In den „Trude Kuh“ TV-Studios knistert die Luft wie vor einem großen Finale – nur dass der Jubel hier nicht allein dem perfekten Wurf gilt, sondern dem Mut, wieder Teil eines lebendigen Sportmoments zu sein. Wer an Sport denkt, hat oft Arenen im Kopf, harte Präzision und Leistungsdruck. Doch es gibt auch den Sport der leisen Triumphe: Paradarts, wo jeder Treffer mehr ist als ein Punkt auf dem Board. Es ist der Sport, der Grenzen akzeptiert und zugleich überwindet. Genau darüber spricht das Paradart Team Germany, beheimatet in Neusäß im schwäbischen Landkreis Augsburg. Kassenwartin und Turnierorganisatorin Gaby Wehrt erzählt von einer Bewegung, die inklusiv denkt, strukturiert arbeitet und den Dartpfeil zur Brücke macht – von Isolation hin zu Gemeinschaft. Moderiert wird das Gespräch von Redaktionsleiter Georg Mahn.
Wie aus einer Idee eine Bewegung wurde
Der Ursprung des Paradart Team Germany geht zurück auf eine Anfrage des Weltverbands World Paradarts: Könnte Deutschland ein Team stellen? Der spätere Vorsitzende, selbst mit Einschränkungen lebend, sagte zu – und schon bei der Weltmeisterschaft in Ostende, Belgien, wurde klar, dass hier mehr entsteht als ein Projekt. Aus der ersten Mannschaft wuchsen Strukturen, 2023 folgte die Vereinsgründung. Was als mutiger Schritt begann, ist heute ein vernetzter, organisierter und professionell geführter Bereich im Dart, getragen von Menschen, die Barrieren nicht nur benennen, sondern praktisch angehen. Die Zahlen zeigen den Weg: Von 14 Aktiven im Jahr 2020 auf 170, als die Vereinsgründung unausweichlich wurde – ein deutlicher Beleg für Bedarf, Engagement und Wirkung.
Kraft, Narben und ein Pflaster: Darts als Lebensanker
Gaby Wehrt spielt seit über 40 Jahren Darts. Seit dem 16. Lebensjahr lebt sie mit einer Schmerzkrankheit, Einschränkungen an der Wirbelsäule, Arthrose und dem Restless-Leg-Syndrom. Lange war sie beim Spielen aus dem Rollstuhl aufgestanden, um zu werfen – bis es nicht mehr ging. Heute spielt sie aus dem Rollstuhl und bleibt dennoch erfolgreich. Der Übergang vom „uneingeschränkten“ in den Behindertensport war mental ein Einschnitt, aber keiner, der ihre Leidenschaft bremsen konnte. Ihr Bild vom Pflaster trifft: Unter dem Pflaster heilt eine Wunde, eine Narbe bleibt – und trotzdem geht es weiter. Darts ist für sie das Letzte, mit dem sie aufhören würde. Zwischen Therapie und Triumph liegt das, was der Verein bietet: Haltung, Gemeinschaft und das Gefühl, mittendrin zu sein. Als Referentin und Ansprechperson nimmt sie Menschen an die Hand, erklärt Regeln und Anforderungen, baut Motivation auf – oft in mehreren Gesprächen, weil hinten dran so viel mehr steckt: Vertrauen, Zugehörigkeit, die berühmte Mauer, der Wall, wie sie sagt, die den Heimweg nach langen Wettbewerbstagen wieder hell macht.
Turniere, Ranglisten, Weltbühne: Paradarts wächst
Paradart Team Germany hat einen klaren Turnierkalender. Elf nationale Wettbewerbe jährlich, dazu ein internationales Event, und jedes zweite Turnier wird online gespielt, damit die Rangliste für Europa- und Weltmeisterschaften valide bleibt. Deutschlandweit gibt es Face-to-Face-Wettbewerbe, für die Gaby auch von Hamburg nach Baden-Württemberg fährt – als Organisatorin, Spielerin, Netzwerkerin. Und sie bringt beachtliche Meriten mit: Mehrmalige Vizeweltmeisterin, Mutter von vier Kindern, Großmutter von fünf Enkelkindern – mitten im Leben, mitten im Sport. Internationale Begegnungen sind Teil des Herzschlags: Walk-ons mit Vereinsleidenschaft, Spieler ohne Beine auf Prothesen, die überall antreten, wo es möglich ist. Das Resonanzfeld: ausgelassene, gute Stimmung, ohne ständige Erklärungen. Jeder hat sein Päckchen, aber keiner wird reduziert. Genau das schafft Anerkennung, die sich das Paradart Team Germany auch öffentlich wünscht. Weg von der Randgruppe in der Randgruppe, hin zu Sichtbarkeit für echte Leistung.
