Birgit Meyer-Borchers und Irene Lahmeyer vom LandFrauenverein Freudenberg-Bassum zu Gast bei „Trude Kuh“

Frauen, die mit einer Motorsäge umgehen können, Schweißkurse absolvieren, gegen Rechts auf die Straße gehen, Fernreisen nach Vietnam und Kanada organisieren und gleichzeitig jungen Generationen beibringen, wie aus geschüttelter Milch Butter wird: Das ist kein Widerspruch, das ist der LandFrauenverein Freudenberg-Bassum. Ein Verein, der seit Jahrzehnten beweist, dass ländliche Gemeinschaft weit mehr bedeutet als das, was Vorurteile vermuten lassen. Im TV-Studio von „Trude Kuh“ sprach Redaktionsleiter Georg Mahn mit Birgit Meyer-Borchers, der ersten Vorsitzenden, und Irene Lahmeyer, Ortsvertreterin beim LandFrauenverein Freudenberg-Bassum, über Gleichberechtigung, Nachhaltigkeit, Generationenwandel und die Frage, warum Männer mittlerweile bei den Landfrauen eintreten wollen.

Mehr als Backen und Kochen: Was Landfrauen wirklich ausmacht

Das Vorurteil kommt schnell. Landfrauen, da denken viele sofort an Kuchenrezepte und Eingemachtes. Birgit Meyer-Borchers lacht darüber, aber sie nimmt es ernst genug, um es direkt zu Beginn des Gesprächs richtigzustellen. Der LandFrauenverein Freudenberg-Bassum, angesiedelt im niedersächsischen Landkreis Diepholz, steht für Vielseitigkeit in einem Ausmaß, das viele überrascht. Rund 700 Mitglieder, bis zu 60 Termine im Jahr, Vorträge zu digitalen Themen wie TikTok, Seminare zu Gleichstellung und Bezahlwesen, Sportangebote, Fernreisen, Demokratiearbeit und Projekte gegen Gewalt an Frauen. Wer die Landfrauen einmal erlebt hat, sagt Birgit Meyer-Borchers, weiß: Das sind Frauen, die anpacken und etwas schaffen.

Der Verein ist eingebettet in eine bundesweite Struktur mit knapp 50 Landfrauen-Organisationen in 22 Landesverbänden. Das gibt dem lokalen Engagement Rückenwind. Dreijahresthemen, die der niedersächsische Landesverband vorgibt, sorgen dafür, dass Inhalte gebündelt und wirksam nach außen getragen werden. Energie, Demokratie, Gewalt gegen Frauen: Das sind keine harmlosen Themen, und genau das ist gewollt. Aktuell stehen Sexismus am Arbeitsplatz, häusliche Gewalt und digitale Gewalt auf dem Programm, begleitet von Selbstverteidigungs-Workshops und Kooperationen mit Beratungsstellen wie den Landgrazien.

Generationenwandel: Wenn junge Frauen wieder Socken stricken wollen

Eine der überraschendsten Beobachtungen im Gespräch liefert Birgit Meyer-Borchers mit einem Schmunzeln. Der Verein hatte Motorsägenkurse, Schweißkurse und Workshops mit dem Boschhammer im Baumarkt angeboten, weil man dachte, genau das sei es, was junge Frauen heute interessiert. Dann kamen die jungen Landfrauen und wollten Socken stricken und Einkochen lernen. Was zunächst verblüfft, ergibt bei näherer Betrachtung Sinn. Es ist eine Rückbesinnung auf Ursprüngliches, ein Bewusstsein für Ernährung ohne Zusatzstoffe, für Nachhaltigkeit und Selbstversorgung, das heute wieder Relevanz gewinnt.

