früher und nach dem sicheren Gefühl, am richtigen Ort zu sein. Genau dieses Gefühl trägt den VfB Langendreerholz 1914 aus dem Bochumer Osten seit über einem Jahrhundert. Heute ist daraus mehr geworden als ein Sportverein: ein Zuhause für Generationen, ein Ort, an dem Inklusion nicht als Schlagwort, sondern als tägliche Praxis gelebt wird. Die Verantwortlichen sprechen nicht über Leistungsdruck, sondern über Nähe, Gemeinschaft und ein Miteinander, das Menschen sichtbar wachsen lässt. In den Studios von „Trude Kuh“ erzählen Geschäftsführerin und Inklusionsbeauftragte Sandra Brockmann sowie Präsident und Inklusionstrainer Winfried Michalski, warum ihr Verein für viele zum sozialen Anker geworden ist und weshalb „Erlebnis vor Ergebnis“ ihr wichtigster Spielzug ist. Moderator des Gesprächs ist Redaktionsleiter Georg Mahn.
Ein Verein mit Tradition und Haltung
Für Winfried Michalski, der im Alter von sechs Jahren zum VfB kam und inzwischen seit Jahrzehnten Verantwortung trägt, ist der Verein mehr als Sport: Er bedeutet Nachbarschaft, Freundschaft und Respekt auf und neben dem Platz. Die Haltung ist klar und wird von Generation zu Generation weitergegeben: Alle sind Sportler, egal welcher Herkunft, welches Geschlechts oder welcher Hautfarbe. Dieses Selbstverständnis hat den VfB geprägt, bevor Begriffe wie Vielfalt und Teilhabe selbstverständlich wurden.
Die Tradition ist spürbar – und sie lebt. Langjährige Spieler, ehrenamtliche Trainer, Eltern und Unterstützer halten den Verein zusammen. Events, Mannschaftsfahrten und das, was unterwegs „eingeschenkt“ wird, gehören ebenso dazu wie die Fürsorge: Den Mitgliedern soll beim Ausüben ihres Sports möglichst viel abgenommen werden, damit sie sich auf das Wesentliche konzentrieren können.
Breites Angebot: Von Minikickern bis Walking Football
Sandra Brockmann ordnet das Spektrum des Vereins ein: Seniorensport mit der ersten Mannschaft, eine wachsende Jugendabteilung von den Minikickern bis zur B-Jugend, Walking Football für alle ab 50, die spielerisch aktiv bleiben wollen, sowie eine lebhafte Gymnastikabteilung mit rund 30 bis 40 Teilnehmerinnen ab 60 Jahren. Trainings finden auf der Platzanlage und in der Halle statt, stets mit dem familiären Ton, der Neuzugänge sofort integriert.
Walking Football zeigt, wie klug der VfB mit dem Faktor Zeit umgeht: Kontaktlos, aber bewegungsintensiv, bringt die Variante Menschen zusammen, die nicht mehr jedes Sprintduell suchen, dafür aber die Freude am Spiel wiederentdecken. Ergänzt wird das Programm durch regelmäßige Events, die den Verein als Begegnungsort festigen.
Inklusion: Erlebnis vor Ergebnis
Das Herzstück des Gesprächs ist die Inklusionsarbeit. Bevor das Angebot startete, holte der Vorstand alle Mitglieder ab, um die Akzeptanz zu sichern. Das Ergebnis: breite Zustimmung. Der VfB versteht Inklusion als Prozess und als Haltung. Wer beschließt, inklusive Teams anzubieten, muss sich der Vielfalt bewusst sein: Autismus, Down-Syndrom, unterschiedliche Formen der Beeinträchtigung – und ebenso unterschiedliche Bedürfnisse. Ein Trainerschein allein ist nicht genug, die Übungen werden angepasst, das Tempo variiert, Erfolg wird breiter definiert. Der Leitgedanke „Erlebnis vor Ergebnis“ macht Raum für echte Entwicklung.
Die Wirkung ist sichtbar und berührend. Kinder, die zunächst nur an der Hand der Eltern den Platz betreten konnten, laufen heute selbstbewusst allein aufs Feld. Eltern berichten von gelobten Trainingsmomenten und geschossenen Toren – und davon, dass ihre Kinder einen Ort gefunden haben, an dem sie sich glücklich fühlen. Eine Geschichte steht sinnbildlich: Ein 34-Jähriger feiert zum ersten Mal seinen Geburtstag mit Freunden, die er im inklusiven Team gefunden hat. Was in der Tabelle nicht auftaucht, verändert Biografien.
Mehr als Fußball: Ausflüge, Disco und Erste Hilfe
Inklusion endet beim VfB nicht an der Seitenlinie. Ausflüge, Turniere und eine Disco für Menschen mit Behinderung schaffen zusätzliche Räume für Begegnung und Teilhabe. Der eigene Vereinssong – produziert mit Leidenschaft, mit Chor und lokaler Handschrift – wird dabei zur Hymne, die verbindet.
Sicherheit und Verantwortung sind Teil des Vereinsalltags: Der VfB bietet regelmäßig Wiederbelebungs- und Defibrillatorschulungen an. Besonders bemerkenswert: Auch Kinder aus den inklusiven Mannschaften nehmen teil und lernen, wie man Menschen retten kann. Das öffnet Horizonte und zeigt, wie ernst der Verein die Befähigung seiner Mitglieder nimmt – unabhängig von Alter und Einschränkung.
Mut zur Lücke: Empfehlungen für andere Vereine
Wer Inklusion will, muss anfangen. Winfried Michalski plädiert für „einfach machen“: Nicht alles lässt sich im Vorfeld planen. Wichtig ist die Sensibilisierung des Vereins, das Mitnehmen der Mitglieder und die Bereitschaft, sich gemeinsam weiterzuentwickeln. Der VfB teilt seine Erfahrungen inzwischen gerne mit anderen Vereinen, die den Weg ebenfalls gehen wollen. Und er formuliert einen konkreten Wunsch: Mehr Trainerinnen und Trainer, die mit Herz und Geduld inklusive Gruppen begleiten. Wachsende Familien brauchen starke Betreuung.
Einladung: Gemeinsam mehr erreichen mit „Trude Kuh“
Wir von „Trude Kuh“ haben am 2026-06-16 mit dem VfB Langendreerholz 1914 erlebt, wie ein Verein Inklusion ehrlich lebt, Generationen zusammenbringt, mit Walking Football, Jugend- und Seniorensport, Gymnastik und starken Events ein Zuhause schafft und mit „Erlebnis vor Ergebnis“ Kinder und Erwachsene sichtbar wachsen lässt; wenn Du Deinen Verein im TV-Studio vorstellen willst, dann melde Dich bei uns, denn „Trude Kuh“ erreicht monatlich über 14,5 Mio. Kontakte und bietet damit enorme Werbemöglichkeiten für Unternehmen, die ihre Marke sympathisch und reichweitenstark präsentieren möchten. Hier findest Du mehr über uns von „Trude Kuh“, einen Blick hinter die Kulissen bekommst Du im TV-Studio von „Trude Kuh“, und wenn Du Deinen Verein im Interview vorstellen möchtest, freuen wir uns auf Deine Nachricht – gemeinsam machen wir gute Geschichten sichtbar, stärken gesellschaftliche Werte und verbinden Vereine und Unternehmen mit einer großen, aufmerksamen Community.


