Ein ungeöffneter Brief kann mehr sein als nur ein Stück Papier. Er kann eine tonnenschwere Last sein, ein Symbol für die Angst vor dem, was darin steht, vor Rechnungen, die man nicht bezahlen kann, vor Problemen, die unlösbar scheinen. Wenn sich diese Briefe stapeln, tütenweise, dann ist das oft ein stiller Schrei nach Hilfe. Es ist die Angst vor dem nächsten Klingeln an der Tür, das Gefühl der Überforderung und der Scham, die Menschen lähmt. Doch in diesen Momenten der Hilflosigkeit gibt es Organisationen, die nicht wegsehen, sondern die Hand reichen. Die Arbeiterwohlfahrt, kurz AWO, ist eine von ihnen. Sie öffnet nicht nur Briefe, sondern vor allem Türen zu neuen Wegen und gibt Menschen das Gefühl zurück, nicht allein zu sein. Über genau diese vielfältige und wichtige Arbeit sprach Redaktionsleiter Georg Mahn in den „Trude Kuh“ TV-Studios mit Michaela Rosenbaum, der Geschäftsführerin des AWO-Kreisverbandes Mülheim an der Ruhr, und Sebastian Pottbrock, dem Leiter des AWO Familienbildungswerks.
Von der Schuldenberatung bis zur Jugendhilfe: Ein Verband mit Herz
Seit der Gründung des Kreisverbandes Mülheim an der Ruhr im Jahr 1920 hat sich die AWO stetig weiterentwickelt und ihr Angebot an die sich wandelnden Bedürfnisse der Gesellschaft angepasst. Was jedoch immer geblieben ist, ist das Herz im Logo und das Herzblut, mit dem die über 100 hauptamtlichen und rund 30 ehrenamtlichen Mitarbeitenden bei der Sache sind. Für Geschäftsführerin Michaela Rosenbaum ist genau das das Besondere an der AWO: ein Verband mit Herz. Das Spektrum der Hilfeleistungen ist beeindruckend breit und deckt nahezu jede Lebenslage ab, in der Menschen Unterstützung benötigen könnten. Ein großer Schwerpunkt liegt auf der Arbeit mit Menschen, die psychische Beeinträchtigungen haben. In sogenannten besonderen Wohnformen finden 71 Personen ein dauerhaftes Zuhause mit Rund-um-die-Uhr-Betreuung. Doch die Hilfe geht weit darüber hinaus. Ambulante Angebote, Beratungsstellen für Schulden- und Insolvenzfragen, Wohnungsnotfallhilfe sowie Jugend- und Familienhilfe stehen allen offen. Die Schwangerschaftskonfliktberatung rundet das Portfolio ab und zeigt, dass die AWO in wirklich allen Krisensituationen ein verlässlicher Ansprechpartner ist. Oftmals, so Rosenbaum, ist der erste Schritt der schwerste. Die Hemmschwelle, Hilfe zu suchen, sei groß, da viele Menschen ihre Situation als persönliches Versagen empfinden. Die AWO arbeitet aktiv daran, diese Hürden abzubauen und zu vermitteln: Es kann jeden treffen, und es ist keine Schande, Unterstützung anzunehmen.
Bildung und Prävention als Schlüssel zur Selbstständigkeit
Neben der direkten Krisenintervention legt die AWO großen Wert auf Bildung und Prävention. Das AWO Familienbildungswerk, geleitet von Sebastian Pottbrock, spielt hierbei eine zentrale Rolle. Es geht nicht nur darum, Wissen zu vermitteln, sondern auch darum, Menschen zusammenzubringen und Einsamkeit, besonders bei Senioren, vorzubeugen. Angebote wie Stuhlgymnastik, Spieleabende oder ein gemeinsames Frühstück schaffen Orte der Begegnung und des Austauschs. Gleichzeitig bietet das Bildungswerk anerkannte Qualifizierungen an, beispielsweise für Kindertagespflegepersonen, die sich damit eine berufliche Existenz aufbauen können. Ein besonders wichtiger und leider auch erschreckend notwendiger Bereich ist die Präventionsarbeit an Schulen zum Thema sexualisierte Gewalt. Laut Statistik sind in jeder Schulklasse durchschnittlich zwei Kinder betroffen. In Workshops klärt die AWO über sexuelle Gesundheit, Rechte am eigenen Körper und Hilfsangebote auf. Pottbrock stellt dabei immer wieder große Wissenslücken fest, selbst in einer scheinbar aufgeklärten, digitalen Welt. Oft fehle der offene Austausch im Elternhaus, was die präventive Arbeit umso wichtiger macht. Ein Symbol für diese Hilfe ist die Handpuppe Paul, die kindgerecht über Gefühle, Grenzen und das Hilfetelefon der AWO spricht und so einen niederschwelligen Zugang zu schwierigen Themen ermöglicht.
