Stephan Neumann und Silvia Müller von Jung & Alt e.V. Wustermark zu Gast bei „Trude Kuh“

Es gibt Orte, die man kennt, ohne je dort gewesen zu sein. Den Dorfplatz, auf dem Kinder toben, während Großmütter und Großväter auf Bänken sitzen und von einer Welt erzählen, die es so nicht mehr gibt. Diese Bilder wirken vertraut und warm, fast ein wenig kitschig, und sie beschreiben eine Gemeinschaft, die in vielen Orten längst verloren gegangen ist. Jung & Alt leben zwar Tür an Tür, aber oft in völlig getrennten Welten. In Wustermark im Landkreis Havelland in Brandenburg haben sich Menschen gefunden, die genau das nicht länger hinnehmen wollten. Aus diesem Antrieb heraus entstand im vergangenen Jahr der Verein Jung & Alt e.V. Wustermark, der Generationen wieder zusammenbringt, Begegnungen ermöglicht und Einsamkeit aktiv bekämpft. Über die Geschichte, die Projekte und die großen Ziele des Vereins sprach Redaktionsleiter Georg Mahn in den Studios von „Trude Kuh“ mit dem Vereinsvorsitzenden Stephan Neumann und Schatzmeisterin Silvia Müller.

Ein Verein entsteht aus echtem Erleben

Der Beginn von Jung & Alt e.V. Wustermark liegt nicht weit zurück, und doch hat der Verein in kurzer Zeit bereits tiefe Wurzeln geschlagen. Viele der Gründungsmitglieder, darunter Silvia Müller, kennen sich aus dem früheren Inklusionsbeirat der Gemeinde Wustermark. Dort sammelten sie Erfahrungen und erkannten vor allem eines: Die Strukturen einer kommunalen Einrichtung machten es schwer, wirklich flexibel auf die Bedürfnisse von Menschen einzugehen. Der Verein bot die Lösung. Unabhängiger, offener, mit der Möglichkeit, eigene Sponsoren und Spender zu gewinnen, statt auf Gemeindemittel angewiesen zu sein.

Stephan Neumann, der Vorsitzende, hat seinen eigenen ganz persönlichen Grund, sich zu engagieren. Er erzählt ruhig, aber bestimmt, dass er in schwierigen Lebensphasen selbst auf Menschen angewiesen war, die ihm Möglichkeiten eröffnet haben. Ohne diese Menschen, sagt er, würde das heutige Gespräch nicht stattfinden. Dieses Erlebnis hat ihn geprägt und angetrieben, anderen etwas zurückzugeben, sowohl den Älteren als auch den Jüngeren.

Silvia Müller bringt eine weitere Perspektive mit: Durch ihren Beruf hat sie früh erkannt, dass ältere Menschen in der Gesellschaft zunehmend ins Abseits geraten. Jüngere haben ihre Freundeskreise, ihre Aktivitäten, ihre digitalen Welten. Für ältere Menschen hingegen fehlen niedrigschwellige Angebote, einfache Möglichkeiten, um zusammenzukommen, zu reden, zu lachen oder einfach nur da zu sein.

Gemeinsam gegen Einsamkeit, Schach, Sonntagsplausch und Kirmes

Was Jung & Alt e.V. Wustermark auszeichnet, ist die Bandbreite seiner Angebote und die Konsequenz, mit der sie umgesetzt werden. Da ist zum Beispiel das Schachprojekt in einer örtlichen Pflegeeinrichtung, bei dem eine 96-jährige Dame regelmäßig mit einem 18-jährigen jungen Mann Schach spielt. Sie fragt mittlerweile aktiv nach ihm. Er ist der Einzige im Verein, der Schach spielen kann, aber genau das macht ihn unverzichtbar. Diese beiden haben sich gesucht und gefunden, wie Stephan Neumann mit sichtbarer Freude berichtet.

Dann ist da der Sonntagsplausch, der einmal im Monat in einer Heimeinrichtung stattfindet. Die Jüngsten sind acht Jahre alt, die Ältesten neunzig. Es wird gesungen, musiziert, Kaffee getrunken und Kuchen gegessen. Gemeinsam. Ohne Altersschranken, ohne Berührungsängste.