Haltung gegenüber Gegenwind: Stärke statt Bühne für Neid
Wo Wettbewerb ist, sind Emotionen. Gaby kennt Kommentare von „Normalos“, die sie wegen ihrer 20 Prozent Gehfähigkeit als Simulantin betiteln. Ein klassischer Fall von Unwissen und Neidkultur – und ein Beispiel dafür, warum inklusive Räume wichtig sind. In den Paradarts-Turnieren hat dieser Ton keinen Platz. Dort zählt das Können. Ihr Format „DIP – Draw Your Persons“ mischt gezielt Paradarter und Nicht-Paradarter zu Teams. Die Qualität überrascht viele: „Lehn dich zurück, dein Paradarter hat ein 70er Average“ – ein Satz, der zeigt, wie sehr Vorurteile an der Realität vorbeifliegen. Das Ergebnis ist, was Sport kann, wenn er gut organisiert ist: Niveau, Respekt, Lernmomente auf beiden Seiten.
Außenwirkung, Trikots und Sponsoring: Paradarts im Netzwerk
Ein eindrückliches Beispiel für Vernetzung ergab sich Mitte des Monats in Brügge bei einem internationalen Ranglistenturnier. Dort hingen an den Wänden Trikots aus vielen Ländern – und auch eines vom Paradart Team Germany, das Gaby spontan übergab. Solche Momente zeigen die Außenwirkung des Vereins: sichtbar, wertgeschätzt, Teil der internationalen Szene. Sichtbarkeit kostet aber auch Geld. Paradart Team Germany finanziert sich zu 90 Prozent selbst über Beiträge und private Mittel, einige Sponsoren gibt es, zwei Trikotplätze sind aktuell noch frei, neue Jerseys kommen im November. Langfristige Partner sind willkommen, denn Reisekosten, Turnierausrichtung, Ausstattung und Verwaltungsaufgaben sind ein echter Brocken, den man für Inklusion gern trägt – aber besser gemeinsam.
Einladung an Dich: Mitmachen, vorstellen, werben – bei „Trude Kuh“
Wir von „Trude Kuh“ freuen uns, wenn Du Deinen Verein, Dein Team oder Deine Initiative im TV-Studio von „Trude Kuh“ vorstellst und damit Menschen erreichst, die genau auf solche Geschichten warten, denn das Paradart Team Germany hat gezeigt, wie viel Kraft im Sport steckt, der Barrieren überwindet, mit klarer Struktur, regelmäßigen Ranglisten-Turnieren, internationaler Vernetzung und einer starken Community, die Erfolg nicht nur als Zahl versteht. Wenn Du neugierig bist, was wir tun, schau auf „Trude Kuh“ vorbei, und wenn Du wissen willst, wie Du Deine Geschichte professionell ins Bild rücken kannst, findest Du alle Infos zum TV-Studio von „Trude Kuh“. Wir laden Dich ein: Wenn Du Deinen Verein im Interview vorstellen möchtest, kannst Du Dich hier melden – Verein im Interview vorstellen. Und weil „Trude Kuh“ monatlich über 14,5 Mio. Kontakte erzielt, bieten wir starke Reichweite für Marken, Produkte und Dienstleistungen: Informiere Dich über die Werbemöglichkeiten für Unternehmen. Wir von „Trude Kuh“ machen Inklusion, Ehrenamt und Vereinsarbeit sichtbar – wenn auch Du eine Bühne brauchst, wenn Du mit Deinem Verein neue Mitglieder erreichen willst oder als Unternehmen auf verlässliche Reichweite setzt, dann komm zu uns, nutze unsere Plattform und lass uns gemeinsam dafür sorgen, dass gute Ideen und engagierte Menschen die Aufmerksamkeit bekommen, die sie verdienen.