Ein offenes Ohr, das Leben verändern kann
Das Hilfetelefon ist seit fast 40 Jahren eine feste Institution der AWO Mülheim. Was einst mit Ehrenamtlichen in einem Büro begann, ist heute ein flexibles System, bei dem ein Team von 78 geschulten Freiwilligen über mobile Geräte erreichbar ist. Sie bieten ein offenes Ohr, hören zu und zeigen Wege auf. Die Notwendigkeit wird immer deutlicher, denn der Bedarf wächst. Durch die Präsenz in Schulen und die öffentliche Sichtbarkeit durch Plakate in Bussen und an Haltestellen wird das Angebot bekannter und die Anrufzahlen steigen. Dies zeigt, wie groß der Redebedarf ist. Die Arbeit der AWO ist aber auch immer politisch. Als sozialpolitischer Verband setzt sie sich dafür ein, die Ursachen von Armut zu bekämpfen. Aktionen wie das jährliche Weihnachtsmenü für 120 Bedürftige sind einerseits konkrete Hilfe, andererseits aber auch ein Mahnmal. Sie zeigen, dass in einem der reichsten Länder der Welt Handlungsbedarf besteht. Die AWO kämpft gegen Stigmatisierung, sei es bei psychischen Erkrankungen oder bei Armut, und setzt sich für eine Gesellschaft ein, in der Solidarität und Unterstützung selbstverständlich sind. Ein kreatives Spendenprojekt namens „Erneuerbar“ sammelt mit dem Verkauf von kunstvollen Cocktail-Bildern Geld für die energetische Sanierung der Wohnheime, um auch Menschen im Leistungsbezug an der sozial-ökologischen Transformation teilhaben zu lassen.
Werde auch Du Teil unserer Gemeinschaft
Wir von „Trude Kuh“ sind immer wieder tief beeindruckt von dem Engagement, das Vereine wie die AWO Mülheim an der Ruhr tagtäglich zeigen. Die Geschichten von Michaela Rosenbaum und Sebastian Pottbrock haben verdeutlicht, wie wichtig es ist, hinzusehen, zuzuhören und zu handeln. Wenn auch Du einen Verein oder eine Organisation vertrittst, die eine solche wertvolle Arbeit leistet, dann melde Dich bei uns. Wir bieten Dir die Möglichkeit, Deinen Verein im Interview vorstellen zu können, direkt bei uns hier im TV-Studio von „Trude Kuh“. Wir möchten Eure Geschichten erzählen und Eurem Engagement die Plattform geben, die es verdient. Denn wie das Gespräch am 16. September 2026 gezeigt hat, ist der Bedarf an Unterstützung und Information ungebrochen hoch. Unsere Plattform „Trude Kuh“ erreicht über 14,5 Millionen Kontakte im Monat und bietet damit eine enorme Reichweite, nicht nur für Vereine, sondern auch für Unternehmen. Wenn Du als Unternehmer das Potenzial dieser Reichweite für Deine Firma nutzen möchtest, findest Du bei uns vielfältige Werbemöglichkeiten für Unternehmen. Eine Partnerschaft mit uns bedeutet nicht nur Sichtbarkeit für Deine Marke, sondern auch die Unterstützung einer Plattform, die sich für soziale Themen und das Ehrenamt starkmacht. Kontaktiere uns und lass uns gemeinsam Gutes tun und darüber sprechen. Wir freuen uns darauf, von Dir zu hören und vielleicht schon bald Deine Geschichte zu erzählen oder eine erfolgreiche Werbekampagne mit Dir zu starten.