Besonders am Herzen liegt dem Verein das Weihnachtsessen, das jedes Jahr am 23. Dezember stattfindet. Gänsekeule, eine kleine Geschenketüte und vor allem Gesellschaft für Menschen, die sonst allein wären. Denn Weihnachten, das betont Silvia Müller eindringlich, ist für viele ältere und einsame Menschen kein Fest, sondern eine besonders schwere Zeit. Tränen, Erinnerungen, Stille, wo Lachen sein sollte. Der Verein möchte genau diese Menschen erreichen und aus diesem Kreislauf der Einsamkeit herausführen.

Auf die Frage, ob Einsamkeit nur ein Problem der Älteren sei, antworten beide klar mit Nein. Auch junge Menschen, die durch Krankheit, Schicksalsschläge oder Beziehungsenden aus dem sozialen Netz fallen, sollen erreicht werden.

Für den 26. September plant der Verein übrigens ein großes Kirmesfest auf dem Gelände einer sozialen Einrichtung. Handwerker, Honig, Marmelade, verschiedene Stände und im Vorfeld 5000 Flyer in den Haushalten der Gemeinde Wustermark, damit wirklich jeder davon erfährt.

Große Träume brauchen Unterstützung

So viel Herzblut und Engagement der Verein mitbringt, eines braucht es zwingend dazu: Geld. Der bisherige Raum, den Jung & Alt e.V. Wustermark nutzen konnte, war schlicht zu klein. Menschen mussten abgewiesen werden, weil kein Platz mehr war. Ein Erlebnis, das Silvia Müller sichtlich bewegt. Das große Ziel des Vereins ist daher eine eigene Immobilie mit einem barrierefreien Gemeinschafts- und Generationswohnzimmer, einem Ort, an dem jeder jederzeit willkommen ist, unabhängig vom Alter.

Dafür braucht es Spender und Unterstützer. Unternehmen, die helfen, werden sichtbar gemacht, in Form von Namensnennungen und dauerhafter Erwähnung. Denn, wie Silvia Müller es treffend formuliert: Jeder Pfennig zählt. Und wer gibt, hinterlässt mehr als eine Spende. Er hinterlässt einen Teil von sich in einem Ort, an dem Menschen wieder zueinanderfinden.

Der Verein zählt derzeit 20 Mitglieder und setzt zusätzlich auf seine sogenannten helfenden Elfen, freiwillige Helfer, die immer dann da sind, wenn sie gebraucht werden. Stephan Neumann betont, dass man nicht Mitglied sein muss, um mitzuwirken. Wer helfen möchte, ist willkommen, so wie er ist.

Für Dich und alle, die Gemeinschaft lieben

Wir von „Trude Kuh“ freuen uns sehr, dass Stephan Neumann und Silvia Müller vom Jung & Alt e.V. Wustermark bei uns zu Gast waren und uns gezeigt haben, was echter Gemeinsinn bedeutet: Schachpartien zwischen Generationen, Weihnachtsessen für Einsame, ein Sonntagsplausch mit Akkordeonmusik und der Traum von einem barrierefreien Ort, an dem Menschen einfach zusammenkommen können. All das macht dieser Verein möglich, mit 20 Mitgliedern, unzähligen helfenden Elfen und einer Menge Herz.

Wenn Du selbst einen Verein leitest oder in einem Verein aktiv bist und Deine Arbeit einer breiten Öffentlichkeit vorstellen möchtest, melde Dich gerne bei uns. Im TV-Studio von „Trude Kuh“ erzählen wir Eure Geschichte, so wie wir es heute für den Jung & Alt e.V. Wustermark getan haben. Einfach über unsere Seite Verein im Interview vorstellen anmelden und schon bald auf unserem Sofa Platz nehmen.

Denn „Trude Kuh“ erreicht monatlich über 14,5 Millionen Kontakte. Das bedeutet: Wer bei uns erscheint, wird gesehen. Nicht nur von Nachbarn und Freunden, sondern von einer riesigen, aufmerksamen Community. Für Unternehmen, die auf der Suche nach einer reichweitenstarken und sympathischen Plattform sind, bietet „Trude Kuh“ damit außergewöhnliche Werbemöglichkeiten für Unternehmen. Ob Du ein lokales Unternehmen führst oder bundesweit tätig bist, hier erreichst Du Menschen, die zuhören, die klicken und die kaufen. Wir freuen uns auf Dich, egal ob als Verein, der seine Geschichte teilen möchte, oder als Unternehmen, das seine Botschaft zu echten Menschen bringen will.