Irene Lahmeyer hat diesen Trend aufgegriffen und vor zwei Jahren den Nachhaltigkeitsstammtisch gegründet, eine lockere Runde, in der Frauen aus unterschiedlichen Generationen teilen, was sie wissen. Zwischen den Teilnehmerinnen liegen manchmal 40 Jahre Altersunterschied, doch der Austausch funktioniert. Über 60 konkrete Nachhaltigkeitstipps sind aus diesen Treffen entstanden, die über Social Media, in Schulen und wöchentlich auf der Vereinshomepage weiterverbreitet werden. Das Beste daran: Ältere und jüngere Mitglieder arbeiten dabei gemeinsam, obwohl es anfangs hieß, jede Gruppe wolle ihr eigenes Ding machen. Die Ältesten sind über 80, die Jüngsten über 30. Generationenübergreifend, lebendig, wirksam.

Landfrau des Jahres 2026 und die Kraft des Ehrenamts

Birgit Meyer-Borchers ist seit 1999 bei den Landfrauen aktiv, seit 2010 im Vorstand und seit 2011 erste Vorsitzende. Im Jahr 2026 wurde sie vom Deutschen Landfrauenverband zur Landfrau des Jahres 2026 ausgezeichnet, eine Ehrung, die sie selbst zunächst mit Verwunderung aufnahm. Als sie das Bewerbungsschreiben des Vorstands las, der sie vorgeschlagen hatte, realisierte sie erst, was in all den Jahren tatsächlich geleistet worden war. Das zeigt etwas Wichtiges über ehrenamtliche Arbeit: Wer mit Begeisterung dabei ist, vergisst irgendwann zu zählen, was er alles bewegt hat.

Heute ist der Verein weit über das ursprüngliche Bild hinausgewachsen. Männer dürfen zwar laut Satzung nicht eintreten, wohl aber als Fördermitglieder, und sie tun es. Wer einmal beim Motorsägenkurs dabei war, kommt wieder. Fahrradtouren, Reisen nach Kanada und in die Lüneburger Heide, ein rotes Picknick zum Equal Pay Day als sichtbares Zeichen gegen die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen: Der Verein hat eine Außenwirkung entwickelt, die weit über das ländliche Umfeld hinausreicht. Früher musste Birgit Meyer-Borchers noch erklären, warum sie Vorsitzende eines LandFrauenvereins ist, ohne eine Kuh im Stall zu haben. Heute braucht sie das nicht mehr.

Dein Platz in einer Gemeinschaft, die wirkt

Wir von „Trude Kuh“ freuen uns immer wieder, wenn uns Vereine wie der LandFrauenverein Freudenberg-Bassum besuchen und zeigen, wie viel Kraft, Engagement und gesellschaftliche Relevanz in der Vereinsarbeit stecken kann. Wenn auch Du einen Verein vertrittst, der eine Geschichte zu erzählen hat, dann melde Dich gerne bei uns: Auf „Trude Kuh“ findest Du alle Informationen rund um unsere Formate, und über Verein im Interview vorstellen kannst Du ganz unkompliziert anfragen, um Deinen Verein im TV-Studio von „Trude Kuh“ vorzustellen, so wie es Birgit Meyer-Borchers und Irene Lahmeyer getan haben.

Was dieses Interview einmal mehr deutlich macht: Gemeinschaft entsteht nicht von selbst. Sie braucht Menschen, die anderen zuhören, Ideen aufgreifen, Brücken bauen, auch zwischen Generationen, Lebenswegen und politischen Themen. Genau das tun die Landfrauen, und genau das ist es, was wir bei „Trude Kuh“ sichtbar machen wollen.

Gleichzeitig wissen wir, dass Sichtbarkeit auch für Unternehmen zählt. „Trude Kuh“ erreicht über 14,5 Millionen Kontakte im Monat und bietet damit ein starkes Umfeld für Unternehmenskommunikation. Wenn Du als Firma Reichweite suchst, die wirklich ankommt, dann wirf einen Blick auf unsere Werbemöglichkeiten für Unternehmen. Hier erreichst Du Menschen, die zuhören, mitlesen und mitdenken, genau die Zielgruppe, die engagierte Marken verdienen.