Andrea Radde-Reinhard und Hanna Seiler vom Wiesmoorer Generationen e.V. zu Gast bei „Trude Kuh“

Der Duft von frisch gebrühtem Kaffee liegt in der Luft, irgendwo klappert Besteck, die Kinder kommen heim, die Großmutter wirft schon mal einen Blick in die Töpfe, der Großvater plant den Arztbesuch und auf dem Rückweg wird gleich noch eingekauft. So sah der Alltag früher in vielen Familien aus: nah beieinander, aufmerksam füreinander, mit offenen Ohren und helfenden Händen. Heute aber zerstreuen Ausbildung, Arbeit und Lebenswege das Miteinander in alle Himmelsrichtungen – und plötzlich werden kleine Hürden des Alltags zu großen Aufgaben. Genau hier setzt der Wiesmoorer Generationen e.V. an: seit 2010 ein Netzwerk für praktische Hilfe, Begegnung und Herz. Redaktionsleiter Georg Mahn begrüßte dazu in den Studios von „Trude Kuh“ Andrea Radde-Reinhard, erste Vorsitzende und Gründungsmitglied, sowie Hanna Seiler, Beisitzerin und Leiterin der Kleiderbörse.

Warum der Verein entstand: Eine Antwort auf veränderte Familienstrukturen

Als Kinderärztin sah Andrea Radde-Reinhard, wie sich Entwicklungsziele von Kindern veränderten und wie das engmaschige Netz der Familienunterstützung dünner wurde. Netzwerktreffen blieben vage, also wurde gehandelt: sechs Menschen, eine Idee, eine Vision – und ein spektakulärer Start mit dem „lebendigen Weihnachtsbaum“, der es ins Guinness-Buch der Rekorde schaffte. Seither wächst der Verein rasant und bildet Facetten aus, die allesamt denselben Kern haben: praktische Unterstützung schaffen, Begegnungen ermöglichen und die Lücken füllen, die im Alltag entstehen. Fahr- und Einkaufshilfen, Besuchsdienste, Gedächtnistraining, Selbsthilfegruppen – das Angebot ist so breit wie die Bedürfnisse der Menschen.

Die Kleiderbörse im Torhaus: Qualität, Würde und generationenübergreifendes Einkaufen

Hanna Seiler kam 2014 in den Verein, seit 2015 leitet sie die Kleiderbörse im Torhaus. Was dort passiert, ist schlicht und wirkungsvoll: Spenden aus Wiesmoor und Umgebung werden an Menschen mit schmalem Budget weitergegeben. Die Hemmschwelle ist gesunken, der Bedarf sichtbar – und die Sorgfalt groß. Kleidung muss sauber, intakt und tragbar sein, idealerweise nicht älter als fünf bis zehn Jahre. Preise bleiben bewusst niedrig, ohne Almosen-Gefühl: Ein kompletter Herrenanzug oder ein Mantel kostet jeweils 8 Euro, alles andere ist günstiger. Entscheidend ist die Selbstbestimmung der Kundinnen und Kunden: Sie wählen aus, sie bezahlen einen kleinen Obolus, sie gehen mit dem Gefühl, etwas gekauft zu haben und nicht etwas „genommen“ zu haben. Besonders charmant: der Teenagerverkauf zweimal im Jahr, freitagabends im Herbst und Frühjahr, wenn Jugendliche allein einkaufen und sich mit Taschengeld hübsche Dinge leisten können – die Mamis bleiben draußen.

Begegnung, Hilfe und Herz: Angebote, die tragen

Im Vereinsheim B. U. ist das „Klön-Café“ ein Fixpunkt: jeden Donnerstagnachmittag Kaffee, Kuchen und Gespräche für Menschen, die sonst vielleicht niemanden zum Plaudern haben. Aus „Kleinigkeiten“ wird dort Verbindlichkeit ohne Pflicht – genau das, was vielen fehlt. Daneben wirken Teams wie A. und O. („Altersarmut und Obdachlosigkeit“) und „Stunden gegen Hunger“: Brote schmieren, Töpfe kochen und Hilfe dorthin bringen, wo sie wirklich gebraucht wird. Selbsthilfegruppen wie „Aufgehende Sonne“ geben psychisch erkrankten Menschen einen Ort der Stabilität. Das Gedächtnistraining wird stark nachgefragt, kreative Gruppen lassen Ideen sprießen, und es gibt regelmäßige Veranstaltungen: Neujahrsempfang, Cocktailabend, Adventsball. Schulkooperationen bringen Kinder ins Haus, es wird gekegelt, Ausflüge führen zum Matjesessen an die Küste – kurz: Begegnung bekommt Programm.

Fahrdienste, Toleranz und das Prinzip „Geben und Nehmen“

Ein Anruf genügt, und der Fahrdienst organisiert Begleitung zu Arztterminen, wenn eben kein Anspruch auf Krankentransport besteht, aber Unterstützung gebraucht wird. Die Stärke des Vereins zeigt sich in der schnellen, verlässlichen Resonanz: In einer Gruppe wird um Hilfe gebeten, in Minuten melden sich mehrere Hände. Im Umgang der Generationen ist Toleranz keine Parole, sondern Praxis. Kinder sind mal lauter, Ältere mögen es ruhiger – das gehört zur Realität. Wichtig ist die Offenheit, dass die Gesellschaft sich verändert und Hilfe neue Wege findet. Für die Zukunft wünscht Andrea Radde-Reinhard sich mehr Menschen zwischen 30 und 60, auch als Nachwuchs für Vorstandsarbeit, und träumt von einem Generationenhaus. Ein besonderer Moment in der Vereinsgeschichte: das Bundesverdienstkreuz für ihre Vorgängerin – Anerkennung für eine Arbeit, die weit über den Verein hinausreicht.

Ehrenamt, das bereichert: Eine zweite Sicht auf das Leben

Hanna Seiler beschreibt einen Weg, den viele nachvollziehen können: Während des Berufslebens blieb Ehrenamt abstrakt, in der Rente wurde es konkret – und bereichernd. Verpflichtung? Ja. Aber vor allem Sinn, Gemeinschaft und die Fähigkeit, eine zweite Perspektive einzunehmen: Der erste Eindruck ist selten der letzte, und im Miteinander lohnt sich das langsame, achtsame Hinsehen. Vereine sind keine Dienstleister auf Zuruf, sondern Orte, an denen Menschen ihr Potenzial einbringen, damit andere Halt finden.

Einladung an Dich: Mitmachen, vorstellen, vernetzen – im TV-Studio von „Trude Kuh“

Wir von „Trude Kuh“ laden Dich ein, die wichtigsten Impulse aus diesem Gespräch mitzunehmen: Der Wiesmoorer Generationen e.V. verbindet seit 2010 Generationen, organisiert Fahr- und Einkaufshilfen, schafft mit dem Klön-Café, Kreativgruppen und Selbsthilfeformaten echte Begegnung und gibt in der Kleiderbörse würdevoll und preiswert Kleidung weiter, vom Teenagerverkauf bis zum Anzug für 8 Euro. Wenn Du Deinen Verein vorstellen möchtest, komm ins TV-Studio von „Trude Kuh“ und zeig, wie Ihr Menschen zusammenbringt; wir erzielen über 14,5 Mio. Kontakte im Monat und bieten damit starke Reichweite und vielfältige Werbemöglichkeiten für Unternehmen. Über die Seite von „Trude Kuh“ findest Du alles Wichtige, vom Überblick bis zur Studiobuchung: Schau auf „Trude Kuh“, informiere Dich zum TV-Studio von „Trude Kuh“, bewirb Deinen Verein direkt unter Verein im Interview vorstellen und entdecke unser Angebot für Firmen unter Werbemöglichkeiten für Unternehmen; wenn Du mit Deinem Team sichtbar werden willst, Menschen erreichen und dabei ein herzliches, professionelles Umfeld schätzt, dann melde Dich und wir machen gemeinsam Deinen Auftritt möglich.